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BR Thema "Schalom – 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland"

Seit mindestens 1700 Jahren leben Jüdinnen und Juden auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands – nachweislich seit dem 11. Dezember 321, als ein Edikt Kaiser Konstantins die Berufung von Juden in Ämter der Stadtverwaltung von Köln gestattete. Dieser erste urkundliche Beleg für die Existenz einer jüdischen Gemeinde auf deutschem Boden steht am Anfang einer wechselvollen Geschichte. Einer Geschichte mit tiefen Zäsuren und Brüchen. Aber auch einer Geschichte der Vielfalt und der Bereicherung in allen Lebensbereichen – in Politik und Gesellschaft, Wissenschaft, Kultur und Sport.

Stand: 08.01.2021

1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland / Kinder auf der Treppe mit Kippa | Bild: BR

Das Jubiläum der Ersterwähnung jüdischen Lebens hierzulande ist Anlass für ein bundesweites deutsch-jüdisches Festjahr. Dieses begleitet der Bayerische Rundfunk in Hörfunk, Fernsehen und online mit einem umfangreichen, laufend um neue Beiträge erweiterten BR Thema: "Schalom – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland".

Dokumentationen, Reportagen, Features, Gespräche, Archivschätze und digitale Angebote geben Einblick in das deutsch-jüdische Zusammenleben in Geschichte und Gegenwart. Sie laden dazu ein, die reiche jüdische Geschichte, Religion und Kultur in all ihren Facetten neu zu entdecken. Eine immer wieder aktualisierte, detaillierte Übersicht über die vielfältigen Programmangebote in Hörfunk, Fernsehen und online, zahlreiche Zusatzinformationen, eine interaktive Karte der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern sowie ein Glossar gibt es auf einer eigenen Homepage zum Jubiläumsjahr unter www.br.de/juedisches-leben. Videos, Podcasts, Texte und Fotos informieren hier zum Beispiel über Feste und Bräuche, Kunst, Literatur und Musik, Speisegesetze, religiöse Richtungen oder prägende Persönlichkeiten des Judentums gestern und heute.  

In Bayern beginnt das Festjahr am 12. Januar 2021. Die bayerischen Eröffnungsfeierlichkeiten werden auf ARD-alpha (18.15 Uhr) in voller Länge übertragen. Neben einer würdevollen Einstimmung in das Festjahr macht "Schalom Bavaria – Auftakt zum Festjahr in Bayern" die historische Dimension der 1700-jährigen deutsch-jüdischen Geschichte deutlich und beleuchtet sowohl die Lichtblicke der gemeinsamen Kulturgeschichte als auch die dunklen Zeiten jüdischen Lebens in Deutschland.

Eine Zusammenfassung der Eröffnungsfeier leitet um 22.00 Uhr im BR Fernsehen in den ersten Themenabend zum Festjahr über.

Um 22.45 Uhr im BR Fernsehen geben Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, und Ludwig Spaenle, Antisemitismusbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung, im Gespräch mit Andreas Bönte einen Einblick in die Vielfalt jüdischen Lebens in Stadt und Land, die von jüdischem Humor über die Besonderheiten der jüdischen Küche bis hin zu vergessenen Orten der jüdischen Kultur reicht. Außerdem diskutieren sie über die aktuelle Situation der Jüdinnen und Juden in Deutschland und die Möglichkeiten, wie man dem lauter werdenden Antisemitismus entgegentreten kann. Die anschließenden Filme "SchalomAleikum: Meet a Jew!" um 23.30 Uhr und "Jüdisches Leben in Bayern" um 0.00 Uhr stellen Menschen und Initiativen vor, die Brücken bauen, und zeigen, wie bereichernd und wichtig jüdische Kultur und vor allem Kommunikation sind. Alle Sendungen des Tages können per Livestream auch in der BR Mediathek verfolgt werden und stehen dort nach Ausstrahlung bis zum 12. Januar 2022 zur Verfügung.

Was bewegt die jüdische Gemeinschaft in Bayern, Deutschland, Israel und dem Rest der Welt? Darüber informiert die Sendung "Schalom" freitags um 15.05 Uhr auf Bayern 2 und stimmt zugleich auf den Schabbat ein, der am Freitagabend beginnt. Gestaltet vom Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden und moderiert von Michael Strassmann, ist dieses Forum jüdischen Lebens und Glaubens seit 2004 in der heutigen Form fester Bestandteil des Programms des Bayerischen Rundfunks.

"Ob in Fernsehfilmen wie zuletzt ‘Schönes Schlamassel‘, Dokumentationen, Wissens- oder auch Kochsendungen, in Berichterstattung von jüdischen Feiertagen, im Hörfunk oder in online-Projekten: Dem Bayerischen Rundfunk war es immer schon ein besonderes Anliegen, in der ganzen Breite über jüdisches Leben in Deutschland zu erzählen, genauso über die wechsel- und oft leidvolle Geschichte wie über heutige Alltagsfreuden und -sorgen. Jüdisches Leben ist nicht nur die Geschichte einer Religionsgemeinschaft, Jüdinnen und Juden haben Deutschland bis heute in vielfältiger Weise geprägt. Dies nachzuzeichnen, ist auch ein Anliegen des Bayerischen Rundfunks im Jubiläumsjahr."

Dr. Reinhard Scolik, Programmdirektor Kultur

"Mit unserem Programmangebot über das gesamte Jahr 2021 hinweg wollen wir vor allem das facettenreiche jüdische Leben der Gegenwart zeigen. Vor dem Hintergrund der wechselvollen, von traumatischen Erfahrungen begleiteten Geschichte nehmen wir aber auch den besorgniserregenden Anstieg antisemitischer Straftaten heute in den Blick. Häufig sind Menschen mit einer antisemitischen Grundeinstellung nie Juden begegnet und wissen nichts über diese. Ein wirksames Mittel gegen Antisemitismus ist daher Wissensvermittlung: Was macht den jüdischen Glauben aus und wie wird er im Alltag gelebt? Wie kocht man 'koscher'? Was bewegt junge Juden in Bayern? Wir wollen Geschichten aus dem Leben erzählen und Neugierde wecken, denn nur wer den anderen kennt, kann ihn verstehen."

Andreas Bönte, Koordinator BR Thema 'Schalom – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland'

Weitere Infos unter br.de/juedisches-leben

Informationen zu den einzelnen Sendungen finden Sie auch in der BR Presselounge


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