Jetzt Dunkelblau Fynn Kliemann

Info Fynn Kliemann ist dieser Youtuber, der als "Der Heimwerkerking" bekannt geworden ist und allerlei Dinge baut. Aber er kann auch ziemlich gute Songs bauen. So zum Beispiel die Pop-Ballade "Dunkelblau" (2018),

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Deutschrap-Vorbilder Diese fünf französischen Rap-Acts solltet ihr kennen

Die weltweit zweitgrößte Rap-Kultur - nach den USA - hat Frankreich. Französischer Rap hat eine Bandbreite von AfroTrap bis abgespacetem House-Rap. Und er ist stilprägend für deutschen HipHop: Das sind seine wichtigsten Künstler.

Von: Malcolm Ohanwe

Stand: 26.01.2017 | Archiv

Der französische Rapper Booba | Bild: Universal Music

Dass sich deutsche Rapper gerne mal an U.S.-Kollegen orientieren, ist nichts Neues. Was aber oft übersehen wird: Eine weiteres und wichtiges Vorbild – vor allem für den Straßenrap – ist die HipHop-Szene in Frankreich. Und die ist aktuell richtig am Brodeln. Eine ganze Armada an frankophonen Rap-Megastars ist gerade dabei, die Musikwelt zu erobern. Was sie gemeinsam haben: Sie setzen auf musikalische Einflüsse aus den Heimatländern ihrer Eltern und mischen sie mit westlichem Gangsta-Rap. Hier sind unsere fünf französischen Rap-Empfehlungen:

1. MHD – Le Prince de l‘AfroTrap

Sein Sound: Hektisch, tropisch, afrikanisch und ordentlich trappig. MHD hat seinen Sound "AfroTrap" getauft – und damit ein neues Genre geschaffen. Der Pariser Rapper ist mit westafrikanischer Afrobeat-Musik aus Nigeria und dem Senegal aufgewachsen und wollte sie nach Frankreich bringen. Für seinen ersten Song "AfroTrap Part 1" hat er sich bei dem nigerianischen P-Square-Song "Shekini" bedient.

Seine Erfolge: Die darauf folgenden sechs AfroTrap-Teile sind viral gegangen, mit über 200 Millionen Klicks auf YouTube. Mit seinem Afro-Trap-Sound hat MHD die Rapwelt auf den Kopf gestellt. Von den sozialen Medien ging es direkt auf ausverkaufte Europa-Tournee. Auf seinem Tourstop in München besuchten den 20-Jährigen auch die Fußball-Stars Franck Ribery und David Alaba:

2. JuL – Der Abgespacete

Sein Sound: Der Rapper Jul polarisiert – entweder hasst oder liebt man ihn. Seine roboterartige Fistelstimme ist gewöhnungsbedürftig und gleichzeitig eingängig. Seine Beats sind unverschämt houselastig für den sonst so harten französischen HipHop. Und sein "Rap" ist eigentlich Auto-Tune-Gesang.

Seine Erfolge: Innerhalb von einem Jahr schaffte er es, nicht nur mit einem oder zwei, sondern gleich drei Alben auf Platz 1 der französischen Albumcharts. In Frankreich ist er mittlerweile ein fester Bestandteil der Popkultur und wird gerne auch für Facebook-Meme genutzt.

3. PnL – Les Originaux des Straßen-Clouds

Ihr Sound: PnL – das steht für Peace and Lovés, französischer Slang für "Frieden und Geld". Ihre Musik gehört am ehesten ins Genre Cloud-Rap. Allerdings hat der Cloud-Rap von PnL immer noch Street-Credibility.

Ihre Erfolge: Dreimal Platin für ihr aktuelles Album – die Verkäufe laufen bei PnL. Aber fast noch bedeutender: Sie sind Inspiration für wahnsinnig viele Musiker, auch über die Grenzen Frankreichs hinaus. Besonders deutsche Cloud-Rap-Größen orientieren sich gerne an ihm. "Das, was ich in Deutschland höre, ist der Einfluss von PnL. Das hörst du bei mir, Miami Yacine, KMN, Fler und Nimo", erklärt Deutschrap-Star RAF Camora. Für PnL gilt also: Der französische Rap von heute ist der Deutschrap von morgen.

4. Booba – Der Immer-Noch-Roi

Sein Sound: Booba gilt als der erste Rapper Europas, der erfolgreich den Slang der Straße in den Hip-Hop gebracht hat. Der Pariser mit soninkisch-senegalesischen Wurzeln ist nicht nur ein Urgestein des französischen Raps, sondern auch in anderen Genres zuhause. Neben Gangsta-Rap hat er schon Mitte der 2000er auch auf Reggae-, Zouk- und Dancehall gesetzt.

Seine Erfolge: Diese Vielseitigkeit macht ihn zum unangefochtenen König des Raps in Frankreich. Auch 20 Jahre nach Karrierebeginn ist er immer noch Trendsetter und spielt im Rap-Game ganz vorne mit. Neuester Beweis: Sein erst vor kurzem releaster Track "DKR" ist sein bislang erfolgreichster.

5. Kaaris – Der Ghetto-Poet

Sein Sound: Er ist der Härteste in der Runde und setzt auf seine tiefe, aggressive Stimme und sehr basslastige Trapbeats. Und hypermaskulin gibt er sich natürlich auch. Der Ivorer ist ständig am flexen: Egal, ob wortwörtlich mit seinen Muskeln oder metaphorisch durch clevere Vergleiche.

Seine Erfolge: Auch er prägt viele andere: Haftbefehl hat sich beispielsweise an seinen Skills bedient und die Zeile "Les singes viennent sortir du zoo" (deutsch: Die Affen brechen aus dem Zoo aus) von Kaaris‘ Track "Zoo" für sein "Lass die Affen aus dem Zoo" aufgegriffen. Die beiden kennen sich ja auch – Kaaris spielt nicht nur häufig auf deutschen Festivals, sondern ist auch mit Guestvocals auf Haftbefehls Album "Russisch Roulette" zu hören.