BTS - WTF? Warum ihr die Bangtan Boys kennen solltet

Erst an der Spitze der US-Billboard-Charts, jetzt bricht die K-Pop Band BTS mit ihrem aktuellen Song "Idol“ YouTube-Rekorde: 85 Millionen Views nach 24 Stunden. Aber wer zur Hölle sind BTS?

Von: Matthias Scherer

Stand: 29.05.2018

BTS | Bild: prweb.com

Fangen wir beim Bandnamen an: BTS wird auf Englisch nicht "Bi-Ti-Ess" ausgesprochen - der englische Bandname ist "Bangtan Boys". Gegründet wurde die 7-köpfige Band 2013, ihr fünftes Album hat es Ende letzten Jahres auf Platz 1 der US-amerikanischen Billboard Charts geschafft. Nichts weniger als eine kleine Sensation: Love Yourself 轉 'Tear' war seit zwölf Jahren das erste überwiegend nicht-englischsprachige Album, das sich die Pole Position auf dem amerikanischen Markt sichern konnte - und das erste K-Pop Album überhaupt, dem das gelang. Und jetzt bricht die K-Pop Band auch noch YouTube-Rekorde: Ihr Song "Idols" schafft es auf 85 Millionen Views in nur 24 Stunden. Zuvor hielt Taylor Swift mit “Look what you made me do” und 45 Millionen Views in 24 Stunden den Rekord.

"K-Pop" steht für Korean Popular Music; Die Bangtan Boys Jin, Suga, J-Hope, Rap Monster, Jimin, V und Jungkook kommen aus Südkorea und wurden, wie das im Musikbusiness der Republik Korea sehr gängig ist, von einer Managementfirma zusammengecastet. Alle Mitglieder hatten aber davor schon Ambitionen sogenannte "idols" zu werden.

Gerissenes Marketing und Management haben bei der Erfolgsstory natürlich eine große Rolle gespielt. 2015 waren BTS zum Beispiel Markenbotschafter für Puma. Aber die Jungs sind auch wirklich extrem fähige und fleißige Tänzer und berühmt für ihre abgefahrenen Choreos.

Außerdem haben die Bandmitglieder - wie für K-Pop-Künstler durchaus unüblich - auf den allermeisten ihrer Lieder Songwriting- und Produzentencredits. Für ihre Musik bedienen sich die Bangtan Boys bei Elementen diverser populärer Genres: EDM, Stadionrock, aber vor allem HipHop. Das Ergebnis knallt natürlich ordentlich - aber die Songs sollen ja auch nicht in irgendwelchen schlecht beleuchteten Bars mit unverputzten Wänden gespielt werden, sondern auf Smartphones und in Stadien. Die füllen BTS nämlich schon seit Jahren - vor allem auch in den USA.

Die Fans strömen in Scharen zu den Konzerten, sind aber vor allem im Netz wahnsinnig aktiv. Im vergangenen Jahr haben BTS den Weltrekord für die meisten Engagements mit einem Tweet einer Musikgruppe gebrochen - mehr als eine Million Retweets und Likes gab es für diesen Tweet:

Mit Twitter haben BTS mittlerweile eine Art symbiotische Beziehung aufgebaut: die Plattform freut sich über die Anzahl von Engagements und BTS hat eine quasi eingebaute Promo-Maschine. Twitter hat das Bündnis letztes Jahr besiegelt, indem die Mitarbeiter der Band ihr eigenes Emoji gewidmet haben.

Die BTS-Fans werden ARMY genannt - kurz für "Adorable Representative M.C. for Youth" - und sind in ihrer Hingabe ihren Idolen gegenüber im modernen Pop vielleicht unerreicht. Sie vernetzen sich über Landesgrenzen hinweg, lernen koreanisch, und analysieren jede Facette ihrer Lieblingskünstler - sogar die sich über die Jahre verändernden Haarfarben.

Sendung: Filter am 28.08.2018 - ab 15 Uhr