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Musik aus dem Smartphone Gegenwart und Zukunft des mobilen Streamings

Spotify, Apple Music, TIDAL - sie alle bieten Musik, die länger spielt als das monatliche Datenvolumen reicht. Aber in der Mobilfunkbranche tut sich was. Wir zeigen euch die Gegenwart und die Zukunft des mobilen Musikstreamings.

Author: Dominic Holzer

Published at: 6-8-2015 | Archiv

Mobiles Musikstreaming | Bild: BR

Es soll mal eine Zeit gegeben haben, da musste man für Musik unterwegs noch MP3-Player mit sich rumschleppen. Heute reicht das Smartphone, das man eh dabei hat. Aber: Zu Hause Kabel ans Telefon und Songs rüberziehen - das war und ist umständlich. Gut, dass es Streamingdienste gibt. Aber die bringen nur was, solange das Datenvolumen reicht. Und dann ist das mit dem Kabel gar nicht so anders, als die Option, Songs "offline" verfügbar zu machen. Das muss man aber auch zu Hause machen oder irgendwo, wo es WiFi gibt. Zum Glück bleibt das eine Momentaufnahme. Wir zeigen euch, was sich gerade tut.

Das kennen wir schon: Mobilfunker mit Streamingdienst

Große Mobilfunkkonzerne kooperieren bereits mit Streamingdiensten: Vodafone bietet einen Tarif mit integriertem Deezer-Abo an, O2 und sein Billigheimer BASE werben mit einer Napster-Music-Flat und "Meine Musik. Jederzeit. Überall." Dieses Versprechen endet aber ganz schnell da, wo es kein WiFi mehr gibt. Tatsächlich lässt nur T-Mobile seine Kunden wirklich unbegrenzt Musik hören. Für bis zu 15 Euro werden Songs am regulären Datenvolumen einfach "vorbeigestreamt" - allerdings nur in Verbindung mit Spotify.

Das tut sich gerade: Ein Mobilfunker streamt sie alle

In den USA geht T-Mobile gerade einen großen Schritt weiter. Als nur dritte Kraft im Lande sind sie mit ihrem CEO John Leger um keine Frechheit verlegen, ihren Konkurrenten AT&T und Verizon eins auszuwischen. Darum wirbt T-Mobile dort auch offensiv mit "Music Freedom". Bedeutet: Bislang 33 Anbieter wie Spotify, Google Play und Soundcloud streamen unbegrenzt aufs Handy oder Tablet, seit vergangener Woche auch Apple Music. Verfechter der Netzneutralität kritisieren dieses Vorgehen schon länger. Kritik regt sich aber auch in den eigenen Reihen: Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG, sieht die Preispolitik seines US-Ablegers, also immer mehr Gimmicks für immer weniger Geld, auf lange Sicht skeptisch.

Das ist die Zukunft: Mobilfunkende Streamingdienste?

Unbegrenztes Musikstreaming auf allen Mobilgeräten - wenn sich auf absehbare Zeit kein deutscher Mobilfunkbieter dazu hinreißen lässt, dann vielleicht einer der Streamingdienste selbst. Apple könnte nämlich schon bald in den Mobilfunkmarkt drängen. Erst diese Woche hat eine Sprecherin des Konzerns solche Planspiele zwar offiziell wieder dementiert, Gerüchte um einen Apple-Mobilfunktarif halten sich aber bereits seit Jahren. Klar, vorerst will Apple es sich wohl nicht mit den Telekoms und Vodafones verscherzen, immerhin sind die ein wichtiger Vertriebskanal für iPhones und iPads. Aber wie gesagt, vorerst. Ob als Netzanbieter oder mit einer "Apple-SIM", die einen einfachen Wechsel zwischen bestehenden Providern erlaubt - dass die Musik dann exklusiv aus der "Apple Music"-Cloud käme, ist wohl schon ausgemachte Sache.


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