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Band der Woche // Joasihno Die Rube-Goldberg-Variationen

Neue Bandmitglieder casten kann ja jeder - Joasihno bauen sich lieber welche. Auf ihrem neuen Album "Meshes" musizieren Cico Beck und Nico Sierig mit einem DIY-Roboter-Orchester. Das klingt so abgefahren wie es klingt.

Von: Malte Borgmann

Stand: 22.04.2016 | Archiv

Was man wissen muss...

...Experimentierfreudig waren Cico Beck und Nico Sierig von Joasihno schon immer. Ihre Live-Auftritte zum Beispiel hatten was von einer Wanderausstellung der obskursten Musikinstrumente aus den hinterletzten Winkeln der Welt. Jetzt aber haben Joasihno dem abgeschossenen Vogel die Krone aufgesetzt: Für ihr neues Album haben sie ein ganzes Arsenal an abgefahrenen Maschinen zusammengebastelt, das motor- und hydraulikbetrieben auf dutzenden Klangkörpern rumdängelt. Ihr eigenes Roboter-Begleit-Orchester sozusagen.

Ihr Proberaum ist...

...wohl eine Mischung aus Hightech-Labor, Renaissance-Wunderkammer und riesiger Rube-Goldberg-Maschine. Als wären Karlheinz Stockhausen, Leonardo da Vinci, Terry Gilliam und ein verrückter Kirmesbudenbetreiber aus dem 19. Jahrhundert fürs Interior Design zuständig gewesen. Und nebenbei bekifft. So stellen wir uns das zumindest vor. 

Ihre neue Platte wird...


...maximal verspielt, maximal verspult, maximal versponnen. Ein ähnlich schrulliges Audio-Abenteuer wie "Meshes" haben wir jedenfalls schon lange nicht mehr gehört. Ständig fragt man sich: Machen diese Instrumente und Maschinen da eigentlich gerade was sie sollen oder was sie wollen? Vermutlich wissen das auch Joasihno nicht so genau. Und vermutlich bereitet genau das ihnen die größte Freude.

Musik für...

...Menschen, die auch mit E-Musik-Experimentalisten wie Steve Reich oder Philipp Glass etwas anfangen können - sich aber trotzdem keinen elitären Hochkultur-Snobismus angeeignet haben, sondern lieber einen Baukasten von fischertechnik. Vielleicht sind euch aber auch Philipp Glass und fischertechnik völlig egal und ihr seid lediglich auf der Suche nach ein paar kuschlig-trippigen Tracks, zu denen ihr selig lächelnd wegdriften könnt. Dann sind Joasihno ebenfalls genau euer Ding.

Mögen wir, weil...

...das was Joasihno machen, Wahnsinn von der allerschönsten Sorte ist und kindlich im besten Sinn: Liebevoll, spielerisch, im Grunde völlig nutzlos und gerade deswegen so toll. Unhatebar.


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