Kampf gegen Sexismus Australiens Musikszene hat die Schnauze voll

Unter dem Hashtag #meNOmore wehrt sich jetzt die Musikbranche in Australien gegen sexuelle Übergriffe und Belästigung. In einem offenen Brief schreiben Frauen über ihre Erfahrungen im Musikbiz und sagen dem Sexismus den Kampf an.

Von: Benjamin Kanthak

Stand: 12.12.2017

#metoo | Bild: BR

In Australien haben Frauen aus der Musikindustrie jetzt genug und wollen unter dem Hashtag #meNOmore auf die Missstände in ihrer Branche aufmerksam machen. In einem offenen Brief fordern sie, dass sexuelle Übergriffe und Belästigung ein Ende haben müssen. Das ist die logische und wichtige Fortsetzung nach #metoo - dem Hashtag, der die längst überfällige Sexismus-Debatte global angestoßen hat und jetzt auch Australiens Szene erreicht.

Schweden und Australien sind Vorreiter

Der australische Hashtag #meNOmore ist inspiriert durch einen offenen Brief schwedischer Musikerinnen, der schon Mitte November für Aufsehen sorgte: über 2000 Frauen unterschrieben die Forderung, dem Sexismus im schwedischen Musikbusiness endlich ein Ende zu setzen. In Australien haben in den ersten 24 Stunden auch schon über 600 Frauen den offenen Brief unterschrieben und es kommen immer neue Unterzeichnerinnen dazu. Neben Anwältinnen, Managerinnen und Mitarbeiterinnen von Labels, Verlagen und Booking-Agenturen gehören auch Musikerinnen wie Courtney Barnett oder Isabelle Manfredie von The Preatures zu den Unterstützerinnen - Frauen aus allen Teilen der Branche sind dabei.

Mit Wahrheit gegen Sexismus

Viele teilen ihre Erfahrungen und Geschichten unter dem offenen Brief, um den Tätern deutlich zu machen, dass sie nicht mehr unentdeckt bleiben werden. Die Frauen in der australischen Musikbranche sprechen jetzt, damit sich endlich etwas ändert!

"Working backstage for a huge international act, their tour manager looked me in the eyes and as he told the room there were only two types of women: bitches and sluts."

Eine anonyme Unterstützerin der Kampagne

Die deutsche Musikszene hat die Debatte so explizit wie in Schweden oder Australien zwar noch nicht erreicht - was aber nicht bedeuet, dass Sexismus bei uns nicht existiert. Zu wenige Frauen gibt es in unserer Musikszene nämlich auf jeden Fall - und da fängt das Problem schon an.

Sendung: filter vom 12. Dezember 2017 - ab 15 Uhr.