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Film // Lords of Chaos Die irre Story des norwegischen Black Metal

Brennende Kirchen, Mord und Black Metal - ein neuer Film erzählt die brutale Geschichte um die legendäre norwegische Band Mayhem. "Lords of Chaos" rutscht oft ins Bizarre ab - und kommt gerade deshalb der Wirklichkeit so nahe.

Von: Matthias Scherer

Stand: 19.02.2019

Screenshots aus "Lords Of Chaos" | Bild: Vice Films

Ein Selbstmord, ein Mord, und mehr als ein dutzend brennende Kirchen: Die Geschichte von Mayhem, der legendären norwegischen Metalband, klingt wie aus einem Horrorfilm. Aber sie ist wahr: Mayhems charismatischer Sänger, Per Ohlin aka "Dead", erschoss sich im Jahr 1991, zweieinhalb Jahre später wurde Gitarrist und Bandgründer Øystein Aarseth aka "Euronymous" grausam ermordet. Der Täter? Mayhems neuer Bassist, Varg Vikernes. Euronymous und Varg Vikernes haben ihr Heimatland erst mit ihrer brutalen Musik und später mit satanistischen Statements und Aktionen weltweit berühmt - oder besser: berüchtigt - gemacht. "Lords of Chaos", ein Film zwischen Drama, Rock-Biopic und Comedy, versucht diese irre Geschichte nachzuerzählen.

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Lords of Chaos Trailer #1 (2019) | Movieclips Indie | Bild: Movieclips Indie (via YouTube)

Lords of Chaos Trailer #1 (2019) | Movieclips Indie

Im Mittelpunkt des Films steht der Gitarrist Euronymous, gespielt von Rory Culkin, der Ende der 80er den Schweden Dead als Sänger von Mayhem castet, nachdem der ihm ein Demotape mit einer ans Kreuz genagelten Maus in der Post zuschickt.

Dieser Vibe passt perfekt zu Euronymous’ Idee, die heftigste und makaberste Band der Welt an den Start zu bringen. Deads Selbstmord ist bei dieser Mission scheinbar nur eine kleine Hürde: Als Euronymous seinen Sänger tot auffindet, ruft er nicht etwa die Polizei, sondern fotografiert die grausige Szene, um die Bilder als Marketingmaterial zu benutzen.

Der Möchtegern-Black-Metal-Mogul

“Lords of Chaos” enthält eine Menge solcher absurden Details. Black-Metal-Fans werden sie bereits kennen, Newbies werden sich oft denken: "WTF? Ist das WIRKLICH passiert?" Die Antwort lautet: ja. In manchen Fällen zeigt der Film sogar eine entschärfte Version dessen, was wirklich passierte - zum Beispiel beim blutigen Finale.

Rory Culkin spielt Euronymous als einen großmäuligen Wannabe-Mogul, dessen Geltungssucht um einiges größer ist, als sein musikalisches Talent. Varg Vikernes, gespielt von Emory Cohen, entwickelt sich von einem nerdigen Mayhem-Fanboy zu einem antichristlichen Extremisten - und schließlich auch zu einem gefühlslosen Mörder. Der ekelhafte Rassismus und die Homophobie des echten Vikernes wird in “Lords of Chaos” nicht thematisiert - die äußerten sich aber auch erst nach der Zeit, die der Film abdeckt.

Über die musikalische Seite der Black-Metal-Bewegung erfährt man im Film relativ wenig - was vielleicht mit mangelnden Songrechten zu tun hat. Wer dazu mehr erfahren will, ist besser mit der Doku "Until The Light Takes Us" beraten.

Trashig aber real

Der Ton, den der schwedische Regisseur Jonas Akerlund (u.a. Musikvideos für Madonna oder The Prodigy) in "Lords of Chaos" anschlägt, ist insgesamt etwas konfus: Keiner der Darsteller spricht norwegisch und es gibt viele unfreiwillig lustige Momente und ungelenke Dialoge. Dadurch wird es schwierig für die Zuschauer, komplett in die Story und die Szene von damals einzutauchen.

Andererseits sind die Real-Life-Charaktere und Ereignisse von damals auch einfach super schräg: Wenn Varg Vikernes zum Beispiel einen Journalisten einlädt und dann mit einem Schwert für ein Foto posiert, kann man nicht anders als lachen. Als Einstieg in die faszinierende, weirde und eben auch brutale Welt des Black Metal taugt "Lords of Chaos" aber auf jeden Fall - trotz, oder gerade wegen seines Trash-Faktors.

"Lords of Chaos" läuft ab dem 21.02.2019 im Kino und wird ab dem 15.03. auch als Video on Demand zu sehen sein.