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Jetzt 9010 Kummer

Info Felix Brummer von Kraftklub hat unter seinem echten Nachnamen Kummer sein Leben im von Rechtsradikalismus geprägten Chemnitz verarbeitet. "9010" (2019) war die Postleitzahl der Stadt, als sie in der DDR noch Karl-Marx-Stadt hieß.

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Tracks der Woche #11/15 Brodinski, Mountain Goats, Tobias Jesso, Kendrick Lamar

Wow. Brachial und böse aus Frankreich, melancholisch und düster aus den USA und emotional und belastend aus Kanada. Unsere Tracks der Woche drücken ziemlich auf die Seele. Trotzdem oder gerade deshalb wird deine Woche gut werden.

Von: Franziska Niesar

Stand: 09.03.2015

Tracks der Woche 11/2015 | Bild: Universal, Billions, Le Creative Sweatshop, James Marshall, BR; Montage: BR

Wir haben in Musikblogs gewühlt, bei Konzerten genau hingehört und fleißig Platten eingekauft. Das sind die neuesten Titel im PULS Programm: Diese Songs solltet ihr diese Woche hören.

Brodinski feat. SD - Can't Help Myself

Man nehme: Brachiales à la The Prodigy, eine Prise Südstaaten-Trap-Sound und eine ordentliche Portion Dancefloor-Beschallung. Das, was dabei herauskommt, nennt sich "Can’t Help Myself" von Louis Rogé a.k.a. Brodinski aus Frankreich. Zusammen mit dem Kollegen Gesaffelstein aus Lyon produzierte er vor zwei Jahren "Black Skinhead" auf Kanye Wests Album "Yeezus". Schon damals wurde Brodinskis Erfolgsrezept klar: Düstere Mondschein-Mucke trifft auf helle Sonnenschein-Sounds. Und weil man zu zweit weniger allein ist, macht er mal gemeinsame Sache mit Daft Punk, mal mit Theophilus London oder auch dem kanadischen Durchstarter Kaytranada. Bei "Can't Help Myself" ist Rapper SD aus Chicago der Gegenspieler der Wahl.

Heems feat. Dev Hynes - Home

Über zwei Jahre ist es jetzt her, dass die HipHop-Crew Das Racist aus Brooklyn auf unserem PULS Festival in München ihre Trennung bekannt gegeben hat. Seitdem stehen wir - zumindest gedanklich - vor der Bühne und warten auf eine neue Überraschung. Und endlich: Ex-Das Racist-Rapper Himanshu Suri a.k.a. Heems veröffentlicht seine erste Soloplatte "Eat, Pray, Thug". Für "Home" holt er sich den hyperaktiven Dev Hynes a.k.a. Blood Orange ins Boot: schräg klirrende Gitarren treffen auf zarte Vocals und softe Drums. "Home" ist ein Herzschmerz-Song, wie er im Buche steht. Es geht um unkontrollierbare Anziehung, unglückliche Momente, den Zwiespalt zwischen Nähe und Distanz. Für uns gewinnt die Nähe, denn wir wollen mehr von Heems. Ganz klar.

Tobias Jesso Jr. - How Could You Babe

Er sieht aus wie der große Bruder, den sich viele Mädels wünschen. Leider kann man mit ihm nicht vor den Freundinnen angeben, weil Tobias Jesso Jr. lieber stundenlang in seinem kleinen Zimmer in Vancouver hockt und melancholische Balladen auf seinem Klavier schreibt. Obwohl Jesso eigentlich Gitarrist ist und sich mehr aus Zufall am Piano versucht. Anfangs kann er nur ein paar wenige Akkordfolgen spielen und deswegen muss er erst einmal - im wahrsten Sinne des Wortes - langsam machen. So entstehen aber seine wunderbaren Balladen. Ob Zufall oder nicht, der fast märchenhafte Erfolg gibt seiner Arbeitsweise Recht. Im März erscheint sein Debütalbum "Goon" mit anschließender Tour durch Kanada, USA und Europa. "How Could You Babe" ist seine erste Single und versöhnt alle kleinen Schwestern, deren Brüder sich nie blicken lassen.

Kendrick Lamar - The Blacker The Berry

Clever, cleverer, Kendrick Lamar. Erinnert ihr euch noch an Kendricks letzte Single? Diese sehr poppig-cheesige Nummer namens "i"? Klar. Denn die Single verschaffte dem Rapper aus Compton, Kalifornien, nicht nur ein Ohr im Mainstream, sondern gleich zwei Grammys. Und das für einen Song, der gar nicht mal so nach Kendrick Lamar klang. Wurscht. Der schlaue Kerl nutzt den Grammy-Hype und droppt direkt nach dem Gewinn seinen neuen Song "The Blacker The Berry". Und der hat wieder alles, was wir an dem Dr.-Dre-Schützling lieben: fette Drums, starke Lyrics mit politischer Aussage - es geht um Bandenkriege, darum, dass sich Gangs gegenseitig umbringen, weil der eine vielleicht eine etwas dunklere Hautfarbe hat, und darum, wie heuchlerisch es ist, im gleichen Atemzug gegen weiße Polizisten auf die Straße zu gehen. Harter Stoff, guter Track.

The Mountain Goats - Heel Turn 2

Nach zwei Jahren Stille bringen Peter Hughes, Jon Wurster und John Darnielle a.k.a. The Mountain Goats wieder ein neues Album. Der Titel "Beat The Champ" thematisiert den völlig unterschätzten Sport Wrestling: "It was low-budget working class-entertainment, cheap theater." Der erste Song der Platte ist "Heel Turn 2". Wer in die Bläser bei Songs wie "Transcendental Youth" von den Kaliforniern verliebt war, der wird hier nicht ganz auf seine Kosten kommen. Dafür gibt’s aber wieder altbekannten Folk, viel Gitarre, John Darnielles unverkennbare Stimme und ein grandios emotionales Klaviersolo am Ende. Funktioniert eh immer.

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Jeden Freitag zählen wir runter: Im Countdown von 20 bis 1 feiern wir die Songs, die ihr und wir diese Woche besonders ins Herz geschlossen haben. Und ihr könnt die Charts (ganz legal) manipulieren...

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Brodinski feat. SD - Can't Help Myself

Heems feat. Dev Hynes - Home

Tobias Jesso Jr. - How Could You Babe

Kendrick Lamar - The Blacker The Berry

The Mountain Goats - Heel Turn 2

Diese Abstimmung ist keine repräsentative Umfrage. Das Ergebnis ist ein Stimmungsbild der Nutzerinnen und Nutzer von BR.de, die sich an der Abstimmung beteiligt haben.


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