9

Vorgestellt // Coconami Zwei Japaner in München

Japanische Anmut trifft auf bayerisches Liedgut und heimelige Flötenklänge. Die beiden Wahl- Münchner von Coconami bewegen sich mit ihrem Sound zwischen bayerisch-traditionsbewusst und minimalistisch-zerbrechlich.

Stand: 05.12.2009 | Archiv

Coconami | Bild: Trikont

Die Mischung ist ein Erfolgsrezept: bayerisch-japanisch. Oder anders: Zwei Ukulelen, eine Stimme. Ab und an wird das Instrumentarium aufgestockt mit Kalimba, Tenorflöte oder gar einer leiernden Spieluhr. Sanfte, launige, anmutige Musik. Einmal auf bayerisch, einmal japanisch, gerne auch Coverversionen wie vom Ramones-Hit "Sheena Is A Punk Rocker" und altehrwürdige bayerische G'stanzl.

Verliebt in Schwarzbrot und bayerischen Dialekt

Nami, die zarte Stimme des Duos, hat eine lückenlose Musikervita. Sie hat mit vier Jahren Klavierspielen angefangen, sodann ihre Vorliebe fürs Singen entdeckt. Es folgen unzählige Jahre im Schulchor und schließlich ein Gesangsstudium in Japan. Verliebt in deutsche klassische Musik wird ihr klar: Sie muss hier her! In München studiert Nami Musiktherapie, hier stolpert sie über die Liebe fürs bayerische Volkstum und den Dialekt.

Miyaji, groß und schlaksig, ist der zweite Teil des Duos. Der gelernte Bäcker ist der Kerl für die virtuosen Ukulelenlänge bei Coconami. Als sein Meister in Japan aber ständig von den tausenden Sorten Schwarzbrot in Deutschland geschwärmt hat, hat Miyaji kurzerhand seine Koffer gepackt.

Nami (links) und Miyaji (rechts) mit Bandspezl Ferdl Schuster.

Zwei musikfanatische Japaner in München, das schreit nach einer Band. 2006 erblickt Coconami das Licht der Welt. Ein Jahr später erscheint "Mi-Na", ihre erste Platte, allerdings nur in ihrem Heimatland Japan. Getourt wurde auch und das mit Münchner-Frauenkirchturm-hohem Erfolg. 2008 denkt sich dann das Münchner Label Trikont: Was Japan hat, will Bayern auch und veröffentlicht das Album "Coconami".

Sushi und Bier

Moment, in manchen G'stanzln klingt der Sänger doch sehr nach einem richtigen Prachtbayern. Und ja: Ferdl Schuster ist einer. Der Besitzer der japanisch-bayerischen Wirtschaft Nomiya im Münchner Viertel Haidhausen hat die beiden Musiker von Coconami für die bayerischen Klänge begeistert. Seitdem ist er Spezialgast des Duos, als bayerisches Schwergewicht und Liedlschreiber.

Irgendwo zwischen Schwarzbrot, zweisprachigen Plattencovern, Sushi mit Bier und japanischen Bräuchen kreieren Miyaji und Nami als Coconami einen Sound, der glücklich macht.


9