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FILMFEST MÜNCHEN 2016 Förderpreis Neues Deutsches Kino verliehen

Die Preisträger des von der Bavaria Film, dem BR und der DZ Bank gestifteten und im Rahmen des FILMFEST MÜNCHEN verliehenen Förderpreises Neues Deutsches Kino stehen fest. Der große Gewinner in diesem Jahr ist der Film "Die Hände meiner Mutter": Florian Eichinger wird für die beste Regie, Hauptdarsteller Andreas Döhler für das beste Schauspiel ausgezeichnet. Den Preis für das beste Drehbuch gewinnt Mareille Klein für die BR-Koproduktion "Dinky Sinky". Die Produzenten Jana Raschke (mîtosfilm) und Igor Dovgal (Essence Film) erhalten den Förderpreis Neues Deutsches Kino für "Haus ohne Dach".

Stand: 01.07.2016

Förderpreis neues deutsches Kino 2016 Gewinner | Bild: BR/Gregor Wossilus

Der mit insgesamt 70.000 Euro dotierte Förderpreis Neues Deutsches Kino ist am Freitagabend, 1. Juli 2016, in der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) verliehen worden. Die von Bavaria Film, Bayerischer Rundfunk und DZ Bank gestiftete Auszeichnung zählt zu den wichtigsten Nachwuchspreisen in Deutschland.

Förderpreis Neues Deutsches Kino

REGIE (30.000 Euro): Florian Eichinger für "Die Hände meiner Mutter"
SCHAUSPIEL (10.000 Euro): Andreas Döhler für "Die Hände meiner Mutter"

Den Förderpreis Neues Deutsches Kino in der Kategorie Regie erhält Florian Eichinger für seinen Film "Die Hände meiner Mutter".
Eichinger wurde 1971 in Ludwigsburg geboren. Nach dem Zivildienst arbeitete er als Cutter in Hamburg und drehte erste Filme sowie Musikvideos. Seit 2005 dreht Eichinger auch Fernsehwerbespots. Dank der damit erzielten Einnahmen konnte er ohne Fördergelder seinen ersten Spielfilm "Bergfest" drehen. Mit "Nordstrand" folgte 2014 der zweite Teil einer geplanten Trilogie über die Folgen von familiärer Gewalt, die nun mit "Die Hände meiner Mutter" (2016) beschlossen wird.

"(…) Hier wird von einem Schmerz erzählt, der so immens und so nachvollziehbar ist, dass es umso mehr dieser ganz besonderen und stets feinen Erzählweise bedarf, dieser klugen Psychologie der Figuren, der präzisen Schauspielführung, welche sich in allen Szenen wiederfindet. Ein Film, bei dem uns immer wieder der Atem stockte und der uns am Ende dennoch einen Weg aus der Ausweglosigkeit weist."

Jurybegründung für Florian Eichinger

Andreas Döhler, der Hauptdarsteller aus "Die Hände meiner Mutter", bekommt den Preis für das beste Schauspiel.
Döhler wurde 1974 in Wermsdorf/Sachsen geboren. Von 1999 bis 2003 besuchte er die Leipziger Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy". Seit 2009 gehört Döhler zum Ensemble des Deutschen Theaters Berlin. 2013 spielte er in Fabian Möhrkes "Millionen" die Hauptrolle eines Lottogewinners, der an seinem Gewinn zerbricht.

"Wer sich vor die Kamera stellt, zieht sich nackt aus, selbst wenn er die Kleider anbehält. Die Kamera ist gnadenlos, sie kann uns Menschen in unserer ganzen Kläglichkeit entblößen. Welch eine Leistung und welch ein Mut, eine Figur darzustellen, die an Kläglichkeit kaum zu überbieten ist, und ihr zugleich eine unbeugsame Würde und Entschlossenheit zu verleihen, die den ganzen Film trägt und vorantreibt (…)."

Jurybegründung für Andreas Döhler

Inhalt "Die Hände meiner Mutter":
Ein Familientreffen auf einem Schiff wird zum Wendepunkt im Leben des 39-jährigen Ingenieurs Markus. Als sein vierjähriger Sohn Adam von der gemeinsamen Toilettenpause mit Großmutter Renate eine kleine Schnittwunde davonträgt, erinnert sich Markus zum ersten Mal daran, was seine Mutter ihm angetan hat, als er selbst noch ein Kind war. Markus und seine Frau Monika sehen sich mit einer undenkbaren Wahrheit konfrontiert, einem Vergehen, das man einer Mutter nicht zugetraut hätte.

"Die Hände meiner Mutter" ist eine Produktion von Kinescope Film GmbH in Koproduktion mit Bergfilm GbR und ZDF – Das Kleine Fernsehspiel. Gefördert von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, nordmedia Fonds GmbH in Niedersachsen und Bremen und dem Deutschen Filmförderfonds.

Förderpreis Neues Deutsches Kino

PRODUKTION (20.000 Euro): Jana Raschke und Igor Dovgal für "Haus ohne Dach"

Den Förderpreis Neues Deutsches Kino in der Kategorie Produktion erhalten Jana Raschke und Igor Dovgal für ihren Film "Haus ohne Dach".
Raschke wurde 1988 in Bielefeld geboren. Sie studierte Produktion an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Dovgal wurde 1973 in der Ukraine geboren. Er studierte Journalistik in Kiew und später ebenfalls Produktion an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg.

"(…) Die Produzenten haben mit wenig Mitteln unter schwierigen Bedingungen einen Film entstehen lassen, der uns in seiner Wahrhaftigkeit beeindruckt, mit seiner Leichtigkeit und seinem lakonischen Humor zum Lachen bringt und in seiner Traurigkeit über das Leid, welches der Krieg in diesem Teil der Welt über die Menschen bringt, sprachlos macht."

Jurybegründung für Jana Raschke und Igor Dovgal

Inhalt "Haus ohne Dach":
Bewegungen des Lebens, von einem Ort zum nächsten, aber auch im Innern. Alan, Jan und Liya, geboren in Kurdistan, aufgewachsen in Stuttgart, wollen den letzten Willen ihrer Mutter erfüllen: Sie wünschte sich, neben dem im Krieg gestorbenen Vater in ihrem Heimatdorf beerdigt zu werden. Der Clan hat etwas dagegen, das Trio geht dennoch auf die Reise. Eine riskante, auch magische Odyssee in eine Heimat, die fremd und prekär geworden ist. Und auf dem Weg zeigen sich auch Zerklüftungen untereinander.

"Haus ohne Dach" ist eine Produktion von mîtosfilm (Jana Raschke und Mehmet Aktaş) in Koproduktion mit Essence Film (Igor Dovgal), SWR und Arte. Unterstützt durch Kurdish Cultutal Ministry / Duhok Cinema Department und MFG Filmförderung Baden-Württemberg.

Förderpreis Neues Deutsches Kino

DREHBUCH (10.000 Euro): Mareille Klein für "Dinky Sinky"

Mareille Klein wurde 1979 in Köln geboren. Sie studierte Dokumentarfilmregie an der HFF München. Mit "Gruppenfoto" legte sie als Regisseurin 2012 ihren ersten Kurzfilm im fiktionalen Bereich vor. Bei "Dinky Sinky" (2016) schrieb sie das Drehbuch und war erstmals Regisseurin eines langen Spielfilms.

"(…) Jeder Mensch in dieser Geschichte hat Wünsche und Sehnsüchte, die sehr ehrlich und klar geschildert werden, aber das Drehbuch macht sich auch keine Illusionen über die brutale Wahrheit, dass man nicht immer will, was man bekommt, sich beim Versuch aber trotzdem unsterblich blamieren kann – vor sich selbst, vor den Freunden oder vor den aufgebrachten Eltern einer Schulklasse, die verdammt nochmal wissen wollen, warum die Sportlehrerin die fruchtbaren Tage ihrer Töchter ausrechnet."

Jurybegründung für Mareille Klein

Inhalt "Dinky Sinky":
Frida (Katrin Röver), 36, wünscht sich ein Kind. Seit eineinhalb Jahren unterliegt die Beziehung zu ihrem Freund Tobias (Till Firit) Fridas striktem Zeugungsprogramm. Um sie herum ist ein regelrechter Babyboom ausgebrochen. Frida ist bereits dreifache Tante und vierfache Patin, aber was sie auch versucht, ihr eigener Kinderwunsch erfüllt sich nicht. Gerade als sie den nächsten Schritt gehen möchte und eine künstliche Befruchtung in Erwägung zieht, beendet Tobias die Beziehung. Fridas ganzer Lebensentwurf gerät aus den Fugen. Sie sehnt sich nach Kindern und Familie, und nun soll sie wieder von vorne beginnen? Während ihre Freunde in die nächste Lebensphase übertreten, verläuft ihr eigenes Leben vermeintlich rückwärts.

"Dinky Sinky" ist eine Produktion von luethje schneider hörl FILM GbR (Produzenten: Florian Schneider, Maren Lüthje) und NORDPOLARIS in Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk (Redaktion: Natalie Lambsdorff) und der Hochschule für Fernsehen und Film München, gefördert vom FilmFernsehFonds Bayern.

Der Förderpreis Neues Deutsches Kino

Der Förderpreis Neues Deutsches Kino zählt zu den höchstdotierten Nachwuchspreisen in Deutschland. Im Wettbewerb stehen die Regisseure, Produzenten, Drehbuchautoren und Schauspieler, deren Filme in der Reihe Neues Deutsches Kino beim FILMFEST MÜNCHEN zu sehen sind und bei denen es sich um den ersten, zweiten oder dritten langen Kinospielfilm der Künstler handelt. Für Produzenten darf es maximal der sechste Film sein.
In diesem Jahr waren zwölf Regisseurinnen und Regisseure, 13 Drehbuchautorinnen und -autoren, zwölf Schauspielerinnen und Schauspieler sowie elf Produzentinnen und Produzenten mit insgesamt 14 Spielfilmen im Rennen um den Förderpreis Neues Deutsches Kino.
Die unabhängige Jury bestand dieses Jahr aus der Produzentin des letztjährigen Förderpreis-Abräumers "Babai", Nicole Gerhards (auch "Das Fremde in mir", "The Prize"), dem Regisseur Dietrich Brüggemann ("3 Zimmer/Küche/Bad", "Kreuzweg", "Heil") und dem Schauspieler Johann von Bülow ("Im Labyrinth des Schweigens", "Elser").

Berichterstattung im Bayerischen Fernsehen

"kinokino", das Filmmagazin im BR Fernsehen, berichtet am Sonntag, 3. Juli 2016, in "kinokino extra: Das Beste vom Filmfest München" vom 34. Filmfest München und zieht Bilanz von Deutschlands größtem Sommerfestival. Dabei stellt "kinokino" nicht nur die filmischen Höhepunkte des Filmfests vor, sondern berichtet auch von der Preisverleihung des Förderpreises Neues Deutsches Kino und stellt die Gewinnerfilme vor. Um 18.00 Uhr in 3sat und um 23.30 Uhr im BR Fernsehen.


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