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Tracks der Woche #47/16 Kero Kero Bonito, Yukno, Formation, Mavi Phoenix, Mondo Cozmo

Ein Stück vom unendlichen Musikuniversum: ein abgespacetes Trio, Planetenliebhaber, Sternzeichen Zwillinge, eine, die nach den Sternen greift und ein Zeitreisender - die kosmischen Tracks der Woche.

Von: Sophie Kernbichl

Stand: 18.11.2016 | Archiv

Kero Kero Bonito, Yukno, Formation, Mavi Phoenix, Mondo Cozmo 2016 | Bild: Luke and Nik, Charlotte Rutherford, Lukas Gansterer, Travis Shinn, Yukno

Kero Kero Bonito - Trampoline

Die japanisch-britische Band Kero Kero Bonito balanciert wie keine andere auf der Grenze zwischen Klischee-Kitsch und Parodie - und das extrem unterhaltsam. Da singt dann Frontfrau Sarah Midori Perry auf der aktuellen Single "Trampoline" mit schriller Stimme vom lustigen Hüpfen auf dem Trampolin. Dabei ist sie mit Glitzer übersät und in quietschbunten Rauch eingehüllt. Egal ob auf Englisch oder auf Japanisch - Kero Kero Bonito schrecken nicht vor Nonsens zurück, übertreiben es bewusst mit ihrer unbeschwerten Fröhlichkeit. Damit erschaffen sie einen ungewöhnlichen Klang, der zwar an J-Pop erinnert, aber trotzdem einmalig ist. Und die Band ist bereit, die ganze Welt mit ihren lustig-skurrilen Songs zu beschallen: Im Oktober haben sie ihr Debütalbum "Bonito Generation" veröffentlicht und Ende November werden sie beim Puls Festival die Konfettikanonen knallen lassen.

Yukno - Zu Meinen Göttern

Wenn Musiker ihren Namen ändern, kann das verschiedene Gründe haben - meist ist es Zeichen einer Neuerung. Oberflächlich betrachtet hat sich bei Yukno, die früher unter dem Namen Neodisco bekannt waren, nicht viel verändert: Die beiden Brüder Georg und Nikolaus Nöhrer aus der Steiermark machen immer noch deutschsprachige Musik mit cleveren Texten. Allerdings hat sich der Sound gewandelt - weg vom HipHop und hin zum elektronischen Indie-Pop. Und scheinbar haben die beiden richtig Bock auf ihr neues Projekt. Denn obwohl gerade erst neuformiert, gibt es schon die erste EP namens "König ohne Land" und die daraus entnommene Single "Zu Meinen Göttern". Darin trinken Yukno gegen das Alleinsein an und begrüßen das Gefühl der Endlichkeit. Trotzdem ist der Tenor in "Zu Meinen Göttern" kein rein melancholischer, sondern sogar sehr optimistisch: "Die Erdanziehungskraft ist aus Liebe gemacht. Und was sich täglich dreht, ist mein Lieblingsplanet."

Formation - Powerful People

Zwei Zwillingsbrüder schnappen sich ihre Kumpels und gründen 2013 die Band Formation - noch bevor Beyoncé auch nur eine Note ihrer gleichnamigen Hitsingle geschrieben hatte. Es folgen zwei EPs, ein Album und schon spielen Formation als Vorband für die Foals. Für ihren neuesten Streich haben sich die Jungs aus Wimbledon wieder prominente Unterstützung geholt: Beim Video zur aktuellen Single "Powerful People" hat niemand geringeres als Mike Skinner aka The Streets Regie geführt. Formation vereinen in "Powerful People" Popsound mit Punkattitüde und mischen darunter auch noch ein bisschen Disco-Groove - ziemlich mächtig. Außerdem haben Formation eine unbändige Liveenergie. Fun Fact: Bei ihren Shows spielt die Kuhglocke eine entscheidende Rolle. Na, da sind wir mal gespannt, wie das beim Puls Festival aussehen wird.

Mavi Phoenix - Quiet

Menschen wie Mavi Phoenix erinnern uns daran, dass wir unsere Jugend mit Banalitäten verschwenden und wohl doch niemals Popstar werden. Vom Erfolg von Landsmann Left Boy motiviert, hat die damals gerade mal 19-jährige Marlene Nader 2014 ihre erste EP "My Fault" veröffentlicht. Mit dem Song "Green Queen" hat sie nicht wenige Fans in ihrer Linzer Heimat gewonnen. Und jetzt? Ist der Durchbruch in der Mache: auf dem Splash Festival spielen, als Spontan-Support von Maurice von Bilderbuch angerufen werden, auf der Titelseite einer Zeitung landen - alles erledigt. Nächster Punkt auf der Liste: neue Musik. Mit "Quiet" zeigt Mavi Phoenix, dass sie Autotune zwar nicht nötig hat, aber trotzdem sinnvoll einsetzen kann - schließlich ist sie mit Kanye aufgewachsen. Noch nie sind wir so liebreizend zur Rebellion aufgerufen worden wie in "Quiet": "You know I desire for you to be a riot", singt Mavi begleitet von einem lässigen Beat.

Mondo Cozmo - Plastic Soul

Ein Single-Release will heutzutage gut und besonders medienwirksam geplant sein - man kann es aber auch wie Mondo Cozmo machen und das Musikstück mit den Worten "Can’t release it. Grab it while you can for free" auf Instagram posten. Das Problem an der Single "Plastic Soul" ist nämlich, dass der Song ein Sample beinhaltet, bei dem sich die Rechte wohl nicht so ganz klären lassen. Weil der Track aber erstens geil, zweitens dem verstorbenen David Bowie gewidmet ist und drittens vom Zeitreisen handelt, hat es Mondo Cozmo einfach nicht ausgehalten, ihn für sich zu behalten und haut ihn deshalb gratis raus. Immerhin ist Sänger Joshus Ostrander für sein neues Projekt Mondo Cozmo eigens aus seiner langjährigen Band Eastern Conference Champions ausgestiegen. Und das hat sich gelohnt: Dank der rauchigen Stimme des Kaliforniers, dem geschmeidigen Musikbett und der gekonnt platzierten Samples entsteht ein nostalgischer Feel-Good-Vibe.


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