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PULS Lesereihe 2015 Sind wir bald da, Nürnberg?

Endlich angekommen - das Publikum in Zentralcafé in Nürnberg hat uns mit der PULS Lesereihe 2015 einen warmen Empfang bereitet. War ja auch proppevoll! Und eine Weltpremiere gab’s auch: Zum ersten Mal Prosa live von Mine.

Von: Dominic Holzer

Stand: 21.10.2015 | Archiv

Sind wir bald da? Und wie! "Schmoove" rein in den Abend ging‘s mit den Worten von PULS-Moderator Laury Reichart in Nürnberg zum Auftakt unserer inzwischen zehnten Lesereihe quer durch Bayern: Da war alles drin. Die fantastische Mine erst am Keyboard, dann am Lesepult und natürlich unsere drei großartigen Lesereihe-Autoren des Abends. Inklusive einer vor Glück hüpfenden Tagessiegerin!

Zum Auftakt ein Glas Gutes!

Alexander Voit aus Regensburg gebührte die Ehre, die PULS Lesereihe 2015 mit seinem Text zu eröffnen: Mit schickem Hut und Anzug betrat der die Lesebühne - und erklärte mit seinem Outfit auch, warum er sich an seiner Uni immer eher deplatziert vorkommt. Da durfte auch ein stilgerechtes Glas Whiskey nicht fehlen! Damit hatte er schon vor dem ersten Satz seines Textes ein paar Lacher auf seiner Seite. Warum sein Text keinen Titel hat, erklärte er PULS-Moderator Laury Reichart so: Ist eine Art Eintrag im Reisetagebuch, schreibt man ja auch keine Titel drüber, so ins Tagebuch. In seinem Text behandelte er aus der Beobachterperspektive dann sehr aktuelle, zeitgemäße Themen. Von Armut über Flucht bis hin zur laut preisgegebenen Tumbheit, die sich so nur in einem Bahnwaggon konzentriert.

Mit T-Rex zum Tagessieg

Schirin Regner war die erste weibliche Autorin, die im Nürnberger Zentralcafé auf die Bühne schreiten durfte. Sie hatte es ja nicht weit aus der Erlanger Nachbarschaft. Als so ziemlich jüngste Teilnehmerin der diesjährigen Lesereihe gestand sie uns, dass sie gerade mal im Mai damit angefangen hat, eigene Texte zu schreiben. Immer mal wieder war sie bei Poetry Slams, wo ihr Leute gesagt hätten, das hätte sie doch auch drauf. Warum, das kann sie sie sich (angeblich) selbst noch nicht erklären. Hübsch kokettiert, hat sie doch mit ihrem Text "Nein, es dauert noch ganz lang" den Tagessieg geholt - und damit das erste Ticket für das Finale der PULS Lesereihe 2015 gelöst. Ihre Geschichte handelt von Baby-T-Rexen, Muttergefühlen und Hochdruckreinigern. Wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen in Regensburg!

Zug, nicht mehr aufzuhalten

Lokalmatador Steven Roland komplettierte das Teilnehmerfeld des Abends mit seinem Text "Mann und Zug" - und gab zu verstehen, dass er sich selbst manchmal so fühlt wie der Titel seiner Geschichte. Auf dem Weg in seine alte Heimat Bayreuth schläft er schon mal in der Bahn ein und wacht dann in Hof auf und kommt da dann nicht mehr weg... wie gut, dass er praktisch zu Fuß ins Zentralcafé gelangt ist. Der studierte Technikjournalist schuf in seiner hochmysteriösen Story mit schnörkelloser Sprache eine ganz surreale Stimmung - "fast wie JJ Abrams", befand PULS-Moderator Laury Reichart vorweg. Ein Stück weit lebt Steven Roland in seiner Literatur eben an Rätselhaftigkeit aus, was ihm in seinem Job als Werbetexter womöglich verwehrt bleibt.

Abgeschwiffen mit Omnichords und Autoharps

Unsere Lesereihe-Musikerin Mine begeisterte das Publikum zwischen den Lesungen immer wieder mit obskuren Instrumenten, die sie teils auf Ebay ersteigert hat: Ein Omnichord, eine Autoharp, und die natürlich eingebaut in ihre Songs. Die durfte das Publikum live in ihrer Entstehung bewundern, weil Mine immer wieder ihre eigene Stimme oder Handclaps erst live aufgenommen und dann geloopt hat. Begleitet wurde sie dabei von ihrer Bassistin Vroni Frisch.

Der Höhepunkt für die Mainzer Singer/Songwriterin war aber der Vortrag ihres eigenen Texts: Denn auch Mine hatte zur Hausaufgabe, einen Text zum Motto "Sind wir bald da?" zu verfassen. Und wie sie davor Bammel hatte! Doch, doch, Songtexte schreibt sie permanent, aber Prosa? Das gab's noch nie. Zum allerersten Mal überhaupt vor Publikum gab sie also ihren Text "Abgeschwiffen" zum Besten, ein herrlich ehrlicher Blick in die Welt ihrer eigenen Kreativität - so schonungslos offenherzig, als würde man ihren Synapsen beim Blitzen und neu Verknüpfen zusehen. Da will man gar nicht "ankommen" - ein Gedanke in Mines Kopf möchte man sein!


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