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Bilderbuch erklären ihr Album Track by Track durch "Schick Schock"

Bilderbuch haben sich mit ihrem dritten Album ein Upgrade verpasst, sowohl sound- als auch style-technisch. Was sie sich dabei gedacht haben? Maurice und Peter erklären uns die Songs auf "Schick Schock“ - Track für Track.

Von: Franziska Niesar

Stand: 24.02.2015

Die österreichische Band Bilderbuch | Bild: Niko Ostermann

1. Willkommen im Dschungel

Maurice: Der Song ist im Sommer 2014 entstanden, an einem lauen Wochenende. Und erinnert ein bisschen an "The Clash", oder?

Peter
: Definitiv, das ist der punkigste Song.

Maurice: Trotzdem hat er den Grundgedanken des Albums eingefangen: Eine Band sampelt sich selbst. Wir haben da relativ viel herumprobiert. Welche Signale sind echt, welche nicht? Schneidet man direkt in den Song rein? Da haben wir uns ausgetobt. Aber ich glaube, es ist ein schöner Opener geworden. Wir zeigen gleich, wo wir zuhause sind - und dann geht’s los.

2. Feinste Seide

Maurice: Mit "Feinste Seide“ hat alles angefangen, weil wir uns da zum ersten Mal aktiv mit HipHop auseinandergesetzt haben. Wir haben einen Beat gespielt, den dann selbst geloopt, noch konkreter Rezitativ (Sprech-Gesang z.B. in der Oper, Anm. d. Red.) gesungen und dann wieder einen R'n'B-Refrain ausprobiert. "Feinste Seide" ist eine der laszivsten Nummern des Albums.

3. OM

Maurice: Der Song ist eigentlich eine große Pop-Geste. "OM" war der Versuch ein bisschen Beyoncé in unsere Tracks zu bringen: ein bisschen R'n'B, ein bisschen HipHop. "OM" ist ein super Lied und von uns selbst produziert. Natürlich haben wir uns aber am Schluss ein bisschen helfen lassen, damit es nicht knarzt – am richtigen oder falschen Ort.

4. Spliff

Maurice: Das Schönste an "Spliff" war für mich, dass es innerhalb eines Tages entstanden ist. Eben an dem gleichen Wochenende wie "Willkommen im Dschungel". "Spliff" wird immer in meinem Herzen einen Platz finden – weil es einfach aus der Hüfte raus kam. Und das tut richtig gut, während "OM" zum Bespiel ein Dreivierteljahr lang und immer wieder weiter gedacht wurde.

5. Schick Schock

Peter: "Schick Schock" ist ein etwas lasziver, erotischer Song. Sexy Lippenbekenntnisse am Anfang vom Sänger, der mit seinem Hintern wackelt. 

6. Softdrink

Maurice: Einer der innigsten und closesten Songs. So leise war Bilderbuch noch nie – und gleichzeitig doch so laut. Hinten kommt dann noch ein schöner Rap. Gottseidank ist das alles sehr schön gelungen, sodass wir extrem happy und stolz darauf sind.

7. Maschin

Maurice: Der Song war extrem wichtig für die Band und hat auch nach Außen markiert, was diese Band jetzt ist und wo es hingehen kann. Deswegen ist es sowohl künstlerisch, als auch für uns als Band so ein Meilenstein unserer Geschichte. Das eine kommt zum anderen. Und dann kommt noch Glück dazu – und schon war "Maschin" da wo es ist. Währenddessen sind auch ein paar lustige und gute Sachen passiert. Zum Beispiel haben wir ein Video dazu gedreht, das vielleicht auch der ein oder andere kennt.

8. Barry Manilow

Peter: "Barry Manilow" ist zufällig entstanden, während wir im Bett herumlagen und ab und an ins Mac-Mikro gesungen haben. Das hat uns dann so gut gefallen und gecatcht, dass wir beschlossen haben, daran weiterzumachen. Der Song ist total oft umgedreht worden und hat am Ende einen Weg gefunden stringent, cool, geil zu sein.  Ich finde, es ist einer der interessantesten Songs auf dem Album.

9. Rosen Zum Plafond (Besser Wenn du Gehst)

Maurice: Plafond ist die Zimmerdecke. Und ich muss sagen, mir war gar nicht bewusst, dass Plafond anscheinend nur in Österreich gebräuchlich ist. Dachte, das kennt man. Mir war bei gar nicht bewusst, dass Plafond anscheinend nur in Österreich gebräuchlich ist. Aber da täuscht man sich – das kennt keine Sau! Aber so heißt halt das Lied. "Rosen Zum Plafond" war nach der EP die erste Idee, weiter zu gehen: Funk zu generieren, Soul mit Funk zu kombinieren, teils mit "Beastie Boys"-Moment.

10. Plantsch

Maurice: Immer noch eine meiner Lieblingsnummern. Wenn ich gerade die Nerven dazu habe, mir die Nummer mal wieder anzuhören, bin ich immer ziemlich beeindruckt. Weil sie sehr schön gelungen ist und das Gefühl widerspiegelt, das wir damals hatten, als wir uns neu finden mussten. Es ist einerseits extrem zerrissen und trotzdem ist es genau der Sound, der die Brücke schlägt zwischen dem Alten und dem Neuen - auch wenn es in einer Parallelwelt unseres "Bilderbuch"-Kosmos stattfindet.

11. Gigolo

Peter: Unser Song über die Finanz-, die Börsen- und die Bankenwelt. Und trotzdem ein extrem schmissiger, swingender Song mit sehr vielen Computerelementen. Hat viel Spaß gemacht beim Produzieren.

Maurice: Übrigens, das Klavier am Anfang ist von einer Gitarre gespielt.

12. Gibraltar

Maurice: Man weiß nicht genau, ob es ein Liebeslied an eine Person ist, die weit weg ist. Oder ein Liebeslied an die Distanz selbst. Man weiß es nicht. Ich weiß es selbst nicht mehr.

Bilderbuch beim PULS Festival 2013


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