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Brexit und die Musikszene "We're really fucked now"

Ellie Goulding, Lily Allen, Damon Albarn - viele britische Musiker sind fassungslos über die Brexit-Entscheidung. Über die Folgen für die EU wird gerade viel debattiert. Aber was bedeutet der Brexit für die britische Musikszene? Die Liste der Horrorszenarien ist lang.

Von: Jasper Ruppert

Stand: 30.06.2016

Musiker und der Brexit | Bild: BR

"Democracy has failed us“, die Demokratie hat uns im Stich gelassen. So äußerte sich Damon Albarn, Kopf hinter Blur und den Gorillaz, auf der Bühne des Glastonbury Festivals. Damit reiht sich Albarn in die lange Liste der britischen Musiker ein, die fassungslos sind über die Brexit-Entscheidung.

Für Stars wie Ellie Goulding wird sich zumindest in Sachen Verkäufe und Konzerte wenig ändern, für kleinere Bands kann es dagegen richtig schwierig werden, zukünftig in den EU-Ländern zu spielen: Touren werden mit hoher Wahrscheinlichkeit teurer und komplizierter. Eine große Rolle spielt dabei der Einbruch des Pfundes – das Reisen in Euro-Länder wird für Briten in Zukunft mehr kosten.

Noch haben die Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU noch nicht begonnen, aber die Liste der Horrorszenarien ist lang. Was den UK-Bands im schlimmsten Fall drohen kann: keine Visa-Freiheit! Das bedeutet, dass de Künstler für jedes Land, in dem sie spielen, ein Visum und vielleicht sogar eine Arbeitserlaubnis beantragen müssten. Und Zölle könnten ein noch größeres Problem werden: Wenn sich die britische Regierung und die EU richtig zoffen, kann es am Ende heißen, dass jede CD, jedes Bandshirt, jedes Poster, das verkauft wird, extra versteuert werden muss. Aber es gilt abzuwarten, was bei den Verhandlungen herauskommt.

Jeremy Pritchard, Bassist von Everything Everything, sagte im Puls-Interview, dass für UK-Bands das Touren in der EU genauso schwierig werden könnte wie das Touren in den USA. Hier gebe es schon gewaltige bürokratische Hürden. An Deutschland gerichtet entschuldigt er sich für den großen Teil seiner Landsleute, die für den Austritt gestimmt haben: "Wir sind nicht alle so – vergebt uns.“

Der Brexit betrifft aber nicht nur Bands, sondern auch die Musikindustrie als Ganzes. Die Produktion von CDs und vor allem Vinyl findet zum großen Teil auf dem europäischen Festland stand. Sollten Zölle kommen, wird der Austritt aus der EU auch richtig teuer für die Plattenfirmen. Schon vor der Abstimmung hatten David Joseph, Chef von Universal Music UK, und Martin Mills, Gründer der Beggars Group, geschrieben, dass der Brexit "ein wirtschaftliches, politisches, soziales und kulturelles Desaster“ werden würde. Hier geht es natürlich ums Geschäft: Der europäische Markt macht 25 Prozent der Album-Verkäufe der britischen Künstler aus. Und in kultureller Sicht sind zahlreiche Clubs auf der Insel betroffen: Sie profitierten in der Vergangenheit von Förderungsgeldern der EU.

Für britische Bands und die Musikindustrie ist der Brexit ein schwerer Schlag. Fast alle Musiker, die sich äußerten, sind so betrübt wie Albarn und Goulding. Eine Ausnahme ist Natasha Khan alias Bat For Lashes, die die Entscheidung verteidigt und als notwendigen Weckruf bezeichnet. Man kann es aber auch wie Noel Gallagher halten: Der konnte schon vor der Abstimmung nicht verstehen, warum man überhaupt das Volk fragt. Schließlich seien "99 Prozent der Leute dumm wie Schweinescheiße“.


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