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PULS Festivalband Findlay Einmal durch den Reißwolf, bitte danke

Diese Frau ist wunderschön und kann singen, aber hallo. Sie steht jedoch mehr auf Stimmverzerrer und uneitel sein. Der Pop von Findlay ist ein schönes Ölgemälde, das sie erst malt, dann zerkratzt und wieder neu zusammen stückelt.

Von: Katja Engelhardt

Stand: 22.09.2015 | Archiv

Kurz und knapp

Name: Findlay
Herkunft: Manchester, England
Mitglieder: 1
Follower im Netz: 14.025
Releases: Off & On (EP, 2013)
Electric Bones (EP, 2015)

Sie klingt wie...

...ein Mädchen, dass dank ihren Eltern irre viel Blues und Jazz gehört hat und jetzt ihre eigenen Songs mit ordentlich Girl Power in ein Kinder-Kassettengerät singt. Laute Trommeln gibt’s auch.

Sie kommt, um...

...die Idee vom unnahbaren weiblichen Popstar so richtig schön untergehen zu lassen. Natalie Findlay betrinkt sich auf der Bühne in Minirock und High Heels oder fancy Catsuit. Kommt aber nach dem Konzert an die Bar und sieht aus wie ein "scally". Und "scally" heißt im britischen Slang so viel wie "Gauner" oder "Prolet". Sympathischer geht nicht.

Musik für...

...Jake Bugg, Brandon Flowers und The Courteeners. Mit denen war sie nämlich unter anderem auf Tour und für das deutsche Publikum heißt das: Wer Gitarren mag und Pop zu schätzen weiß, wird bei Findlay beschwingt durch die Wohnung tanzen. Oder durch unsere BR Studios.

True Story

Findlay hat die wundervoll weirdesten Inspirationen. Die Gute führt sich gerne mal Gedichte für Kinder zu Gemüte. Und für ihren Song "Greasy Love" stand eine Verschwörungstheorie Pate. Der zufolge hatte Barbara Bush, ja, die Frau von U.S.-Präsident George Bush, eine ganz besondere Affäre, nämlich mit dem Okkultisten Aleister Crowley - und der hat geglaubt, er wäre der Teufel höchstpersönlich. Wie romantisch.

In fünf Jahren ist sie...

...Englands Patti Smith. Oder die neue PJ Harvey. Also eine gestandene Frau, die aus ihrer Stimme und Gitarre rausholt, was geht und nebenbei auch noch lässige Stilikone ist. Natalie Findlay ist gekommen, um zu bleiben.

Es wird...

...ein Auftritt, wie in einer edgy Indiekneipe, aber in unseren holzvertäfelten Hallen mit Findlay.


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Michael, Dienstag, 03.November 2015, 20:50 Uhr

1. Findlay: absolut hörenswert!

Die Frau ist der Hammer ! Absolut hörenswert. Wobei ich die Musik eher als Alternativ- oder einfach dreckigen Garagenrock, teilweise elektronisch angehaucht, bezeichnen würde. Um Findlay live zu erleben bin ich schon nach London geflogen, hunderte Kilometer zum Lott-Festival oder nach Würzburg gefahren. Umso mehr freue ich mich, dass ich diesmal "nur" 25 km bis nach Erlangen habe :-)