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Das Panda-Konzept Sechs Gründe, warum Cro so erfolgreich ist

Er hat Deutschrap wieder hip gemacht und landet mit seinen Alben verlässlich in den Charts. Jetzt erscheint Cros neue Platte "Melodie". Aber was hat er, was andere nicht haben? Wir erklären, warum das Panda-Konzept so gut aufgeht.

Von: Lili Ruge

Stand: 03.06.2014

Cro neues Album | Bild: Delia Baum

1. Maske zum Knuddeln

Im Gegensatz zu Sidos fiesem Totenkopf hat sich Cro eine niedliche Pandamaske ausgesucht. Die schreckt keinen ab und schaut trotzdem cool aus. Ablegen will Cro die Maske angeblich nie und nimmer, denn sie bietet Schutz davor, an der Supermarktkasse oder im Club erkannt zu werden. Sie hat aber noch einen Effekt: Cro wird durch die Maskierung zum Mysterium. Er ist mehr als nur ein Mensch: eine stets gutgelaunte Kunstfigur im Knuffellook. Und die lässt sich prima vermarkten. Obwohl mittlerweile schon Fotos von dem Gesicht von Carlo Waibel aus Aalen, dem Mann hinter Cro, auftauchten - so ganz sicher kann man sich nicht sein, wer die Person ist, die sich hinter dem Panda verbirgt.

2. Mädchenschwarm zum Anhimmeln

Früher gab es N'Sync und die Backstreet Boys, heute fallen die Mädels bei Cro-Konzerten reihenweise in Ohnmacht. Der Grund: Cro funktioniert nach dem Prinzip "One-Man Boy Band": In seinen Songs himmelt er ein unbekanntes Mädchen X an. X darf am aufregenden Leben des Popstars teilnehmen, um die Welt reisen, Geld ausgeben, immer an der Seite des beliebtesten Skinny-Jeans-Trägers des Landes. Das liefert Stoff für zahllose Tagträume in langweiligen Mathe-Stunden und verankert die Begeisterung tief im Unterbewusstsein der weiblichen Fans.

Das Panda-Konzept

3. Mainstream-Rap zum Wohlfühlen

Cro verkörpert selbst seine Zielgruppe: erbarmungslos optimistisch, verschwenderisch und super stylish. Mit seiner Mischung aus Rap und Pop können auch diejenigen was anfangen für die die Mutterficker-Texte eines Bushido oder das Drogen- und Waffengelaber eines Haftbefehl wie bedrohliche Nachrichten aus einer fernen Galaxie klingen. Cro nimmt sie an die Hand und sagt, "Hey, Rap kann auch nett sein". Er besingt den sommerlichen Gute-Laune-Hedonismus von BWL-Studenten und "Irgendwas-Mit-Medien"-Hipstern - unterlegt mit "chilläxten" Beats. Cro ist der Prototyp des neuen Metrosexuellen. Für seine Fans gibt es eine ganze Palette an Merch, mit dem sie sich selbst auf Cro stylen können. Und echte Checker kleiden sich in VioVio, seinem eigenen Modelabel ein.

4. Crew zum Liebhaben

Egal, was man vom Cros Label Chimperator hört: es klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Vorbei die Zeiten, in denen gemeine Major Labels den Künstlern diktierten, wie sie zu klingen haben, um Platten zu verkaufen. Bei Chimperator entwickelt ein Haufen cooler Leute coole Konzepte zusammen mit coolen Künstlern. Dass sich das alles am Ende hervorragend verkauft, wirkt immer ein bisschen wie ein Zufall und natürlich ist genau das die Masche.

5. Lifestyle zum Identifizieren

In Interviews betont Cro immer wieder, dass er seinen Erfolg selbst "unfassbar" findet. Dass er mit seiner Musik mittlerweile Millionen verdient, die er in Immobilien investiert, liegt einfach daran, dass alle lieben, worauf Cro Bock hat. Wahrscheinlich stimmt das sogar. So nervig man diese zur Schau gestellte Naivität findet, so gut lässt sie sich verkaufen. Andere würden mit dem Geld, ihren fetten Ami-Schlitten und den 24 Karat-Goldketten prahlen. Cro etabliert ein anderes Wertesysem: Er kauft sich einen Vintage-Mercedes, limitierte Nikes und schreibt R'n'B-Songs darüber, dass man mal wieder chillen sollte. Er lebt mit seinen schicken Freundinnen und coolen Homies ein Bilderbuchleben zwischen Edel-Streetwear und endloser Party vor. Ein Lifestyle, mit dem sich die Zielgruppe gut identifizieren kann. Auch wenn er am Ende genauso unerreichbar ist wie Diamanten-Grillz.

6. Rezept zum Geld machen

Teile des neuen Albums hat Cro wieder im Keller seiner Mama aufgenommen, in dem schon "Easy" entstanden ist. Süß! Aber das System Cro: jung, lieb, gutaussehend wird nicht ewig funktionieren. Cro selbst weiß das natürlich und nimmt daher jetzt noch einmal alles mit, was geht. Eins muss man ihm aber lassen: Cro hat genau erkannt was die Instagram-Jugend 2014 braucht – und wofür sie ihr Geld ausgeben will. Na dann, take the Money and run!


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baummann, Dienstag, 28.April, 09:00 Uhr

1. pipidu

hallo ihr vollspasten