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Vorgestellt // Candelilla Kompass auf Grenzgang

Candelilla platzen vor Umtriebigkeit: Immer voller wird ihr Tourkalender, immer weiter die Strecken zu ihren Konzerten. Nach ihren Aufnahmen bei Nirvana-Produzent Steve Albini in Chicago haben sie sich in Berlin und Polen für euch warm getourt.

Stand: 04.02.2013 | Archiv

Wer der Wahrheit auf der Spur ist, braucht Pioniergeist und Mut. "We choose the truth" brüllen die Münchnerinnen Candelilla deshalb auf ihrem neuen Album "Heart Mutter", genauso entschieden wie beschwörend. Wer könnte auf dieser Suche besser helfen als ein alter Haudegen in Sachen Rockmusik: Kein geringerer als Steve Albini, einst Produzent von Pixies und Nirvana. Unfassbar aber wahr: Der Kontakt zur Produzenten-Legende kam über eine einfache E-Mail zustande: geschrieben, abgeschickt. Eine Woche später saßen Candelilla ungläubig vor der Antwort. Steve Albinis Feedback: Klar, kommt vorbei. Ende September 2011 düsen Candelilla also für zwei Wochen nach Chicago in Albinis Studio.

Mit dabei: Instrumente, Riesenvorfreude und auch ein mulmiges Gefühl. Aber der Produzent präsentierte sich - Zitat! - als "coole Sau": Freundlich, arbeitswütig und voller Ideen, drauf und dran, den Sound zu optimieren. Sein Lieblingssatz: "I might have an amp for this" - sprach's und verschwand in den Tiefen seines Studios, um kurz darauf grinsend immer neues Equipment anzuschleppen.

Die Richtung für das neue Album "Heart Mutter" ist klar: Candelilla haben sich mit musikalischen und sprachlichen Grenzgängen einen Namen gemacht. Sie treibt der ständige Versuch, Post-Rock, Grunge und Experimentalrock umzumodeln, weiterzudenken, freizulassen aus dem Korsett üblicher Konventionen.

Selbstständigkeit und Eigenwille springen den Hörer aus Songs von Candelilla geradezu an: Unkontrollierter Ausdruck und rohe ungeschliffene Gefühle verpackt in Rock, deutsch-englische Gesangsparts und Lärm. Candelilla treiben ihre Sprache an Grenzen - und Songstrukturen und herkömmliche Klangvorstellungen gleich mit.


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