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Vorgestellt // Manual Kant Die letzten tighten Wigga

Wenige Bands wehren sich so sehr gegen ihr Potential wie Manual Kant. Anstatt einen Indie-Hit nach dem anderen rauszufeuern, machen die weirden Landshuter jetzt eine Mischung aus Blues und HipHop und sind damit straighter Punk.

Von: Florian Kreier

Stand: 01.06.2015 | Archiv

Man sollte ihnen endlich mal sagen, dass ...

... sie eine verdammte Hitmaschine sind. Aber irgendwie schaffen sie es, das seit Jahren geheim zu halten. Wie machen sie das bloß? Die erste Single der neuen Platte "Gib den Kindern" könnte auch gut 60 Wochen auf Platz 1 der Indiecharts stehen. Was wir sagen wollen: Vor KraftKlub und Casper brauchen sich Manual Kant bestimmt nicht verstecken.

Sie werden berühmt, weil ...

... sie jetzt eine ganz neue Strategie fahren: die Moneyboy-Strategie. Das bedeutet, sie hauen ihre Tracks ausschließlich auf Youtube raus und das auch nur, wenn sie gerade Bock haben. Diese Mischung aus DIY, Generation Youtube und "Wir scheißen auf alles" verdient unseren aufrichtigen Respekt, weil viele Zeitgenossen das nämlich genau andersrum machen: geile Website, Facebook, aber leider scheiß Songs.

Ihre neue Platte wird …

...eine Mischung aus Blues, Stonerrock und HipHop. Das klingt so dermaßen an aktuellen Trends vorbei, dass es nur den verschrobenen Exil-Landshutern einfallen kann. Das Beste daran ist aber, dass es nicht verwunderlich wäre, wenn sie genau damit einen ganz neuen Hype lostreten würden.

Wikipedia weiß noch nicht, dass ...

... es Manual Kant eine Zeit lang gar nicht mehr gab. Kurz bevor die Band aber endgültig für tot erklärt werden konnte, stieg gottseidank kurzerhand ihr Produzent an der Gitarre ein. Der Herr ist übrigens kein Unbekannter, er hat nämlich zum Beispiel die aktuelle Platte von den Mundart-Rappern Dicht und Ergreifend gemischt.

Ihr Proberaum ist …

... irgendwo zwischen München, Landshut und Berlin. Auf diese drei Städte verteilen sich die Mitglieder von Manual Kant nämlich aktuell. Klingt nicht gerade danach, als würden die drei Kants viel Zeit miteinander verbringen. Aber wie das mit Visionären immer so ist, steckt dahinter wahrscheinlich irgendeine total ausgeklügelte Strategie. Wundern würde es uns nicht.


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