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Spotify-Playlisten Die Liste macht den Hit

50 Prozent aller Spotify-User hören Musik nur über Playlisten. Deswegen werden diese für Künstler immer wichtiger. Auch der Streamingdienst hat die Macht der Listen längst erkannt. Aber wer darf eigentlich drauf?

Von: Hakan Tanriverdi

Stand: 02.06.2015

Spotify Playlists | Bild: Screenshot Spotify

Wenn es um Musik und um Erfolg geht, wollen alle Künstler so sein wie Lorde. Die wurde weltberühmt - innerhalb von sechs Tagen. 2013 veröffentlichte sie den Song "Royals". Er landete umgehend in der Playlist "Hipster International" auf Spotify, mehr als 800.000 Menschen folgen dieser Liste. Der Song verbreitete sich ab da von selbst - gestern No-Name, nächste Woche Superstar.  So schnell kann es mit der Hilfe von Playlisten gehen, sagt Marie Heimer von Spotify: "Die meisten unserer Nutzer hören Musik über Playlisten." Marie nennt die Listen auch "Mixtape des 21. Jahrhunderts". 50 Prozent der User konsumieren Musik hauptsächlich über diese Listen - darum sind sie so wichtig.

Glück gehabt: Sängerin Lorde ist 2013 in die richtige Playlist gerutscht - und hat ihren Erfolg damit wohl auch Spotify zu verdanken.

Kürzlich hat Spotify sich selbst ein Update verpasst: "Spotify Now" heißt eine neue Funktion, mit der die Hörer nun am Ende eines Tages sehen können, welche Playlisten sie sich angehört haben. Darunter sind oft sogenannte "Mood-Playlisten" wie "Workout", "Chillen" und "Party", die Spotify zusammenstellt, um seinen Usern in einer bestimmten Situation die passende Musik zu liefern.

Welche Playlist ist die richtige für den Song?

Die Manager der Künstler haben es längst auf die Playlisten bei Spotify abgesehen. Sie überlegen sich bei jedem Song: In welche Playlist muss er rein, um bekannt zu werden? Wer soll seine Musik hören? Manche Listen sind besonders wichtig - wie "Today's Top Hits", in der Spotify immer 50 aktuelle Hits aus aller Welt vorstellt. Landet ein Song in dieser Liste, sei fast schon garantiert, dass er sich weltweit verbreitet, weiß Marie Heimer.

Zuletzt habe das "Headlights" von Robin Schulz gezeigt: Die Single war in Deutschland schon in den Top 10, als sie in den großen, globalen Playlisten auftauchte - und gleichzeitig in die Top 30 von Spotify rutschte:

"Solche Playlisten helfen vor allem dabei, eine Band mit gewissem Bekanntheitsstatus auf ein anderes Level zu heben und in Ländern groß zu machen, in denen sie bisher vielleicht nicht gehört werden."

Marie Heimer von Spotify

Erst die Mitarbeiter, dann der Algorithmus

Wenn Labels keine eigenen großen Playlisten haben, wollen sie in die großen von Spotify. Ob das klappt, entscheiden Mitarbeiter. Danach greifen die Algorithmen. Sie analysieren den Song, um herauszufinden, wie viele Leute ihn tatsächlich hören wollen: "Wenn 99 Prozent der Leute den Song skippen, also den nächsten Song hören wollen, dann ist er vielleicht nicht geeignet.", sagt Heimer. Dann fliegt der Track vermutlich gleich wieder raus. Hören die Leute den Song aber bis zum Ende, bleibt er drin und ist damit auf dem besten Weg zum Welthit - so wie damals Lordes "Royals".


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