Jetzt Eiskalter Sommer LGoony

Info LGoony wird von Kollegen wie den Orsons und Casper gefeiert. Auf "Eiskalter Sommer" (2018) bekommt sein gewohnter Cloud-Rap-Sound etwas mehr Bass als sonst. Und der Kölner Rapper zeigt, wie man den heißen Temperaturen trotzt!

09:28 Uhr Giver K.Flay

Vorschau 2018 Vor diesen neuen Alben haben wir Angst

Für das kommende Jahr stehen schon eine ganze Menge Veröffentlichungen an. Auf welche Alben wir uns derbe freuen, haben wir euch schon verraten. Aber auf diese fünf können wir liebend gerne verzichten.

Von: Jasper Ruppert

Stand: 20.12.2017 | Archiv

Sägeblatt auf Plattenspieler | Bild: BR

2017 hatte einige Angriffe auf die Gehörgänge parat. Matthias Schweighöfer zeigte beispielsweise, dass sein musikalisches Niveau genauso begrenzt ist wie sein schauspielerisches. Und er beehrte uns mit philosophischen Weisheiten wie: "Ich bin hier und da. Und auch anderswo."
Nicht, dass einer ihn gefordert hätte – aber Julia Engelmann lieferte den Beweis, dass sie nicht singen kann. Ihr "Poesiealbum" ist zum unfreiwilligen Soundtrack für "Nachdenkliche Sprüche mit Bilder" geworden. Aber wer jetzt dachte, 2018 kann es nur besser werden – think again. Wegen dieser Alben-Ankündigungen zittern wir jetzt schon.

P Diddy – No Way Out 2

Sean John Combs, Diddy, P. Diddy, Sean John, Puff Daddy, Puffy, Swag, Love, Brother Love. Wer so oft seinen Namen ändert, scheint weder Zeit noch Konzentration für Musik zu haben. Der Typ macht ja auch sonst viel: Geschäftsmann, Schauspieler, Produzent. Niemand wird es ihm verübeln, wenn er sagt, dass für das eigene musikalische Schaffen keine Kapazitäten mehr vorhanden sind. Denn auch wenn "Bad Boy for Life" eine Pseudo-Rebellen-Hymne für gutbürgerliche Vorstadtkinder war, kam danach nur noch uninspiriertes Zeug von ihm. Und dann will er sein neues und gleiczeitig letztes Album "No Way Out 2" nennen, angelehnt an sein Debüt. So nett die Idee mit dem Schließen eines Kreises ist: Reiß dir deine Legacy doch nicht mit dem Arsch ein!

Avril Lavigne - tba

Darf… keinen… dummen… Spruch… über… Ex-Mann… machen…! Avril Lavigne war mit Nickelback-Frontmann Chad Kroeger verheiratet. Und als wenn das nicht schlimm genug wäre, will sie 2018 auch noch ein neues Album rausbringen. Ach verdammt. Zweiter Versuch: Wer noch Neues und Kreatives von Avril Lavigne erwartet, der erinnere sich an ihr Zitat zum Song "Sk8er Boy": "I wasn’t sure if people would get the '8' thing, but they did. It goes to show that when you take a big creative risk, it can really pay off." Die Kanadierin hatte die Musikwelt 2001 mit ihrem Poprock im Punk-Kostüm erobert und lange sehr viel Erfolg gehabt. Und obwohl das gefühlt eine Ewigkeit zurückliegt, ist Lavigne heute gerade mal 32 Jahre alt. Dass man da noch nicht in Rente gehen will, ist verständlich. Und trotzdem: Songs von Avril Lavigne hatten vor längerer Zeit mal eine Daseinsberechtigung, heute braucht die aber kein Mensch mehr, sie sind quasi sowas wie das StudiVZ der Popwelt. Außerdem war Lavigne mit Chad Kroeger verheiratet.

The Offspring - tba

"And all the girlies say I'm pretty fly…" Wenn du bei dieser Zeile nicht instinktiv ein "...for a white guy" hinterhersetzen willst, bist du entweder in einer Amish-Familie groß geworden oder lagst sehr lange im Koma. Falls Letzteres zutrifft: Leg dich wieder hin – ist grade nicht so geil.

The Offspring gehören zu jedem Festival wie die Masken zu Slipknot, Raute zu Merkel oder Niveaulosigkeit zu RTL II. Und die alten Herren aus Kalifornien machen das auch immer noch gut und spielen ihre Hits solide runter. Aber die letzten Veröffentlichungen waren schon schrecklich belanglos. Braucht es da wirklich neue Songs? Können sie nicht einfach festival-only sein? Im Sommer haben sie angekündigt, dass das neue Material die alten Fans bei Laune und sie selbst gleichzeitig unterhalten soll. Irgendwie schwant uns, dass diese Mischung böse werden könnte.

Fall Out Boy – M A N I A (19. Januar 2018)

Emo war mal ein spannendes Genre, Anfang der 90er. Es waren Bands wie Jimmy Eat World und Hot Water Music, die eine neue und melodiöse Spielart des Punk erschaffen hatten, die textlich persönlicher – eben: emotionaler – waren. Dann wurde diese Musikrichtung leider entführt: Von Leuten, die nicht wahrhaben wollten, dass auch die Pubertät irgendwann zu Ende gehen muss, und die ihren Taschengeldüberschuss in Kajalstifte investierten. Neue Emo-Bands schossen aus dem Boden wie Pilze im Garten von Paul McCartney. Lost Prophets, My Chemical Romance, The Used – und ja, auch Fall Out Boy. Sie waren aber selbst in diesem Genre eine – zwar sehr erfolgreiche, aber auch – unfassbar nervige Band. Mit ach so humorvollen Songtiteln wie "Our Lawyer Made Us Change the Name of This Song So We Wouldn’t Get Sued". Witzig. Ist ja nett, dass die eine oder andere Band die Emo-Apokalypse überlebt hat. Und ja, man kann Fall Out Boy im Gegensatz zu manch anderen Emo-Gruftis noch Experimentierfreude zugutehalten. Aber "Mania" könnte auch als peinlicher Comeback-Versuch enden.

Christina Aguilera – tba

Christina Aguilera war mal so etwas wie die zweite Britney Spears. Bis sie feststellte, dass sie richtig dirty ist. Klingt unmöglich, aber die Musik hat es trotzdem nicht besser gemacht. Mit einem neuen Album soll es 2018 anscheinend weiter Richtung Country gehen – Aguilera macht uns quasi die umgekehrte Taylor Swift. Auf der anderen Seite will sie auch wieder mit alten Produzenten zusammenarbeiten und verkündete kryptisch, dass mit ihrem neuen Album alles zusammenkommen und alle miteinander vereint sein werden. Wir lassen uns gerne überraschen, aber bisher klingt das nach nostalgischem Nuller-Jahre-Pop mit Country-Überzug. Dann reicht es doch, "Genie In A Bottle" voller Hingabe auf der nächsten Trash-Party mitzubrüllen.

Sendung: Plattenbau vom 20. Dezember 2017 ab 19 Uhr