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BR-Bayernstudie 2012 Verbundenheit mit eigener Region gestiegen

Nahezu jeder lebt gerne im Freistaat, fühlt sich in seiner Region wohl und ist stolz auf seine Heimat. Deutlich stärker als in den vergangenen Jahren bekennen sich die Menschen zur eigenen Region und zur Heimat - eine Entwicklung, die vor allem von den jungen Bayern vorangetrieben wird. Dies sind die Kernergebnisse der „BR-Bayernstudie 2012“.

Published at: 10-12-2012

Karikatur von Dieter Hanitzsch | Bild: Dieter Hanitzsch

10 Dezember

Montag, 10. Dezember 2012

Pressekontakt: pressestelle@br.de

Bereits zum zweiten Mal hat der Bayerische Rundfunk die „BR-Bayernstudie“ durchgeführt und in einer groß angelegten Repräsentativbefragung die Stimmungslage in der Bevölkerung ergründet. Die Untersuchung zeigt, wie die Menschen in Bayern leben, fühlen und denken. Insgesamt wurden dazu 3.501 Menschen aus den sieben Regierungsbezirken befragt. Ergänzt wurde die Befragung durch Expertengespräche in den Regionen und qualitative Interviews mit der Bevölkerung.

Im Vergleich zur ersten BR-Bayernstudie im Jahr 2009 ist der „Wohlfühlfaktor Bayern“ weiter angestiegen: 98 Prozent der Bayern leben gerne im Freistaat, 79 Prozent sogar „sehr gern“ (2009: 74 Prozent) - und zwar unabhängig von Alter und der regionalen Herkunft: In ihrer jeweiligen Heimatregion leben 95 Prozent gerne, 73 Prozent sogar „sehr gern“ (2009: 69 Prozent). Die überwältigende Mehrheit der Menschen ist stolz auf ihre Region (85 Prozent) und generell stolz darauf, „ein Bayer zu sein“ (78 Prozent).

Wertschätzung der eigenen Region steigt durch Globalisierung

Ursache für die höhere Verbundenheit der Menschen mit ihrer Heimat ist der Studie zufolge, dass sie die regionalen Besonderheiten heute mehr schätzen als vor drei Jahren: Waren 2009 noch 77 Prozent der Bayern der Meinung, dass die Lebensqualität in Bayern höher ist als in anderen Bundesländern, sind aktuell 85 Prozent dieser Auffassung. Für 78 Prozent der Befragten gewinnt die eigene Region gerade in Zeiten der Globalisierung zunehmend an Bedeutung.

Dabei sind es vor allem die jungen Bayern, die diese Entwicklung vorantreiben. 77 Prozent der Unter-30-Jährigen fühlen sich in ihrer Region „absolut“ zu Hause (2009: 71 Prozent) und 89 Prozent sind stolz auf ihre Region (2009: 84 Prozent). Dieser Stolz findet seinen Ausdruck auch in einem gestiegenen Bewusstsein für die regionalen Traditionen: 72 Prozent der 14- bis 29-Jährigen finden es wichtig, die Traditionen ihrer Region zu pflegen (2009: 63 Prozent). Das Tragen von Tracht gehört für 43 Prozent der jungen Bayern selbstverständlich dazu – 2009 waren es nur 23 Prozent.

BR bildet Klammer um regionale Vielfalt in Bayern

Der Bayerische Rundfunk bildet nach Meinung vieler Befragter den Reichtum der bayerischen Regionen ab und vereint diese unter einem (Sende-)Dach: So sagen 86 Prozent, der BR hält die Traditionen der bayerischen Regionen lebendig, 84 Prozent meinen, er zeigt das Land so, wie es ist und 82 Prozent sind der Ansicht, der BR bildet es in seiner ganzen Vielfalt ab. Die Ergebnisse der „BR-Bayernstudie 2012“ nutzt der Bayerische Rundfunk dafür, das Lebensgefühl der Menschen in Bayern noch besser in seinen Programmen widerzuspiegeln.

"Die BR-Bayernstudie zeigt, wie wichtig den Menschen in Bayern ihre Heimat und die Verwurzelung in ihrer Region ist. Dem wird der Bayerische Rundfunk auch künftig Rechnung tragen. Ohne das große Ganze aus dem Blick zu verlieren, werden wir den Reichtum und die Besonderheiten Bayerns und seiner Regionen auch in Zukunft möglichst facettenreich in unseren Angeboten widerspiegeln. Kein anderes Medienhaus berichtet vergleichbar flächendeckend aus allen Teilen des Freistaats. Deshalb freue ich mich auch sehr über die große Zustimmung der Bürgerinnen und Bürger zu 'ihrem' Bayerischen Rundfunk."

Ulrich Wilhem, Intendant des Bayerischen Rundfunks

Regionale Besonderheiten in den sieben Regierungsbezirken

Blick vom Großen Arber nach Norden.

Als Gründe für das Wohlfühlen in ihrer Heimat betonen die Menschen je nach Region unterschiedliche Vorzüge. Die Infrastruktur in Mittelfranken, die Freizeitmöglichkeiten in Oberbayern, das soziale Miteinander in Niederbayern, die kulinarischen Besonderheiten in Oberfranken, das gute Klima in Schwaben und vieles mehr. Einig sind sich nahezu alle Bayern (94 Prozent), dass die Landschaft wesentlich zu ihrer Verbundenheit mit der Region und mit Bayern beiträgt. Entsprechend sesshaft sind die Menschen: Die Bayern leben im Durchschnitt 32,6 Jahre an ihrem derzeitigen Wohnort, wobei die Oberfranken besonders „heimattreu“ sind (36 Jahre).

Die Bayern nehmen ihre Umgebung aber nicht nur in rosig verklärtem Licht wahr. 63 Prozent verweisen darauf, dass sich Landschafts- und Ortsbilder in den letzten Jahren verändert haben. Mehr als ein Viertel (27 Prozent) registriert sogar starke Eingriffe. Der fortschreitende Straßenbau, das Entstehen neuer Gewerbegebiete und das Verschwinden der Landwirtschaft werden teilweise mit Sorge gesehen. Positiv hervorgehoben wird gerade in kleineren Städten die Sanierung der Altstadtviertel.

Auch die „Zugereisten“ schätzen die bayerische Tradition  

Das Bekenntnis zu Bayern und seinen Regionen ist bei den sogenannten „Zugereisten“ erwartungsgemäß nicht ganz so ausgeprägt wie bei den Menschen, die in Bayern geboren und aufgewachsen sind. Bemerkenswert sind die Unterschiede zwischen den in- und ausländischen „Neu-Bayern“. Bei der Frage „Wie gerne leben Sie in Bayern?“ antworten die Zuwanderer aus dem Ausland ähnlich enthusiastisch („sehr gern“: 81 Prozent) wie die gebürtigen Bayern (83 Prozent). Die inländischen Zuwanderer sind deutlich verhaltener (54 Prozent). Dass sich die ausländischen Zuzügler offenbar besser akklimatisiert haben, zeigt sich an einer Reihe weiterer Indikatoren, bei denen ihre Aussagen nahezu deckungsgleich mit denen der gebürtigen Bayern sind: Sie sind ähnlich stolz auf die Region, sie mögen die Mentalität der Menschen in ihrer neuen Heimat, sie finden es genauso wichtig, die Traditionen der Region zu pflegen, und sie tragen genauso gerne Tracht.

Vertiefende Informationen zur „BR-Bayernstudie 2012“ finden Sie unter www.BR.de/Bayernstudie

Grafiken und Karikaturen zum Download auf www.BR-Foto.de

Ergebnisse zur Veröffentlichung frei mit Quellenangabe:

„BR-Bayernstudie 2012“ oder „Bayernstudie des Bayerischen Rundfunks“


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