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Bayerisches Fernsehen und BR-alpha BR-Programme in mehreren Bundesländern nicht mehr zu empfangen

Die Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) und Unitymedia haben begonnen, das öffentlich-rechtliche Angebot in ihren Netzen weiter zu reduzieren. In den vier Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein sowie in Teilen Hessens werden das Bayerische Fernsehen bzw. der Bildungskanal BR-alpha aus dem analogen Kabelnetz genommen.

Stand: 29.08.2013

Funkhaus BR | Bild: BR/Markus Konvalin

Die betroffenen Kabelhaushalte können die Programme Bayerisches Fernsehen und BR-alpha über analoges Kabel damit leider nicht mehr empfangen. Der BR bedauert die Entscheidung der Kabelnetzbetreiber. Die Programmsignale stehen aber weiterhin im digitalen Angebot von Kabel Deutschland bzw. Unitymedia unverschlüsselt zur Verfügung. Zum Empfang reicht ein handelsüblicher Kabel-Digitalreceiver, der in vielen neueren Empfangsgeräten bereits integriert ist. Digital bleiben also alle BR-Programme weiterhin empfangbar.

Alternative Empfangsmöglichkeiten:

Satellit (Astra 19,2° Ost), Kabel Digital, IPTV-Betreiber (z.B. T-Home, Vodafone), Internet (Zattoo).

KDG und Unitymedia haben den BR nicht darüber informiert, welche Programme ab wann und in welchem Bundesland analog nicht mehr empfangbar sind. Nach Kenntnisstand des Bayerischen Rundfunks bieten Kabel Deutschland und Unitymedia das Bayerische Fernsehen und BR-alpha im analogen Kabelnetz wie folgt nicht mehr an:

Kabel Deutschland

In Schleswig-Holstein ist das Bayerische Fernsehen seit letzter Woche nicht mehr über das analoge Kabelnetz zu empfangen.
In Brandenburg wurde vergangene Woche mit der Abschaltung des Bayerischen Fernsehens und BR-alpha in einigen Regionen begonnen.
In Mecklenburg-Vorpommern ist BR-alpha im analogen Kabelnetz in manchen Regionen seit dem 27. August 2013 nicht mehr zu empfangen.
In Rheinland-Pfalz, wo BR-alpha in Ludwigshafen und Mainz bisher analog im Kabelnetz zu empfangen war, sind Abschaltungen am 3. September 2013 und am 10. September 2013 geplant. Bis zum 10. September 2013 sollen die Abschaltungen abgeschlossen sein.

Unitymedia

In Hessen will Unitymedia das analoge Bayerische Fernsehen im Raum Kassel am 2. September 2013 aus dem Kabelnetz nehmen.

Den Hintergrund der Entscheidung der beiden Kabelnetzbetreiber bildet die Auseinandersetzung über die so genannten Einspeise-Entgelte: Kabel Deutschland und Unitymedia wollen sich von den Sendern für die Verbreitung der Programme der ARD entgelten lassen. Die ARD argumentiert, dass die Netzbetreiber bereits von ihren Kunden Nutzungsentgelte erhalten, also dieselbe Leistung doppelt berechnen wollen. Außerdem haben die Kabelnetzbetreiber einen wirtschaftlichen Vorteil, da sie die öffentlich-rechtlichen Programme und damit auch das Bayerische Fernsehen und BR-alpha an Kunden vermarkten.

Die hochwertigen, mit viel Aufwand produzierten Programme erhalten die Kabelnetzbetreiber (abgesehen von urheberrechtlichen Lizenzgebühren, die von Verwertungsgesellschaften festgesetzt werden), von den ARD-Landesrundfunkanstalten kostenfrei. Rechtlich wie technisch haben die Kabelnetzbetreiber alle Möglichkeiten, ihren Kunden alle öffentlich-rechtlichen Programme auch im analogen Kabel anzubieten. 
In allen bisher abgeschlossenen Gerichtsverfahren der ersten Instanz ist Kabel Deutschland in dieser Frage bereits unterlegen.  

Der Bayerische Rundfunk hat ein Interesse daran, dass auch die Kabelhaushalte, die noch analoges Fernsehen schauen, möglichst rasch auf digitalen Empfang umstellen und die Vielfalt des digitalen Programmangebots nutzen können, unabhängig von den derzeitigen Ausspeisungen aus den analogen Kabelnetzen. Dazu bietet der Bayerische Rundfunk seine Unterstützung an.


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