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BR Fernsehen "Landfrauenküche" geht in die 13. Staffel

Die "Landfrauenküche" ist zurück! In der 13. Staffel der beliebten BR-Reihe treffen sich wieder sieben Landfrauen aus den bayerischen Bezirken, um sich kennenzulernen und zu bekochen. Reihum laden Frauen auf ihre Höfe ein, zeigen den anderen Landfrauen ihre Betriebe und kochen für ihre Gäste ein Drei-Gänge-Menü aus saisonalen und regionalen Produkten. Die Frauen bewerten sich gegenseitig, und am Schluss wird die Gesamtsiegerin gekürt. Die besondere Aufgabe in diesem Jahr: Mindestens einer der drei Gänge sollte ein Familienrezept sein, das aber auch modern interpretiert werden kann.

Published at: 28-9-2021

Die Landfrauen der 13. Staffel (v. l.): Carolin Meyer, Katharina Lerf, Isabella Mereien, Tanja Zeller, Julia Hausladen, Josefine Reißaus, Veronika Röll | Bild: BR/megaherz

Startschuss für die neuen Folgen ist am Montag, 8. November 2021, um 20.15 Uhr im BR Fernsehen. Die ersten sieben Folgen sind bereits vorab ab Freitag, 5.11., für ein Jahr in der BR Mediathek zu sehen.

Nicht jede der Landfrauen wollte schon immer Landfrau sein. Für manche war es kein Traumberuf, wussten sie doch oft von ihren Eltern, was das bedeutet: viel Arbeit, wenig Freizeit, kaum Urlaub. Veronika Röll aus Niederbayern hatte Floristin gelernt, bevor sie sich dann doch entschloss, den elterlichen Spargel- und Gemüsehof zu übernehmen. Isabella Mereien aus Oberfranken hat sich alle möglichen Berufe angeschaut, um dann festzustellen, dass Brauerin im Familienbetrieb mit einer jahrhundertealten Tradition das Richtige für sie ist. Der Traumberuf der Mittelfränkin Tanja Zeller war Hebamme, aber als es dem elterlichen Hof finanziell schlecht ging, entschloss sie sich, ihn wieder auf Vordermann zu bringen. Alle drei Frauen haben ihren Entschluss nie bereut. Und manch eine hat ihren Traumberuf nur ein wenig modifiziert: Julia Hausladen wollte schon als Kind "Selbstversorgerin in Kanada werden. Aber jetzt ist es Cham in der Oberpfalz geworden".

Die Jüngste in der Runde ist heuer die 26-jährige Winzerin Carolin Meyer aus Unterfranken, die den elterlichen Betrieb bereits übernommen hat. Die Älteste ist die 58-jährige Josefine Reißaus aus Oberbayern, die mit ihren Wasserbüffeln eine ganz besondere Art der Bewirtschaftung betreibt. Und Katharina Lerf aus Schwaben bewirtschaftet mit ihrem Mann den einzigen Betrieb in Bayern, der Vorzugsmilch produziert.

Der Frühling und der Sommer 2021 waren für viele Landwirtinnen nicht einfach. Es war lange zu kalt und zu nass für Spargel, Wein und Gemüse. Das Thema "Klimawandel" ist für die Landfrauen tagtäglich präsent. Doch sie nehmen auch diese Herausforderung an. Wer den Kochwettbewerb gewonnen hat, bleibt bis zum Finale ein Geheimnis. Aber so viel sei verraten: Eine solche Siegerin gab es bisher noch nie bei der "Landfrauenküche".

Das sind die Landfrauen 2021

Veronika Röll (Niederbayern) – Montag, 8. November 2021, 20.15 Uhr

In Sandharlanden, das liegt im niederbayerischen Landkreis Kelheim, lässt Veronika Röll (32) ihren Spargel ganz ohne Folie wachsen. Auf drei Hektar baut die Landwirtin weißen und grünen Spargel an, auf weiteren dreieinhalb Hektar noch allerlei anderes Gemüse. Alles, was sie anbaut, verkauft Veronika in ihrem Hofladen. Zusätzlich wecken sie und ihre Mutter Sieglinde auch vieles ein und machen aus ihrem Obst und Gemüse Saucen, Suppen, Eintöpfe oder Marmeladen. Veronika hat den Hof 2016 von ihrem Vater übernommen. Landwirtin war für Veronika eigentlich nie ein Traumberuf. Sie hatte als Floristin gearbeitet und würde das wohl immer noch tun, wäre ihr Vater nicht krank geworden. "Ich habe nicht groß überlegen müssen, für mich war es klar, dass ich in die Fußstapfen von meinem Papa steigen werde. Mein Vater war Landwirt aus Leidenschaft und das bin ich jetzt auch", sagt Veronika heute.

Julia Hausladen (Oberpfalz) – Montag, 15. November 2021, 20.15 Uhr

Julia Hausladen (31) lebt mit vier Generationen auf dem Boierhof in Cham in der Oberpfalz. Dazu gehören ihr Mann Matthias und die gemeinsame Tochter Ronja, die Schwiegereltern Regina und Alex und Oma Maria. Der Bio-Hof der Familie Hausladen ist wirtschaftlich breit aufgestellt: Neben Ackerbau sowie Wald- und Wiesenwirtschaft gibt es eine große Schweinemast mit 270 Schweinen, eine kleine Rindermast und seit ein paar Jahren wird hier auch Gemüse angebaut. Im großen Hofladen vermarkten die Hausladens alles selbst. Julia kommt nicht aus der Landwirtschaft, sie hat nach der Schule eine Ausbildung zur Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk gemacht. Doch als sie mit 16 Jahren Matthias kennenlernt, ist ihr schnell klar, dass er der Mann fürs Leben ist. „Als Kind hab ich immer gesagt, ich werde mal Selbstversorger in Kanada. Aber jetzt ist es Cham in der Oberpfalz geworden“, lacht Julia.

Katharina Lerf (Schwaben) – Montag, 22. November 2021, 20.15 Uhr

Auf dem Allgäuer Milchhof Lerf in Dennenberg lebt Katharina (35) mit ihrem Mann Michael und den gemeinsamen Kindern Pia, Johanna und Uli.  Die Lerfs führen den Hof in vierter Generation, Katharina hat in den Betrieb eingeheiratet. Sie hatte hauswirtschaftliche Betriebsleitung gelernt und von der Landwirtschaft wenig Ahnung – bis sie Michi kennenlernte. Seit zehn Jahren lebt Katharina jetzt auf dem Hof. Es ist der einzige Betrieb in Bayern, der Vorzugsmilch produziert. Das ist Rohmilch, die nur gefiltert, abgekühlt, ansonsten aber unbehandelt ist. In ganz Deutschland gibt es noch 22 Betriebe, die Vorzugsmilch herstellen. In den Sommermonaten grasen die rund 100 Kühe täglich auf den Weiden, die direkt am Stall angrenzen. Im Winter sind sie im großen Außenklimastall und werden ausschließlich mit hofeigenem Heu gefüttert. Daher trägt die Bio-Milch auch die Bezeichnung „Heumilch“.

Josefine Reißaus (Oberbayern) – Montag, 29. November 2021, 20.15 Uhr

Mit ihrer Form der Landwirtschaft haben Josefine Reißaus (58), genannt Fini, und ihr Mann Matthias einen Weg gefunden, artgerechte Tierhaltung, Naturschutz und wirtschaftliches Auskommen zu vereinen. Auf dem Reiserer Hof in Oberneukirchen im Landkreis Mühldorf hält die Familie Murnau- Werdenfelser Rinder in Mutterkuhhaltung und Wasserbüffel zur Landschaftspflege. Die Projektflächen, die Fini und Matthias mit ihren Tieren gegen Bezahlung bewirtschaften, müssten sonst maschinell gepflegt werden. Gegenüber Rasenmäher und Kettensäge haben die Tiere aber einen entscheidenden Vorteil: Sie fressen selektiv und ermöglichen so eine Artenvielfalt auf der Weide. Alle sechs Wochen werden ein bis zwei Ochsen geschlachtet. Um den Tieren den Weg zum Schlachthof zu ersparen, kommt der Metzger mit einer mobilen Schlachtbox auf den Hof. Fini verwertet alles von ihren Rindern, auch Fell und Horn. Das Fleisch vermarktet sie direkt am Hof.

Isabella Mereien (Oberfranken) – Montag, 6. Dezember 2021, 20.15 Uhr

„Für mich hat Bierbrauen mit Riechen, Schmecken und Hören zu tun“, sagt Braumeisterin Isabella Mereien (37). Sie lebt mit ihrem Mann Markus und den Kindern Magdalena und Anton im oberfränkischen Memmelsdorf in der Nähe von Bamberg. Der Betrieb „Drei Kronen“ ist seit 1936 im Familienbesitz und hat eine jahrhundertealte Tradition. Die Brauerei gibt es seit 1457.
Die Brauerei haben Isabella und Markus komplett renoviert und umgebaut. Nur das Prunkstück des Sudhauses blieb unangetastet: das Kühlschiff, eine Art Kupferwanne, in der die gekochte Würze gekühlt und geklärt wird. Wenige Brauereien bedienen sich noch dieser traditionellen Methode.
Isabella braut eine Mischung aus traditionellen und modernen Biersorten, vom Lager bis zum Craftbeer.

Tanja Zeller (Mittelfranken) – Montag, 13. Dezember 2021, 20.15 Uhr

Seit 1991 betreibt Tanja Zeller (49) mit ihrer Familie in Ipsheim im Landkreis Neustadt ökologischen Landbau. Neben Milch, Fleisch und Braugerste ist der Gemüseanbau einer der Schwerpunkte. Tanja hat den Hof ihrer Eltern zusammen mit ihrem Mann Hermann übernommen. „Ich wollte eigentlich Hebamme werden und nicht Landwirtin. Ich habe an meinen Eltern gesehen, wie anstrengend es ist, Landwirt zu sein“, sagt Tanja. Doch dem elterlichen Hof ging es finanziell sehr schlecht, ihre Eltern konnten ihn nicht mehr führen. Für Tanja war klar, sie muss den Hof übernehmen. Inzwischen ist der Betrieb gut aufgestellt, Zellers haben sogar in eine Photovoltaikanlage investiert und züchten unter anderem dievom Aussterben bedrohte Kuhrasse „Triesdorfer Tiger“ in Ammenkuhhaltung, das heißt, dass die Kälbchen nicht aus Tränkeimern gefüttert werden, sondern von einer Ammenkuh.

Carolin Meyer (Unterfranken) – Montag, 20. Dezember 2021, 20.15 Uhr

Carolin Meyer (26) ist nicht nur ausgebildete Winzerin und Weinbautechnikerin, sondern auch  amtierende fränkische Weinkönigin und Mitglied der freiwilligen Feuerwehr in Castell. Sie hat den Hof ihrer Eltern in Greuth-Castell im Februar 2021 offiziell übernommen. Der Hof der Meyers ist kein klassisches Weingut, sondern ein Mischbetrieb. Neben drei Hektar Wein bauen sie auf 30 Hektar Zuckerrüben, Weizen, Getreide und Sonnenblumen an. Außerdem besitzen sie Streuobstwiesen. Aus dem Streuobst werden Edelobstbrände hergestellt – das zweite Standbein der Meyers. Carolins Vater ist der Brennmeister am Hof. Carolin wusste schon als Kind, dass sie den Hof eines Tages übernehmen will: „Klar, ich war ja Einzelkind und wenn ich es nicht mache, wer dann?“


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