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Info Impala Ray kriegen's gewuppt: Mit dem Herzen im Altmühltal und mit dem Kopf in San Fransciso schneidern sie sich "Bay Folk" zurecht. Das sitzt so gut, dass alle drauf stehen, von Entertainment-TV-Morningshows bis zu Musik-Nerds.


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Soundschublade Was ist eigentlich Vaporwave?

Aus illegalen Foren des Deep Web dröhnt entstellter Esoterik Pop. Vaporwave bettet verlangsamte Musik aus alten TV-Werbespots und verfremdete Samples auf wabernde LoFi-Elektronik und wird millionenfach geklickt.

Von: John Wohlmacher

Stand: 16.04.2016

März 2016. Aufruhr in Internetforen! Der Besitzer eines Nischenlabels verkündet lautstark, dass seine Nische am Ende ist: Vaporwave is dead! Sofort bricht Streit aus - Fans und Musiker diskutieren, ob wirklich alles vorbei ist – dabei fragt sich der Großteil der Menschheit immer noch: was zum Teufel ist eigentlich Vaporwave?

Wir schreiben das Jahr 2011. Die elektronische Musikerin Ramona Andra Xavier aus der Hipsterstadt Portland, Oregon, veröffentlicht unter dem Pseudonym Macintosh Plus im Netz ihr Album Floral Shoppe. Ein Popmusikalisches Experiment, in dem viel Musik aus Werbung durch den Fleischwolf gedreht wurde – als clevere Satire einer kommerzialisierten Nutzung von Hintergrundmusik.

Mit all den stark verlangsamten Samples von 80er und 90er Jahre Pop ist das Album tatsächlich ein bizarres Gesamtkunstwerk. Die Songtitel sind allesamt in japanischer und chinesischer Schrift. Auf dem Cover: eine griechische Büste und ein Foto der Skyline von New York, absichtlich schrecklich zusammengeschustert mit Photoshop. Die Musik klingt ebenso fremd wie vertraut. Und Floral Shoppe wird zu einer kleinen Internet-Sensation, die sich auf YouTube bis heute fast sechs Millionen Menschen angehört haben.

Japanische Schriftzeichen, griechische Büsten und 80er Jahre Samples

Inspiriert von Floral Shoppes Ästhetik tauchen plötzlich anonyme Alben auf Internetportalen wie YouTube, Bandcamp und Soundcloud auf. Überall japanische Schriftzeichen, griechische Büsten und pastellfarbenes Design. Aus den wabernden Elektrosounds tauchen stark verzerrte Samples von längst vergessenen 80er Jahre Hits auf. Vaporwave ist geboren.

Der Name ist eine Abwandlung von Vaporware, eine Bezeichnung aus den 90er Jahren für nie veröffentlichte Softwareprogramme. Ganz wichtig in dem Genre: Die Anonymität – die erlaubt den Musikern den freien Umgang mit Samples, ohne dass sie Angst haben müssen, verklagt zu werden. Und trotzdem hat die Szene ihre eigenen Stars.

Vaporwave ist tot? Von wegen.

Zum Beispiel Blank Banshee. Ein kanadischer Musiker, der 2012 auf seinem Debütalbum Ideen der Vaporwave Kultur mit Trap und House Einflüssen verbindet. Nach der Veröffentlichung des Albums entwickelt sich das Genre weiter - Vaporwave wird zunehmend elektronischer. Statt einfach nur alte Songs zu verlangsamen, werden sie nun mit Samples zu Funk, House, Ambient oder Dance weitergedreht. Die Alben klingen immer futuristischer, die Konzepte werden undurchschaubarer. Eine Nacht in einem fiktiven 24-Stunden Supermarkt wird dabei ebenso thematisiert wie das Leben eines japanischen Sexroboters.

Viele der Vaporwave-Alben werden mittlerweile auf Audiokassetten veröffentlicht und sind gesuchte Sammlerstücke. Andere bleiben kostenlos und erreichen Millionen von Klicks auf YouTube und Soundcloud. Dass nun der Betreiber des erfolgreichen Labels Dream Catalogue Vaporwave für tot erklärt hat, ist kolossal übertrieben. In dem Genre gibt es keinen Abfall an Kreativität, sondern eher einen Anstieg an Popularität. Und der macht die Szene jetzt nervös - schließlich begann Vaporwave als Kritik der Konsumkultur, die nun droht, das Genre für sich zu entdecken.


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