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Australien beim ESC Down Under, twelve points!

Dem anderen Ende der Welt so nah: Australien liebt den Eurovision Song Contest - und darf 2015 sogar selbst teilnehmen. Wir wissen schon, welche Künstler teilnehmen sollten, damit das mit dem Sieg in Wien auch sicher klappt.

Von: Katja Engelhardt

Stand: 11.02.2015

Grafik Australien Eurovision Song Contest | Bild: BR

Australier lieben den Eurovision Song Contest. Die Sendung hat Down Under so viele Zuschauer, dass die Veranstalter entschieden haben, Australien anlässlich des 60. ESC-Geburtstags selbst am Wettbewerb teilnehmen zu lassen. Trotz Zeitunterschied dürfen die Zuschauer dort auch mit abstimmen. Und es gibt sogar schon eine Regel, was passiert, wenn Down Under tatsächlich gewinnt: Dann darf sich Australien ein europäisches Land aussuchen, in dem es als Gast den ESC veranstaltet.

Damit es mit dem Sieg klappt, hier unsere Vorschläge für den australischen ESC-Star:

Kylie Minogue

Die beste Wahl für alle, die den ESC bisher zu schmucklos fanden. Da geht doch noch mehr! Mehr Glitter, mehr Showeffekte, weniger Stoff. Fiebrige Fans haben auch schon eine Online-Petition gestartet. Wenn man der glaubt, ist Kylie Minogue das Symbol des Landes. Bleibt nur zu hoffen, dass Geili Kylie auch wirklich Bock darauf hat, ihr Geburtsland Australien zu vertreten. Vielleicht muss man einfach nur ihren Song "Your Disco Needs You" abwandeln und schon ist auch der Song für den ESC fertig: "Your Country Needs You". Wenn Kylie sich einen Ruck gibt, wird es einen Erdrutschsieg geben, wie damals, als ABBA für Schweden im Einsatz waren.

Iggy Azalea

Vielleicht eher die zweite Wahl: Iggy Azalea klingt leider so gar nicht australisch, weil sie in einem amerikanischen Südstaaten-Dialekt rappt. Außerdem hat sie zugegeben, dass sie als 16-Jährige einfach nur raus wollte aus Australien – und ab durch die Mitte in die USA, wo sie sich bis in die Spitzen der Charts hochgehusselt hat. Aber die größten Hits von Iggy Azalea sind keine Solo-Nummern, sondern Songs mit Features von Europäerinnen: Rita Ora, Charlie XCX oder Mø. Blöd nur, dass so eine Koalition beim Grand Prix nicht erlaubt ist.

Sia

Alle lieben Sia: poetische Texte, unfassbare Stimme, große Dramatik. Dass Sia bei Auftritten ihr Gesicht nicht zeigt und meistens singend in der Ecke steht? Nebensache. Das wird durch die Kollegen und Kolleginnen ausgeglichen, die mit Make-Up-Kreationen à la "Schminkflinte" pseudokünstlerisch von einer Ecke der Bühne in die andere taumeln. Weil Sia bei der letzten Grammy-Verleihung schändlich übergangen wurde, könnte sich beim Eurovision Song Contest ein bisschen extra Liebe abholen.

Tame Impala

Das beste, was australischer Rock grade zu bieten hat - und für Hörer unter 30 Jahren relevant ist. Bands wie Jet, INXS oder AC/DC wollen wir auf die alten Tage keinen lauwarmen Gig zwischen Pastelltönen und rosa ESC-Fähnchen zumuten. Aber Tame Impala könnten unsere persönliche, kleine Indie-Revolution starten. Wenn unsere feuchten Träume in Erfüllung gehen, besinnen sich Tame Impala vielleicht darauf, dass ihre musikalischen Wurzeln in den 60ern und 70ern liegen - beides große ESC Jahrzehnte. Diese hieb- und stichfeste Argumentation hat sicher Erfolg.

Chet Faker

Ein vollbärtiger Dude, der in seiner Garage angefangen hat Beats zu basteln und so ganz nebenbei ein begnadeter Sänger ist. Er sagt zwar von sich, dass er Musik für den Hintergrund macht, aber wenn wir seine schwarz-weißen Promo-Fotos sehen und unsere Augen zu kleinen Schlitzen zusammen kneifen, können wir ihn uns als New Age Frank Sinatra auf der Bühne vorstellen. Ein ESC-Auftritt wäre für Chet Faker ein echtes Karriere-Sprungbrett. Unser allerliebster Hipster-Australier würde komplett Mainstream gehen. Das wäre aber ungefähr so angenehm als würden eure Mutter ihre eigene Miley Cyrus Choreographie üben. Nackt. Vor euren Freunden. Wir hoffen, dass Chet Faker das schön sein lässt.


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