Jetzt Mit allen Farben Mascha feat. Der traurige Gärtner

Info Die Österreicherin Mascha macht sich in ihrem Song "Mit allen Farben" (2019) stark für die Pressefreiheit und gegen die Einschüchterung von Leuten. Mit allen Farben mitmalen heißt nämlich in diesem Kontext seinen Mund aufzumachen.

11:02 Uhr G€LD Seeed

Refugee Rap Squad "Keine Lust auf traurige Benefizgeschichten mit Streichmusik"

Mit der neu gegründeten Refugee Rap Squad schleudert uns der Regensburger Rapper Maniac den nächsten Banger ins G’sicht. Im Interview erzählt er, warum die Kombo die Zukunft des Raps und alles andere als ein Sozialprojekt ist.

Von: Jasmin Körber

Stand: 06.04.2017

PULS: Kannst du mal kurz erklären, was die Refugee Rap Squad ist?

Maniac: Die Refugee Rap Squad ist einfach eine internationale Rap Gang: verschiedene Jungs aus verschiedenen Ländern – Afghanistan, Syrien, Senegal. Mit verschiedenen Slangs. Da ist auch mal ein bisschen bairisch mit drin oder ein deutscher Refrain. Ansonsten englisch, französisch, whatever, you know? Hauptsache der Flow is nice und der Style is nice.

Wie würdest du den Style der Squad beschreiben?

Hier entsteht wieder ne ganz neue Rap-Richtung. Das ist wie damals in New York, als die Gang Violence Zulu Nation geformt hat. Die Gewalt damals war krass. Und die haben das umgewandelt und was Gutes draus gemacht. So entstehen neue Styles und neue Slangs. Bei mir ist es ja genau so, ich mische ja auch deutsch, bairisch, englisch, da kennt man sich irgendwann auch nicht mehr aus. Aber man weiß trotzdem, worum es geht. Und so ist es bei den verschiedenen Sprachen der Jungs auch. This is the new revolutionary Style of Rap.

Was sind so die Themen, über die ihr rappt?

Das sind natürlich traurige Geschichten, aber wir haben jetzt keine Lust auf so traurige Benefizgeschichten mit Streichmusik. Die Jungs haben krasse Sachen erlebt und wir wollen das ganze Negative einfach ins Positive umschwingen. Und in Energie und Power und Message und auf eine unterhaltsame Art und Weise.

Das klingt jetzt ein bisschen wie ein Sozialprojekt im Jugendhaus…

Nein, das ist echt serious business. Das soll nicht süß sein. Da ist ne Menge Potenzial dahinter. Wir stehen natürlich noch am Anfang, aber es macht riesigen Spaß für mich und meinen Kollegen DJ Rufflow [von den Demograffics, Anm. d. Red.]. Wir lernen da ja auch krass viel. We all benefit from each other.

Wie habt ihr euch denn gefunden?

Wir haben uns letztes Jahr an der Berufsschule in Kelheim kennen gelernt. Da hatten Rufflow und ich den Auftrag, Workshops an der Schule zu geben. Also am Anfang war’s schon noch wie so ein Jugendhausprojekt: ein bisschen rappen, Spaß und Gaudi. Aber am Ende haben sich die besten fünf quasi selbst auserwählt. Wir haben in der Schule dann gesagt: wer Bock hat, kommt halt zu uns ins Studio nach Regensburg. Weil wir das alles nochmal auf ein anderes Level pushen wollten, ernsthaft an Tracks arbeiten und aufnehmen. Im Studio ist das auch immer noch was ganz anderes von der Umgebung her, als im Klassenzimmer. Das hat halt immer Unterrichtsflavour. Und mittlerweile haben sich die Jungs so krass gesteigert, dass das mittlerweile ein serious business geworden ist. Da steckt mittlerweile viel mehr dahinter, als nur ein Rapworkshop.

Wie geht’s weiter für die Squad?

Wir hatten jetzt ein großes Konzert in Regensburg und haben deshalb viel an Live-Performances gearbeitet. Jetzt wollen wir erstmal mehr im Studio arbeiten, mehr Aufnahmen machen, neue Tracks und neue Ideen verwirklichen. Das Level noch weiter hoch pushen und an einem Album oder einer EP arbeiten. Klar wird’s auch ein paar Koops geben, wo ich auch mitrappe, aber wir haben zum Beispiel einen Track, in dem es um Asylprobleme geht. Was soll ich auf dem Track? Das ist ihre Story. Für den Sommer gibt’s eh schon ein paar Bookings, auch für Festivals. Da wird’s dann einige Kombo-Shows mit den Demograffics und der Squad geben. Man kann die Jungs aber auch einzeln buchen, die sind eine Crew für sich. Y’all don’t even know what’s about to happen, yoooo!

Sendung: Freundeskreis, 07. April 2017 ab 10 Uhr