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Info Seeed standen 2018 vor einer schwierigen Aufgabe: Nach dem Tod von Frontmann Demba Nabé auflösen oder weitermachen? Die Berliner entscheiden sich für den zweiten Weg. Mit "Ticket" (2019) haben sie ihre Ode ans Leben geschrieben.

09:12 Uhr She Says Gurr

Tracks der Woche #20/19 SLAV, Fatoni, Everyone You Know, slowthai, BANKS

Markenklamotten, neue Tattoos, Experimentierfreudigkeit und DIY-Charme: Die Tracks der Woche leben Style durch und durch in Bild, Text und Ton.

Von: Jan Limpert

Stand: 10.05.2019 | Archiv

Collage von SLAV, Fatoni, Everyone You Know, slowthai, BANKS | Bild: Steph Wilson, Everyone You Know, Jan Philip Welchering, Masa Stanic, Slowthai

SLAV – FILA

Es gibt die ungeschriebene Style-Regel, niemals unterschiedliche Markennamen in einem Outfit zu kombinieren. Textlich fokussiert sich SLAV zwar klar auf FILA, aber im Video läuft der Marken-Crossover dann doch etwas aus dem Ruder. SLAV stylet sich in Lacoste und Nike, läuft im nächsten Moment in Adidas-Sweatpants durchs Bild, trägt sie mit Converse-Kicks und scheißt damit klar auf Stilregeln. Vielleicht macht er das aber auch nur, um möglichen Vorwürfen der Schleichwerbung aus dem Weg zu gehen, denn eine Klage am Hals wäre entsprechend blöd - und nicht jeder kann sich so leicht aus der Affäre ziehen wie die 187 Strassenbande oder Cathy Hummels.

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SLAV - FILA (prod. by KANE) (Official Video) | Bild: plusvieracht (via YouTube)

SLAV - FILA (prod. by KANE) (Official Video)

Fatoni – Clint Eastwood

"Sie reden nur noch von Klamotten, Klamotten, Klamotten, Klamotten, Klamotten und Drogen und Drogen und Drogen und dann gehen sie shoppen und shoppen und shoppen. Ich würde das so gerne fühlen, aber ich finde das alles so dumm und frage mich: War das denn wirklich je anders, oder bin ich nur nicht mehr jung?" Jaja, früher war halt vieles besser... Die Kugel Eis hat nur 50 Cent gekostet, in der Glotze waren Serien wie "King of Queens" noch der Shit und ein Hypebeast hieß zum Beispiel einfach nur Kevin und hatte als einziger in der Klasse immer die neuesten Turnschuhe an. Fatoni macht in seinem Song "Clint Eastwood" zwar klar, dass er langsam zu alt für den neuen Rap-Shit ist, beweist aber gleichzeitig, dass er den anderen skill-mäßig immer noch Jahre voraus ist.

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Fatoni - Clint Eastwood (prod. Dexter) | Bild: Fatoni (via YouTube)

Fatoni - Clint Eastwood (prod. Dexter)

Everyone You Know – The Drive

Die Halbbrüder Harvey und Rhys müssen nicht von Statussymbolen und Frauen rappen, um gefeiert zu werden. Sie müssen auch nicht ins teuerste Studio gehen, um starke Beats zu bauen. Als Everyone You Know spielen sie nach ihren ganz eigenen Regeln und haben Erfolg damit. Ihre Songs produzieren sie in einer frisierten Garage und gesungen wird über die Struggles in der eigenen kleinen Provinz-Hood. Für ihre Beats verwenden die Jungs noch echte Gitarren und Bässe, Songintros dürfen noch länger als 10 Sekunden dauern. Mit dieser Kombi haben sie einen Plattendeal in Rekordzeit abgegriffen, denn nur vier Wochen lang blieben ihre Songs unentdeckt auf Soundcloud, bis die ersten Vertragsangebote um die Ecke kamen.

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Everyone You Know - The Drive (Official Video) | Bild: EveryoneYouKnowVEVO (via YouTube)

Everyone You Know - The Drive (Official Video)

slowthai – Nothing Great About Britain

Zugegeben, man braucht schon ein wenig, um den Beat zu checken, denn der kommt mega sloppy daher und pfeift generell auf Taktgrenzen. Aber auch darüber hinaus sticht slowthai gerne aus der Masse heraus. Der Brite hat sich zum Beispiel gleich mal den Titel seines neuen Tracks auf den Bauch tätowieren lassen. Aber "Nothing Great About Britain" ist ja eh schon längst das Motto seines Schaffens, denn Theresa May und Brexit werden in regelmäßigen Abständen abgewatscht. Wenn es nach slowthai geht, wird eh bald ein neuer König den englischen Thron besteigen, denn immerhin hat slowtahi Excalibur aus dem Stein gezogen! Da ist es nur logisch, dass er sein Video mit dem Statement "I’m the fucking King" beendet.

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slowthai - Nothing Great About Britain | Bild: slowthaiVEVO (via YouTube)

slowthai - Nothing Great About Britain

BANKS – Gimme

0815 kann jeder - und genau deshalb setzt BANKS bei "Gimme" auf ungewöhnliche Soundkombinationen: der bouncige Synthie klingt wie von Justin Timberlakes 2000er Hit "My Love" geliehen und die Vocals im Intro wirken durch den Vocoder-Effekt total abgespaced. Zufall? Wohl kaum, wenn ihr euch mal das krasse All-Star Producer-Team anschaut, das hinter "Gimme" steckt. Mit Hudson Mowhake, Buddy Ross und BJ Burton hat sich BANKS richtige Cracks ins Studio geholt, die sonst als Producer und Songwriter für Kanye, Frank Ocean und Bon Iver arbeiten – also für genau die Künstler, die für ihre Experimentierfreudigkeit berühmt geworden sind. Passt wie Faust auf Auge zu BANKS, die klanglich schon immer ihr eigenes Ding durchgezogen hat.

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BANKS - Gimme (Official Audio) | Bild: banksVEVO (via YouTube)

BANKS - Gimme (Official Audio)

Sendung: PULS am 13.05.2019 - ab 10.00 Uhr