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Nürnberg.Pop Festival 2016 Nuremberg in your heart

Heute verwandelt sich die Nürnberger Altstadt zum sechsten Mal in ein Epizentrum musikalischer Neuentdeckungen. Wir sagen euch, warum ihr das Nürnberg.Pop nicht verpassen solltet – und wie die Gründer ihr Festival sehen.

Von: Alexandra Karg

Stand: 21.10.2016

Drangsal | Bild: Jim Rakete

Nuremberg in your heart – so lautet das Motto des diesjährigen Nürnberg.Pop. Eine Herzensangelegenheit für Zuschauer und Veranstalter: Das Festival hat Nürnberg nicht nur auf den Radar der deutschen Musikszene gebracht: Locations und Line-up sorgen für eine ganz besondere Atmosphäre.

Ein gutes Händchen

Bewusst haben sich die Veranstalter bei den Spielstätten auch in diesem Jahr wieder für eine Mischung aus Gewohntem und Überraschendem entschieden – Konzerte gibt es sowohl im Szene-Club Rosi Schulz, in verschiedenen Kneipen und im Künstlerhaus als auch in Locations, in denen normalerweise keine Musik stattfindet. Schon mal an ein Konzert zwischen Jeansregalen gedacht? An HipHop in einer Kirche oder Livemusik im Plattenladen? Das gibt es bei Craemer&Co, Blutsgeschwister, in der Klarakirche oder bei Goldvinyl.

Regionale und internationale Acts

Ähnlich abwechslungsreich sieht es auch beim Line-up aus: Regionale bayerische Bands wie Monday Tramps, Blue Pine Theatre oder Robocop Kraus tummeln sich neben den Großstadtkindern wie Drangsal und den Kytes. Mit der Band Phoria reicht die Reichweite sogar bis ins englische Brighton. So verschieden wie die Herkunft der Musiker sind auch Musikstile: von Rock über HipHop bis hin zu melancholischen Synthie-Sounds. Mit dabei sind auch Impala Ray mit ihrem "BayFolk", der Franke Brickwater, Hip-Hop von Juse Ju sowie Schlakks und die melancholischen Klänge von Josin. Fünf Acts haben wir noch mal extra vorgestellt.

Mehr als Musik

Auf dem Nürnberg.Pop geht es aber nicht nur um Musik. Auch Kunst, Film und Theater kann man bestaunen: Die Künstlerin und Designerin HANNAH, die auch für das Artwork des Festivals verantwortlich ist, wird beispielsweise bei einer Live-Painting-Session ein Auto bemalen. Die Fotografen Claudia Holzinger und David Häuser zeigen in einer Ausstellung ihre "fotografische Liebeserklärung an die Nacht".

David Lodhi und Thomas Wurm haben das Nürnberg.Pop Festival vor sechs Jahren unter anderem gegründet. Den beiden haben wir vor dem Festival noch ein paar Fragen gestellt:

Das Nürnberg.Pop Festival findet 2016 zum sechsten Mal statt. Wie groß ist die Rolle des Festivals mittlerweile für die Popkultur in der Region Franken?

David Lodhi: Ich glaube, dass es für die Szene und die Stadt sehr wichtig ist, weil wir auch dieses Jahr wieder 45-50 Prozent regionale Bands haben und es uns auch wirklich am Herzen liegt, die regionale Musikszene durch das Festival zu fördern. Wir waren erst vor kurzem auf dem Reeperbahn Festival und haben da festgestellt, dass es jetzt auch in ganz Deutschland angekommen ist. Es hat gedauert und sicher hat es noch nicht die Streitkraft einer anderen großen Stadt, aber durch beharrliche Arbeit sind wir jetzt da angekommen, wo wir hinwollen.

Was treibt euch an, jedes Jahr so ein großes Festival zu organisieren?

Thomas Wurm: In erster Linie geht es natürlich um den Spaß an der Freude. Aber grundsätzlich geht es auch darum, Nürnberg aus seinem provinziellen Dasein rauszuholen, denn die fränkische Musikszene ist großartig. Es liegt uns am Herzen, eine Plattform zu bieten für die Bands hier aus der Gegend, damit die auf sich aufmerksam machen können und eine Möglichkeit haben, auch rauszukommen aus der Stadt. Da steckt schon viel Herzblut drinnen – natürlich auch an unserer Stadt. Wir hatten im Musikbusiness oft die Möglichkeit auch in Städte wie Berlin oder Hamburg zu gehen, aber das war für uns nie ein Thema. Wir sind gerne in Nürnberg und machen das gerne für Nürnberg.

Das Line-up dieses Jahr ist spannend, aber vor allem auch sehr abwechslungsreich – von Drangsal über Kytes bis hin zu Impala Ray – also alles so zwischen 80s-Pop, Rap und Folk. Nach welchen Kriterien sucht ihr die Bands denn aus?

David Lodhi: Grundsätzlich ist natürlich der persönliche Gusto entscheidend. Wir würden nie eine Band buchen, mit der wir gar nichts anfangen können. Dann gehört natürlich auch ein glückliches Händchen dazu, also sehr früh zu erkennen, dass das was werden könnte. Eine Band wie Drangsal oder Von Wegen Lisbeth könnten wir uns bei ihrem derzeitigen Status Quo nicht mehr leisten – da haben wir früh genug zugeschlagen. Das ist ein bisschen wie Zocken an der Börse.

Es gibt zwar insgesamt zwanzig Auftrittsorte beim Nürnberg.Pop. Trotzdem sind die Kapazitäten der Locations begrenzt. Hast du einen Tipp für die Besucher?

Thomas Wurm: Also wenn ich eine Band unbedingt sehen will, dann sollte ich versuchen, eine halbe Stunde vorher da zu sein. Man sollte das Festival generell als Gesamtes sehen und nicht nur wegen einer Band hingehen – das ist nicht die Idee dahinter. Die Idee ist, die Stadt zu erleben und verschiedene Locations zu entdecken, in denen vielleicht noch nie Musik gespielt wurde.


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