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Tracks der Woche #25/16 JPATTERSSON, Muso, Digitalism, Battle Tapes feat. Party Nails, The/Das,

Die einen fragen sich, was Menschen für Geld tun würden. Der andere bleibt auf Esspapier hängen. Dazwischen: rauchige Stimmen, Genreerfindungen und Helden der Digitalmusik - die Tracks der Woche.

Von: Sophia Rossmann

Stand: 17.06.2016

Tracks der Woche #25/16 | Bild: Anna k.o., Battle Tapes, JPATTERSSON, Popanz Productions, Tom Oxley / Montage: BR

Wir haben in Musikblogs gewühlt, bei Konzerten genau hingehört und fleißig Platten gekauft. Das sind die neuesten Titel im PULS Programm: Diese Songs solltet ihr diese Woche hören.

JPATTERSSON - Elevator

Klingt mal nach Kuba, dann wieder nach Balkan und am Ende kommt Johann Beger alias JPATTERSSON einfach nur aus Halle an der Saale. Eigentlich macht er Dub, aber er bedient sich gerne mal im Mischwarenregal der Genres. Bisschen Reggae, bisschen Jazz, bisschen Elektro, die Zutaten für JPATTERSONs sogenannten "PROGaDUB". In seinem neuen Track "Elevator" treffen entspannte Dub-Beats auf mitreißende Trompetensoli, hin und hergerissen zwischen extremer Lässigkeit und aufkommender Tanzwut. Der perfekte Song, um barfuß am Strand zur untergehenden Sonne die Hüften kreisen zu lassen.

Der Song ist noch nicht überall im Netz verbreitet, aber eine Hörprobe gibt's hier.

Muso - Acid Trips auf Esspapier

Rapper Muso hat’s mit dem Essen. Sein Debütalbum hört auf den Namen "Stracciatella Now". Der Nachfolger soll "Amarena" heißen und den ersten Track daraus serviert der Wahl-Heidelberger frisch auf Esspapier. Klingt nach Quatsch mit Soße, ist aber tatsächlich tiefgründig. Der Track handelt davon, seinen eigenen Weg zu gehen - trotz Gegenwind. Denn "es wird immer Leute geben, die dagegen sind". Fazit: Der Sound von "Acid Trips auf Esspapier" bleibt Musos selbstgewähltem Genre "Prog Rap Dark Hop Post Whatever" treu. Ob das aufs komplette zweite Album zutrifft, wissen wir nach der Veröffentlichung im August.

Digitalism - Destination Breakdown

Freunde des French House, haltet euch fest: Die Hamburger Digitalism sind nach fünf Jahren mit neuem Album "Mirage" zurück. In "Destination Breakdown" nimmt uns das Duo sieben Minuten und 44 Sekunden lang mit auf eine Reise durch die bekannten Digitalism-Sphären. Vorbei an benachbarten Galaxien der Kollegen Daft Punk und ihrem Hit "Aerodynamic", dessen legendäre E-Gitarre wie ein Geist aus vergangenen Zeiten in dem Track nachhallt. Das Ziel: Abriss, aber in Slow-Mo mit einem eineinhalb-minütigen Outro, bei dem der Sound ganz behutsam zum Erliegen kommt. Selten hat man einen so langen Song so kurzweilig wahrgenommen.

Battle Tapes feat. Party Nails - Solid Gold

Ein hochexplosives Gemisch aus Rock und Elektro - so klingen Battle Tapes aus LA. Ihr Track "Solid Gold" ist ein heißes und schwitzendes Stück Musik, perfekt für verruchte, zwielichtige Clubnächte. Die Gitarren: heftig, schwerfällig und röhrend. Die Synthies: dicht, drückend und wabernd. Das i-Tüpfelchen: der Gesang. Wie ein schnurrendes Kätzchen schmiegt sich Party Nails rauchige Stimme um die Musik. Perfektes Match zwischen LA-Popqueen und den vier Herren. Wer nicht genug von "Solid Gold" bekommen kann, Battle Tapes hätten da noch was in der Hinterhand: eine EP nur aus Remixen zum Track.

The/Das - What People Do for Money                               

Was würde der Mensch für Geld nicht alles tun? Eine Frage, mit der sich die europäische Biennale für zeitgenössische Kunst, kurz Manifesta 11, in Zürich gerade auseinandersetzt. Der Titel dafür: "What People Do For Money And Other Joint Ventures" - der Knackpunkt: Lohnarbeit. Herbe politische Kost, die ein bisschen Sommerlaune vertragen kann. Also her mit feinster Techno-Tenderness à la The/Das. Kurator Christian Jankowski beauftragte das Berliner Duo, einen Sommerhit zur Manifesta zu kreieren und Sommerhit it is. "What People Do for Money" ist ein sanfter, fließender Song, bei dem man fast den tieferen Sinn und Sarkasmus dahinter vergisst.

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