Punkrock, Breakdance und französischer Rap Fünf Musikdokus, die ihr umsonst streamen könnt

Musikdokus sind gerade der Hit auf Netflix und Co. - aber nur cool für Leute, die ein Abo haben. Es geht aber auch ohne: Diese fünf Musikdokus könnt ihr für lau in den öffentlichen rechtlichen Mediatheken streamen.

Von: Nina Lenz

Stand: 08.04.2019

1. Feine Sahne Fischfilet: Wildes Herz (ARD Mediathek)

Wenn man an Feine Sahne Fischfilet denkt, dann hat man automatisch den Frontmann der Band im Kopf: Jan "Monchi" Gorkow ist jemand, den man definitiv wiedererkennt. Früher war er überzeugter Fußballhooligan und steckt jetzt seine ganze Energie in die Musik - und in Engagement gegen Faschismus, mit tatkräftiger Unterstützung seiner Bandkollegen. Für die Doku wurde Monchi drei Jahre lang begleitet – übrigens vom Schauspieler Charly Hübner, der damit sein Regie-Debüt hatte. Man sieht Aufnahmen von Monchi als Kind, hört seine Eltern und ehemaligen Lehrer*innen und checkt immer mehr, warum dieser Mensch so ist, wie er ist.

2. Björk! (Arte Mediathek)

Es gibt Künstler*innen, die man wirklich feiert aber einfach nicht checkt. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist Björk eine davon. Aber die Isländerin hat extrem viele Künstler*innen geprägt und macht seit über 30 Jahren nicht nur Musik, sondern beschäftigt sich auch mit Mode und Fotografie. Das besondere an der Doku ist, dass Björk eigentlich keine Interviews gibt und sich erst recht nicht filmen lässt. Das Ganze funktioniert nur, weil der Regisseur ein alter Jugendfreund von ihr ist und sie ihm deswegen vertraut. So kriegt man zum Beispiel sogar die Trennung von ihrem langjährigem Freund mit.

3. BBoys (Arte Mediathek)

Auch wenn es in der heutigen HipHop-Szene nicht so aussieht: HipHop bestand mal aus mehr, als bloß Rap. Ein ziemlich großer Bestandteil waren die Breakdancer. Hätte man denen damals gesagt, dass ihr Sport vielleicht mal olympisch wird – sie wären wahrscheinlich ausgerastet. In der Doku kriegt man die volle Ladung Breakdance Knowledge: Von der Bronx, wo der Tanzstil entstanden ist, bis zu den Crews von Europa bis Korea, die es heute noch gibt. Mit dabei ist unter anderem auch die Rock Steady Crew, die als die Großmeister ihres Fachs gelten. Nach der checkt man, warum HipHop vor allem in den 70ern und 80ern so eine wichtige Kultur war.

4. Rize (Arte Mediathek)

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Rize (2005) - Trailer | Bild: indebioscoop (via YouTube)

Rize (2005) - Trailer

Auch wenn das Cover aussieht, als wäre es der nächste "Step up" Film, können wir euch beruhigen. "Rize" ist eine Doku über das Tanzen – aber in cool. Genauer gesagt geht’s hier um "Krumping", einem Tanz, der Anfang der 2000er an der Westküste der USA entstanden ist. Krumping war der Tanz für die Ghetto-Kids, die es sonst in ihrem Leben eher medium gut hatten. Statt sich gegenseitig in Schlägereien umzunieten, haben die Jugendlichen Tanzbattles veranstaltet, bei denen Krumping ein großer Teil war. Regie hat David LaChapelle geführt, der unter anderem das Musikvideo zu "Dirrty" von Christina Aguilera choreografiert hat. Lustigerweise hat er genau da zum ersten Mal Menschen "krumpen" sehen und war ab diesem Zeitpunkt begeistert.

5. French Game (Arte Mediathek)

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Suprême NTM: Hip-Hop aus dem Pariser Banlieue | French Game (1/11) | ARTE | Bild: ARTEde (via YouTube)

Suprême NTM: Hip-Hop aus dem Pariser Banlieue | French Game (1/11) | ARTE

Diese Doku ist unser kleiner aber feiner Geheimtipp. Klar, die USA spielt die größte Rolle, was Hip-Hop angeht - aber auch in Frankreich gibt es eine ziemlich große HipHop Kultur, und das nicht erst seit gestern. "French Game" ist eine 11-teilige Doku, die sich mit wichtigen Gruppen und Menschen beschäftigt, die die französische HipHop Szene mitgeprägt haben. Wie eine kleine Zeitreise fangen wir 1990 an und kriegen unter anderem erzählt, wie wahnsinnig prägend die Gruppe NTM war. Vielleicht wandert danach auch ein bisschen mehr französischer HipHop in eure Playlists.

Sendung: PULS am 08.04.2019 - ab 17.00 Uhr