Jetzt Abendland Yassin

Info Dass Yassin an der Seite von Größen wie Dexter, Maeckes und Audio88 glänzen kann, hat der Berliner schon oft bewiesen. Dass er auch komplett allein eine super Figur macht zeigt sich jetzt in der Pazifismus-Hymne "Abendland" (2018)

South By South West Einreiseverbot für SXSW-Bands - it's complicated

Musiker aus aller Welt spielen jedes Jahr auf dem South By South West Festival in Austin, Texas. Einigen wurde dieses Mal jedoch die Einreise in die USA verweigert. Liegt das nur an Trumps Einwanderungspolitik?

Von: Malte Borgmann

Stand: 15.03.2017 | Archiv

SWSW-Grafik | Bild: BR

Sie wurden stundenlang verhört, in Handschellen abgeführt, mussten in einer Zelle übernachten und dann mit dem nächsten Flieger postwendend zurück nach Hause reisen: Die Erfahrungen, die die italienische Band Soviet Soviet letzte Woche am Flughafen von Seattle gemacht hat, klingen alles andere als einladend.

Eigentlich sollte die Band auf dem South By South West (SXSW) spielen – einem der wichtigsten Musikevents weltweit. Jedes Jahr im März tummelt sich quasi die gesamte Musikindustrie in Austin, Texas: für Vorträge, Konferenzen und Konzerte, Konzerte, Konzerte. Tausende Musiker und Bands aus aller Herren Länder nutzen hier die Chance, sich Labels, Bookern, Managern, PR-Agenturen und Journalisten zu präsentieren – für junge, unbekannte Künstler kann die Einladung zum SXSW den Beginn einer großen, internationalen Karriere bedeuten. Vorausgesetzt sie schaffen es überhaupt in die USA einzureisen.

Auch andere Bands wurden zurückgeschickt

In den letzten Tagen haben neben Soviet Soviet noch drei weitere SXSW-Acts von ähnlichen Problemen bei der Einreise berichtet - die Londoner Jazzband United Vibrations und Yussef Kamaal, die kanadisch-ägyptische Hardcoreband Massive Scar Era und der dänische Produzent ELOQ. Viele sehen in diesen Vorfällen eine direkte Folge der Einwanderungs- und Abschottungspolitik der Trump-Regierung.
Die Erklärung liegt nah, ganz so einfach ist es aber nicht. Denn die Bestimmungen zur Einreise in die USA waren schon vor Donald Trump äußerst streng. Wer zum Beispiel als Musiker in den USA auftreten und touren möchte, der benötigt dafür ein Arbeits- beziehungsweise ein sogenanntes Performancevisum. Und wer das beantragt, muss sich auf einen monatelangen Papierkrieg und tausende Dollar Unkosten gefasst machen.

Da sich dieser Aufwand für einen kurzen Auftritt auf dem SXSW schlicht nicht lohnt (und für viele Newcomer-Bands auch gar nicht zu bewältigen ist), wird hier seit Jahren im rechtlichen Graubereich gearbeitet. In der Regel bekommen Musiker für ihre Gigs auf dem SXSW keine Gage – es handelt sich um sogenannte Showcase-Gigs, bei denen man sich der Musikindustrie und der Presse präsentiert.

Das Problem ist nicht neu

Da sie also kein Geld verdienen, war es bis dato üblich, dass SXSW-Artists mit einem normalen Touristenvisum einreisen – und den Behörden bei Bedarf ihre Einladung zum Festival vorlegen. Trotzdem: Ob so eine "Showcase-Ausnahme" wirklich rechtens ist, darüber streiten amerikanische Anwälte.

Es ist gut möglich, dass US-Grenzbeamte bei solchen Ausnahmen im rechtlichen Graubereich unter Trump deutlich strenger entscheiden – sei es aufgrund direkter Anweisungen oder aufgrund des allgemeinen Klimas in Land und Behörden. Beweisen lässt es sich aber nicht ohne weiteres.

Man darf außerdem nicht vergessen, dass solche Vorfälle zur Zeit deutlich größere Aufmerksamkeit erhalten und schneller dramatisiert werden. Auch unter Obama hatten Musiker immer wieder Probleme mit den strengen amerikanischen Einreisebestimmungen. Sogar Adele musste 2009 ihren Auftritt auf dem SXSW absagen – wegen Visa-Problemen.