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Tracks der Woche #12/15 AnnenMayKantereit, Everything Everything, Lowell, Rah Rah, Snoh Aalegra

Manchester versucht sich am Surfbrett, Kanada hadert zwischen Glitzer-Pop und Folk und Schweden macht einen auf Sharon Jones. Hauptsache Köln bleibt auf der Straße. Unsere Tracks der Woche.

Von: Franziska Niesar

Stand: 16.03.2015

Tracks der Woche  | Bild: Collage BR

Wir haben in Musikblogs gewühlt, bei Konzerten genau hingehört und fleißig Platten eingekauft. Das sind die neuesten Titel im PULS Programm: Diese Songs solltet ihr diese Woche hören.

AnnenMayKantereit – 21, 22, 23

Seitdem Christopher Annen, Henning May und Severin Kantereit in der Kölner Fußgängerzone ihren Blues zum ersten Mal zum Besten gaben, ist viel passiert. Sie sind getourt: mit Clueso, den Beatsteaks und dem Startrampe-Bus. Sie haben eine EP produziert – und zwar mit Moses Schneider, der auch schon bei Tocotronic die Regler schob. Und: live sind sie jetzt zu viert. Nur eine Sache hat sich nicht verändert: ihre Musik. Die ist immer noch genauso authentisch wie auf der Straße. Unaufgeblasen und echt. "21, 22, 23" ist der Beweis.

Everything Everything – Distant Past

Wenn ein Song klingt wie die perfekte Mischung aus Surf-Attitüde à la Beach Boys, ein bisschen MGMT und glitzernde Diskokugel, dann kann das nur ein Hit sein. "Distant Past" ist die aktuelle Single von Jeremy, Jonathan, Michael und Alex aka "Everything Everything". Eigentlich stellten die vier Briten die Weichen schon mit ihrer ersten Single "Suffragette Suffragette" auf Erfolg. Das ist sieben Jahre her, doch schon damals war klar: das, was da aus Manchester rüberschallt, trifft unmittelbar Hirn und Herz. Mal fragil, mal gehetzt, mal schrill, mal melodisch, aber vor allem eins: oberfett.

Lowell – I Love You Money

Als Elizabeth Lowell Boland aka "Lowell" im Frühjahr 2014 ihre erste EP "I Killed Sara V." veröffentlicht, hängt sich das Worldwideweb an die junge Dame aus Toronto, als sei sie die Reinkarnation der Kleopatra. Jetzt, ein Jahr später, erscheint ihr erstes Album "We Loved Her Dearly" und der Hype geht wieder von vorne los. Und womit? Mit Recht. Denn "Lowell" vereint rotzige Attitüde und hilflose Zerbrechlichkeit auf einer Platte. Wenn dann noch Produzent Paul Herman, der schon bei Emeli Sandé mitmischte, den Popzauberstab zückt, kann gar nichts mehr schief gehen. "I Love You Money" ist dein Frühlingshit.

Rah Rah – Chip Off The Heart

Wenn ihr bei einer Show ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr einschätzen könnt, wer eigentlich welches Instrument spielt und wer hier jetzt überhaupt singt, dann seid ihr mit vermutlich auf einem Konzert von Erin, Kristina, Joel, Marshall und Jeffrey aka "Rah Rah" gelandet. Die fünf Musiker aus Regina in Kanada sind im wahrsten Sinne des Wortes Multiinstrumentalisten und tauschen Geige gegen Drums, Gitarre gegen Klavier. Und singen? Das tun eigentlich alle. Herausstechend sind trotzdem Erin und Kristinas Stimmen, die mal bittersüß daherkommen, sich dann aber wieder samtweich in deine Ohrmuschel setzen. "Chip Off The Heart" macht sich gut auf deinem MP3-Player, ist aber nur ein Vorgeschmack auf die kreativ-skurrile Live-Performance. Im April kommen sie nach Deutschland. Nichts wie hin.

Snoh Aalegra – Emotional

Als Snoh Aalegra vor ein paar Monaten den Song "Bad Things" mit Rapper Common veröffentlichte, kannte man die junge Schwedin eigentlich noch gar nicht. Trotzdem oder gerade deshalb funkelte es in unseren Augen. Denn das, was sie machte war irgendwie neu, dunkel und böse. Die Single "Emotional" von ihrer ersten EP kommt nicht mehr ganz so dunkel, dafür aber mit einer ordentlichen Portion Vintage-Funk und Soul um die Ecke. Was gut klingt, ist auch gut gemacht. Hinter den Reglern stand nämlich niemand Geringeres, als RZA vom Wu-Tang Clan. Wir sind gespannt welche Asse die Dame noch im Ärmel hat.   

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AnnenMayKantereit – 21, 22, 23

Everything Everything – Distant Past

Lowell – I Love You Money

Rah Rah – Chip Off The Heart

Snoh Aalegra – Emotional

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