Jetzt Nach Hause gehen Wanda

Info Wanda aus Wien haben sich 2012 gegründet. 2013 eroberten sie die Indieszene. Und dann kam 2014 der Hit aller Hits: "Bologna". Aber seitdem haben sie nicht locker gelassen und hauen weiter Hits wie "Nach Hause gehen" (2019) raus.

Ungewohnt politisch Diese Fragen wirft das Taylor-Swift-Video auf

Taylor Swift hat eine neue Videosingle veröffentlicht. Wichtige News, nicht nur, weil es eine neue Taylor-Single gibt, sondern weil Taylor sich jetzt an politischer Haltung versucht. Dafür erntet sie aber auch Kritik.

Von: Lili Ruge

Stand: 18.06.2019 | Archiv

Taylor Swift im Musikvideo "You Need To Calm Down" | Bild: Taylor Swift

Taylor Swifts neuer Song ist gerade Talk Of Town. Er geht um und an Leute, die ihren Hass in die Welt brüllen: Rechte Hetzer, die es nicht ertragen können, wenn Menschen nicht ihrem engen Weltbild entsprechen. Aber darüber wird eher am Rande berichtet. Das Thema, das die Schlagzeilen beherrscht, ist ein Cameo-Auftritt von Katy Perry. Damit wird ein fast zehn Jahre währender Beef endlich beigelegt. Dabei ist die politische Botschaft des Songs nicht zu übersehen: Jeder, der seine Zeit damit verbringt, gegen Menschen zu hetzen, die "anders" sind, soll sich mal entspannen, findet Swifty. Ein Plädoyer für eine liberalere Gesellschaft. Das Video zu "You Need To Calm Down" ist eine Parade der Ikonen der LGBTQ-Szene: Talk-Masterin Ellen Degeneres, TV-Host Ru Paul und Schauspielerin Laverne Cox von Orange is The New Black gehören zum Cast. Also: Richtig viele Promis sind zu sehen. Und während die im Video bunt und perfekt angezogen die Sonne genießen, stürmen ein paar homophobe, ungepflegte und offenbar ungebildete Rednecks die Szene, um mit Schildern gegen Taylors Pride-Parade zu demonstrieren. Abgerundet wird das Ganze am Schluss mit dem Aufruf zu einer Petition auf Change.org für "Nationale Rechte, die alle gleich behandeln."

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Taylor Swift - You Need To Calm Down | Bild: TaylorSwiftVEVO (via YouTube)

Taylor Swift - You Need To Calm Down

Taylor Swift entdeckt ihre politische Haltung

Das neue politische Engagement ist insofern erstaunlich, als dass sich Taylor Swift jahrelang mit politischen Aussagen zurückgehalten hat. Nicht mal als rechte Trolle sie als arisches Postergirl vereinnahmen wollten, hat sie sich gewehrt. In einem sehr persönlichen und selbstkritischen Post hat sie vor kurzem geschrieben, dass Erlebnisse in den letzten Jahren sie zum Umdenken gebracht haben. Vor ein paar Wochen hat sie sich dann gegen die LGBTQ-feindliche Gesetzgebung in ihrer Heimat Tennessee geäußert und demokratische Politiker unterstützt.

Kann dieser Popsong die Welt verbessern?

Taylors neues politisches Engagement wird aber auch kritisiert. Ihr wird zum Beispiel "Queerbaiting" vorgeworfen, also dass sie sich nur mit homosexuellen Positionen schmückt, um die Verkäufe anzukurbeln. Außerdem schürt auch Taylor Swift ihrerseits Vorurteile. Der "Feind" wird als klischeehafter Südstaaten-Proll überzeichnet, der der tollen bunten Welt der queeren Menschen gegenübergestellt wird. Die Frage ist aber: Sind wirklich die flaggenschwenkenden Demonstranten die Feinde und nicht eher die Anzugträger, die an der strukturellen Diskriminierung homosexueller und queerer Menschen mitwirken? So hat die Trump-Administration den amerikanischen Diplomaten verboten, die Regenbogenflagge während des Pride-Monats Juni vor ihren Botschaften zu hissen. Die symbolische Unterstützung für die Rechte der LGBTQI-Community war unter Obama eingeführt worden.

Unter dem Youtube-Video von Taylor Swift, in dem für ihre Petition auf change.org geworben wird, finden sich zudem alle möglichen Links: zum Erwerb der Single, zum Merch-Shop und den Social-Media-Kanälen von Swift. Einzig der Link zur Petition fehlt. Das lässt Kritiker an der Ernsthaftigkeit des politischen Anliegens von Taylor Swift zweifeln.

Gossip als Ablenkung

Gerade angesichts dieser Kritik ist der Move, sich mit Katy Perry in dem Video zu versöhnen, besonders schlau: Jetzt sprechen alle darüber, ohne die Ernsthaftigkeit der politischen Haltung von Taylor Swift infrage zu stellen.

Sendung: PULS am 18.06.2019 - ab 15 Uhr