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Eine Bürgerrecherche in Augsburg, München und Würzburg Wem gehört die Stadt?

In vielen Städten wird Wohnen angesichts steigender Mieten und zunehmend knapper werdenden Wohnraums zu einem existenziellen Problem. Der Bayerische Rundfunk und das Recherchezentrum Correctiv wollen zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern in Bayern herausfinden, welche Akteure und Faktoren die Treiber der Preisspirale sind. Start des Bürgerrecherche-Projekts ist am Montag, 13. Januar. Die Ergebnisse werden fortlaufend in den Hörfunk- und Fernsehsendungen des BR sowie Online in Kooperation mit Correctiv veröffentlicht.

Stand: 13.01.2020

Grafik zur Aktion "Wem gehört die Stadt?" | Bild: BR

Die Eigentumsverhältnisse vor allem in größeren Städten sind oft intransparent. Daher geht der Bayerische Rundfunk zusammen mit dem gemeinnützigen Recherchezentrum Correctiv den neuen Weg der Bürgerrecherche. Im Rahmen einer sechswöchigen Aktion rückt der BR ab dem 13. Januar 2020 bis zum 23. Februar 2020 das Thema Wohnen und Mieten in den Mittelpunkt. In zahlreichen Hörfunk- und Fernsehsendungen sowie über digitale Ausspielwege ruft er Bürgerinnen und Bürger – egal ob Mieter oder Eigentümer – dazu auf, Informationen zum Wohnverhältnis auf br.de/wemgehoert (ab 13.1.2020 online) zur Verfügung zu stellen. Je mehr Menschen mitmachen, desto aussagekräftiger wird das Ergebnis.

Bürgerrecherche für mehr Transparenz

Ziel ist es, mehr Transparenz auf dem Immobilienmarkt zu schaffen. Denn ein öffentliches Immobilien-Register gibt es, anders als z.B. in Großbritannien, in Deutschland nicht. Mit Hilfe der von Bürgern zur Verfügung gestellten Informationen recherchieren Journalistinnen und Journalisten von BR und Correctiv in den kommenden Wochen, um herauszufinden, welche Rolle institutionelle Anleger und ausländische Investoren am Markt spielen, wo das Geld herkommt, das sie investieren, und wo Gewinne hinfließen. Es geht darum, Strukturen und Muster zu erkennen und den Immobilienmarkt begreifbarer zu machen. Denn erst so werden konkretere Debatten zu fairem Wohnen möglich.

Drei bayerische Städte: Augsburg, München, Würzburg

Die Bürgerrecherche "Wem gehört die Stadt?" läuft zeitgleich in drei Städten, in denen die Situation auf dem Wohnungsmarkt besonders angespannt ist: In Augsburg, wo die Mietpreise besonders rasant steigen, in München als einer der teuersten Städte Deutschlands und in Würzburg – dort sind die Wohnkosten gemessen an der Kaufkraft besonders hoch. Ab dem 13. Januar können Bürger in Augsburg, München, Würzburg und dem jeweiligen Umland auf einer Online-Plattform, dem Crowdnewsroom von Correctiv, Informationen zum Wohnverhältnis eingeben und ihre Mietergeschichte erzählen. Bisher hat Correctiv immer mit Zeitungen als Partnern kooperiert, der BR ist der erste öffentlich-rechtliche Sender, der "Wem gehört die Stadt?“ umsetzt.

Bereits in sechs Städten erfolgreich

Die Bürgerrecherche "Wem gehört die Stadt?“ wurde 2018 von Correctiv ins Leben gerufen und bisher in sechs Städten, darunter Hamburg, Berlin, Minden und Lüneburg, mit lokalen Kooperationspartnern durchgeführt. (https://correctiv.org/wem-gehoert-die-stadt/) Mehrere tausend Bürger haben sich bereits deutschlandweit beteiligt. So kam in Hamburg ans Licht, dass ausgerechnet die städtische Wohnungsbaugesellschaft einer der Preistreiber ist; in Berlin, dass eine in Deutschland nahezu unbekannte Londoner Familie mit rund 3.000 Wohnungen zu den Großeigentümern in der Stadt gehört. Das hatte sie mit Hilfe eines Geflechts von Briefkastenfirmen verschleiert. Das Pilotprojekt "Wem gehört Hamburg?“ wurde 2019 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet.

Datenschutz hat oberste Priorität

Die Daten werden mit größter Sorgfalt behandelt. Der Server zur Plattform befindet sich in Deutschland, d.h. auch die Daten bleiben in Deutschland. Zugriff darauf hat nur ein ausgewähltes Team von Datenjournalistinnen und -journalisten des BR und von Correctiv, das die Daten intern auswertet. Informationen, die Rückschlüsse auf die Informationsgebenden zulassen, werden nicht veröffentlicht – es sei denn, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben explizit zugestimmt. Auch die Namen von privaten Vermieterinnen oder Vermietern und Eigentümerinnen oder Eigentümern von wenigen Immobilien sowie konkrete Adressen werden nicht bekannt gegeben. Der Fokus der Recherche liegt auf großen Finanzinverstoren mit Einfluss auf den Wohnungsmarkt und Organisationen, die fragwürdig handeln. Die Ergebnisse der Bürgerrecherche werden fortlaufend in den Hörfunk- und Fernsehsendungen des BR sowie Online in Kooperation mit Correctiv veröffentlicht.

Sendungen zur Bürgerrecherche "Wem gehört die Stadt?" im BR (am 13.1.2020):

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Hinweis: Correctiv ist das erste gemeinnützige Recherchezentrum im deutschsprachigen Raum. Correctiv arbeitet unabhängig und nicht gewinnorientiert. Die Redaktion finanziert sich ausschließlich über Mitgliedsbeiträge von Unterstützerinnen und Unterstützern und von Spenden. Mehr über Correctiv unter https://correctiv.org/.


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