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#whothefuckisbeck 5 Gründe, warum Beck auch 2015 kein Loser ist

Nach Paul McCartney und Missy Elliott verwirrt auch Beck die Twitter-Gemeinde: Als der US-Sänger seinen Grammy entgegennimmt, trendet das Hashtag #whothefuckisbeck. Dabei sollte man ihn auch dieses Jahr wieder auf dem Schirm haben.

Von: Hardy Funk

Stand: 09.02.2015

US-Sänger Beck Hansen live auf dem Planeta Terra Festival 2013 | Bild: Marcos Méndez/picture-alliance/dpa

Beck hat bei den Grammys zwar nicht so abgeräumt wie Sam Smith - aber dafür hat sein Album "Morning Phase" den Preis für das beste Album des Jahres bekommen. Das ist allerdings nicht der einzige Grund, warum all die #whothefuckisbeck's auf Twitter eher peinlich waren. Denn der US-Sänger und Multiinstrumentalist ist auch 2015 einer der spannendsten und unberechenbarsten Musiker. Fünf Gründe, warum Beck alles andere als ein Loser ist:

1. Beck ist und bleibt der König der Slacker

Gleich mit seinem ersten Song hat Beck den Slacker-Thron bestiegen: "Loser" wird 1994 zur Hymne aller Eckensteher und Leistungsverweigerer. Auf dem Höhepunkt von Grunge und Alternative Rock kommt der Song genau richtig und bringt das Lebensgefühl der Slacker auf den Punkt. Das verspulte Video, in dem Beck unter anderem einen Sarg durch die Gegend zerrt, läuft bei MTV rund um die Uhr. Dass Beck selbst das mit dem Loser eher ironisch gemeint hatte? Geschenkt!

2. In seinen Adern fließt Künstlerblut

Becks Vater ist ein berühmter Dirigent, Komponist und Arrangeur - der auch bei Alben von Michael Jackson, Linkin Park oder Beyoncé für angemessen opulente Streichersätze gesorgt hat. Seine Mutter ist Schauspielerin, die in der berühmten Factory von Andy Warhol ihre ersten Filme gedreht hat. Und der Großvater? War einer der wichtigsten Fluxus-Künstler. Beck atmet seit Kindertagen Kunst. Kein Wunder, dass auch er selbst bald ein Bohème-Leben als Künstler führt: Mit 14 bricht er die Schule ab und schlägt sich stattdessen als Straßenmusiker und Poetry Slammer durch. Vielleicht gehört zu diesem Künstlerdasein auch, dass Beck - wie sein Vater - Scientologe ist. Eine Sache, über die er nur ungern redet.

3. Beck schert sich nicht um Konventionen

Schon auf seinem ersten Album "Mellow Gold" mixt Beck nach Lust und Laune Blues, Folk und Grunge mit HipHop, Samples und Alltagsgeräuschen. Und singt, nuschelt und rappt sich durch absurd-lustige Textcollagen - zu einer Zeit, als Kurt Cobain und Co. nur todernst herausschreien, wie beschissen alles ist. Auf dem nur ein paar Monate später erscheinenden Album "Odelay" kommen Elektro und Soul dazu, danach alles von Tropicana bis Singer-Songwriter-Balladen. Aber nie ohne einen Twist.

4. Er will, dass du seine Musik wertschätzt

Streaming? Downloads?Album-Apps? Kümmert Beck alles nicht groß: Ihm geht es nur um die Musik. 2012 veröffentlicht er ein Album nur in Form von Notenblättern. Damit sich jeder selbst möglichst intensiv mit den Songs auseinandersetzt und seine eigenen Versionen produzieren muss. Okay, das ging vielleicht einen Schritt zu weit. Aber die Richtung ist sympathisch. 2014 kam zum Glück wieder ein neues, richtiges Album raus. Und für dieses Jahr ist schon das nächste angekündigt. Als Schallplatte, CD, Download und im Stream. Schon irgendwie besser so!

5. Beck ist ein Gentleman

Als Beck am Sonntagabend seinen Grammy entgegennimmt, stürmt Kanye West auf die Bühne und ist drauf und dran, seinen Taylor-Swift-Move von den VMAs 2009 zu wiederholen. Damals wie heute ist er der Meinung, dass Beyoncé den Award mehr verdient hätte. Beck reagiert wie immer - absolut gentlemanlike: "I thought she was going to win. Come on, she's Beyonce!" sagt er nach dem Vorfall, "I still love [West] and think he's a genius. I aspire to do what he does." Keine Spur von Eitelkeit. Obwohl man auch das verstehen könnte.


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