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Restrisiko Ein Leben zwischen Schuld und Therapie

In "Restrisiko" dokumentiert Regisseurin Kathrin Bühlig das Leben von Straftätern im Maßregelvollzug. Noch nie zuvor konnte sich ein Filmteam wochenlang in einer solchen Einrichtung aufhalten, um dort den Alltag zu beobachten und Gespräche zu führen. Das Bayerische Fernsehen zeigt den bewegenden Film am Dienstag, den 26. November 2013, auf seinem Dokumentarfilm-Sendeplatz als deutsche Erstausstrahlung.

Stand: 13.11.2013

Maßregelvollzug | Bild: BR

Sie haben die abscheulichsten Verbrechen begangen: Mord, schwerer sexueller Missbrauch von Kindern, Vergewaltigung. Von der Gesellschaft weggesperrt, fristen die Straftäter ihr Dasein im sogenannten Maßregelvollzug - meist für den Rest ihres Lebens. Hinter den grausamen Taten verbergen sich seelische Erkrankungen wie Schizophrenie, massive Persönlichkeits- oder sexuelle Orientierungsstörungen.

"Restrisiko"

Dokumentarfilm, Deutschland 2013
Regie: Kathrin Bühlig
Redaktion: Christel Hinrichsen
DEUTSCHE ERSTAUSSTRAHLUNG
Bayerisches Fernsehen
Dienstag, 26. November 2013, 22.45 Uhr

Der Film ist keine leichte Kost. Er begleitet Menschen, die furchtbare Straftaten begangen haben und von denen nach wie vor eine hohe Gefahr ausgeht. Er taucht ein in eine fremde, unheimliche Welt. In dieser leben Menschen, die auf den ersten Blick nicht krankhaft, böse oder triebgesteuert wirken. Im Gegenteil. Sie erscheinen ausgesprochen höflich und zuvorkommend, sind manchmal überdurchschnittlich intelligent, aber auch äußerst manipulativ. Wie zum Beispiel Herr F., der sich seine eigene Wahrheit zurechtbastelt, damit er sich nicht mit der Realität auseinandersetzen muss. Im Maßregelvollzug wird er dazu genötigt, denn hier besteht ein Zwang zur Therapie. Mit wenigen persönlichen Habseligkeiten um sich herum, mit Goldfischen im Hofteich und Geranien vor den vergitterten Fenstern, versuchen er und seine Mitgefangenen so normal zu leben, wie es unter diesen Umständen geht. Nachts werden sie in ihren Räumen eingesperrt. Hier kann niemand entkommen.

Der Maßregelvollzug ist von der Sicherungsverwahrung gefährlicher Straftäter und vom „klassischen“ Strafvollzug im Gefängnis zu unterscheiden. Die Einrichtungen sind psychiatrisch-forensische Fachkrankenhäuser oder geschlossene Abteilungen an psychiatrischen Kliniken. Die obersten Ziele im Maßregelvollzug sind Sicherung und Therapie der Straftäter.


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