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Rechtliches Der richtige Dreh

Es hilft nichts - auch als Amateurfilmer muss man sich an einige Regeln halten. Was du beim Filmemachen darfst, musst und sollst - hier kannst du prüfen, ob du an alles gedacht hast.

Stand: 08.08.2010 | Archiv

Der richtige Dreh

Menschen: Alle Leute, die in deinem Film auftauchen, müssen damit auch einverstanden sein. Es ist verboten, jemanden ohne dessen Einwilligung auch nur mit dem Mikro aufzunehmen. Auch filmen darf man niemanden ohne dessen Erlaubnis - außer, er geht "in der Menschenmenge unter". Wenn du sicher gehen willst, lass dir das Einverständnis schriftlich geben. Am besten bereitest du ein Formular vor, auf dem alle unterschreiben, die dabei waren.

Drehgenehmigung

Wie kann ich filmen, wo ich eigentlich nicht dürfte? "Drehgenehmigung" heißt das Zauberwort: Lass dir schriftlich bestätigen, dass du dort drehen darfst - und das Material später im TV und im Internet für Südwild nutzen darfst. Eine (bestätigte) E-Mail oder ein Fax reichen. Notfalls auch eine Bestätigung von einem Verantwortlichen vor laufender Kamera.

Bei kleineren Firmen und Behörden (auch auf Bahnhöfen und Flughäfen) sprichst du mit dem Chef oder dem "zusändigen Mann" bzw. der "zuständigen Frau". Bei Größeren gibt es extra eine Pressestelle.

Wenn du Personen filmst oder interviewst, hol dir auch dazu das O.K. - am besten auf Band oder du lässt dir diese Vereinbarung (PDF) unterschreiben. Etwa so: "Wir fangen jetzt mit dem Interview an, das Ganze kommt dann demnächst eventuell im Bayerischen Fernsehen in der Sendung Südwild und bei suedwild.de - in Ordnung?"

Achtung: Die Drehgenehmigung immer zum Dreh mitbringen - die Menschen neigen zur Vergesslichkeit...

Herausragende öffentliche Persönlichkeiten während ihrer öffentlichen Tätigkeit (z.B. Bürgermeister bei einer Rede) und Personen, die deutlich zu erkennen geben, dass sie gefilmt werden wollen (z.B. Stars bei Pressekonferenzen oder auf dem roten Teppich), kannst du natürlich immer filmen. Problemlos sind auch Umfragen unter Privatpersonen im öffentlich zugänglichen Raum, wenn Kamera und Mikrofon deutlich sichtbar sind und klar ist, für welchen Zweck konkret gefilmt wird, z.B. für die Sendung Südwild im Bayerischen Fernsehen.

Faustregel: Sobald jemand "individualisiert" - als Person zu erkennen ist und nicht anonym bleibt, diesen erst fragen und dann die Kamera einschalten.

Orte, Gebäude, Grundstücke

Im frei zugänglichen, öffentlichen Raum darf man filmen, also auf Straßen, Plätzen oder im Freien. Du darfst ohne Erlaubnis alles filmen, was jeder Mensch sehen würde, ohne ein Grundstück oder Gebäude zu betreten.

Vorsicht: Vom "öffentlichen Raum" aus darfst du nicht in offene Türen oder Fenster filmen, auch nicht durch Hecken oder irgendwelche Lücken. Du darfst nicht filmen, wo Menschen davon ausgehen können, dass dieser Raum nicht für jeden ohne Weiteres sichtbar ist. Also nicht einfach so in Privathäusern, Gärten, Schwimmbädern, Behörden, Geschäften, Einkaufszentren, Kaufhäusern, Kneipen, Freizeitparks - ja sogar fürs Oktoberfest und manche Fußgängerzonen braucht man eine Drehgenehmigung. Unbedingt vorher checken!

Achtung, Sicherheitsdurchsage: Du darfst bei deinem Dreh niemanden behindern, gefährden oder anderweitig stören. Außer, der Drehort ist gesichert und gekennzeichnet. Oft muss das Vorhaben auch noch vom Ordnungsamt abgesegnet werden! Ganz beliebt: Ein Haus filmen - und dabei auf der Straße oder dem Radweg stehen: Die Radfahrer nieten dich einfach um - oder du die Radfahrer. Beides ist schlecht für Mensch und Gerät - und im Zweifel zahlst du das Schmerzensgeld.

Schneiden, Vertonen, Mischen

Musik, Bild- und Videorechte klären: Eines der heikelsten Themen beim Filmemachen ist die Verwendung von Musik. Denn du darfst für TV- und Onlinevideos bei Südwild keine Musik verwenden, die dir nicht ausdrücklich für dieses Video genehmigt wurde. Nur weil man die CD bezahlt hat oder sie irgendwo runterladen kann, darf man sie noch lange nicht in einem Film verwenden. Auch kostenlose Musik ist so gut wie immer nur für den Privatgebrauch und nicht fürs TV und Internt freigegeben.

Für Südwild gilt: Bei selbst gemachter Musik brauchst du von jedem Sänger, Musiker, Komponisten, etc. eine Bestätigung, dass das Musikstück ins Video darf. Eventuell haben wir auch Musik für dich, frag uns danach! Wenn du GEMA-pflichtige Musik verwendet hast, schick uns den Film einfach nochmal ohne Musik, wenn es technisch möglich ist.

Du darfst auch keine "fremden" Bilder oder Videos verwenden, die dir nicht ausdrücklich für dieses Internet- oder TV-Video genehmigt wurden. Schnell mal ein Bild oder ein Video irgendwo runterladen und in deinen Film einbauen - das geht nicht. Es gibt kostenloses Material (z.B. Creative Commons License) - aber es ist schwer zu finden, oft nur für den Privatgebrauch freigegeben und meist nicht zur Sendung im TV oder im Internet. Eventuell haben wir auch Bild- oder Videomaterial für dich, frag uns danach!

Veröffentlichung

Vor dem Hochladen die Nutzungsbestimmungen genau lesen!

Ist dir klar, was mit deinem Video passiert? Je nachdem, wo du hochlädst, darf dein Video zum Beispiel verändert werden, gekürzt, geschnitten - manchmal gibt's auch Geld dafür. Oder es werden Werbespots drangeklebt - und du machst plötzlich Werbung für Zahnpasta! Bei Südwild ist das natürlich anders: Du packst keine Werbung in dein Video und wir machen keine Produktwerbung mit deinem Clip.

Ist dir klar, welche Rechte du genau abtrittst? Auch hier die Nutzungsbedingungen genau lesen.

Übergibst du zum Beispiel nur das Recht, deinen Film auf dieser Plattform zu zeigen oder auch woanders? Darf es auch im TV gesendet, auf anderen Internetportalen oder bei Festivals gezeigt werden?

Wenn du unter 18 bist: Ist das alles auch für deine Erziehungsberechtigten o.k.? Wenn du unter 18 bist, müssen deine gesetzlichen Vertreter dem Ganzen zustimmen, und zwar schriftlich.

Und zum Schluss: Alles nochmal checken!

Hast du die Rechte bzw. die Erlaubnis eingeholt für Musik, Videos, Bilder, Menschen? Ist die Musik freigegeben? Ist das Videomaterial freigegeben? Hast du die Rechte an Bildern? Sind alle gezeigten Personen einverstanden, dass sie ins Fernsehen oder Internet kommen?

Wenn du einen journalistischen Film machst

• Ist das Thema wahrheitsgemäß dargestellt? Weißt du sicher (durch deine Recherchearbeit), dass alles stimmt? Du hast es nicht nur von anderen gehört ("Hörensagen"), aus der Zeitung, dem Fernsehen etc.? Immer direkt nachfragen!

• Hast du alle an der Geschichte Beteiligten fair zur Sache befragt? Wenn du über jemanden berichtest, solltest du auch seinen Standpunkt kennen. Entweder aus sehr verlässlicher Quelle oder indem du selbst mit ihm gesprochen oder gemailt und Antwort erhalten hast.

• Hast du auch Gegenmeinungen berücksichtigt? Auch wenn es nicht deiner Meinung entspricht: Du solltest auch die Gegenmeinung zu Wort kommen lassen. Gerade das macht einen fairen Beitrag aus.

• Hast du Namen, Orte, Zeiten nochmal Überprüft? Ultrapeinlich und auch rechtlich nicht sauber: Falsche Ortsnamen, Personennamen, Zeiten. Lieber zweimal checken.

• Dein Beitrag darf niemanden herabsetzen oder ihm schaden. Wenn man über Missstände berichtet, muss die Kritik auf beweisbaren Tatsachen begründet sein. Dann kannst du ruhig klar deine Meinung sagen und bewerten, was du nicht in Ordnung findest.

• Und natürlich: Keine puren Beleidigungen, blanken Diffamierungen,kein Rassismus, keine Gewaltverherrlichung, kein Porno,... Ist ja klar!


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