Archivbestände Auszug aus dem BR-Studiobau auf der Zielgeraden
Der Umzug des Bayerischen Rundfunks nach Freimann läuft auf Hochtouren. Die BR-Verwaltungsdirektion hat für Archivbestände, Kunst- und Ausstattungsgegenstände im alten Studiobau zukunftsfähige Lösungen erarbeitet.
Das bisher im Studiobau beheimatete Tonträger-Archiv wurde in den vergangenen Jahren konsequent digitalisiert und die Inhalte großflächig für die Kernaufgabe nutzbar gemacht: den zukünftigen Einsatz im Programm. Die notwendige Flächenreduktion, die mit dem Umzug einhergeht, kann der BR deshalb gut meistern.
Die Archivbestände an Schallplatten (120.000) werden zunächst zwischengelagert, parallel dazu führt der BR Gespräche mit potenziellen Abnehmern wie Archiven und kulturellen Institutionen, um den Fortbestand dieser historischen Tonträger zu sichern.
Auch für das umfangreiche und zum Großteil bereits digitalisierte Archiv der CD-Alben (170.000) gibt es eine gute Lösung. Bisher wollte keine Institution – trotz gründlicher Suche – den Bestand übernehmen. Jetzt hat sich eine engagierte frühere BR-Mitarbeiterin bereit erklärt, nahezu den gesamten Bestand an CD-Alben zu übernehmen bis auf 1.100 CDs mit Volksmusik, an denen das Zentrum für Volksmusik, Literatur & Popularmusik (ZeMuLi) des Bezirks Oberbayern in Bruckmühl Interesse hat.
Sämtliche etwa 300.000 Tonbänder mit BR-Produktionen wurden ebenfalls digitalisiert und stehen den Redaktionen im BR und ARD-weit weiterhin zur Verfügung. Ausgewählte Wort- und Musikproduktionen mit besonderem historischem Wert werden langfristig als Originalträger im BR-Unternehmensarchiv aufbewahrt. Die weiteren Tonbänder werden fachgerecht ausgesondert.
Trennen muss sich der BR auch von rund 7.000 ausgedienten Technik- und Ausstattungsgegenständen – von Mikrofonen und Bandmaschinen über Büromöbel bis hin zu IT- und Antennentechnik. Im Sinne der Nachhaltigkeit soll auch dieser Bestand zum größtmöglichen Teil wiederverwertet werden, etwa durch Weiterverwendung im BR oder anderen Landesrundfunkanstalten. Die dann noch übrigen Gegenstände werden über eine Auktion öffentlich angeboten, die Erlöse kommen der Benefizaktion Sternstunden zugute.
Der BR sorgt auch für einen guten neuen Platz für die Kunstwerke, die bisher entweder als "Kunst am Bau" genutzt oder im Studiobau aufbewahrt werden. Im Bestand befinden sich insgesamt gut 1.000 Kunstwerke – unter anderem Gemälde von Heino von Damnitz, Bill Nagel, Max Pechstein oder Bruno Lenz. Viele Werke weisen nach Schätzung durch einen Kunstsachverständigen nur einen sehr überschaubaren Wert auf. Alle Werke, die auf mehr als 500 Euro geschätzt wurden, werden nun über ein Auktionshaus versteigert. Die Kunstwerke, die unter diesem Wert liegen, werden intern bzw. über ein Online-Portal zum Verkauf angeboten. Hintergrund der seit den 1950er- bis in die 1990er-Jahre erfolgten Anschaffungen sind unter anderem damalige Kunst-am-Bau-Regelungen, wonach öffentliche Bauherren einen gewissen Prozentsatz der Bausumme für den Erwerb von moderner Kunst verwenden sollen. An diese Vorgaben hat sich der BR als öffentlich-rechtliches Haus gehalten). Hinzu kommt: In den 1950er- und 1960er-Jahren war der Beginn der Hörfunk- und Fernsehwerbung mit der Zusage verbunden, einen Teil der Erträge zur Kulturförderung zu verwenden.
Hintergrund des Umzugs nach Freimann
Vor dem Hintergrund von Medienwandel und Crossmedialität vereint der BR wesentliche Betriebsteile in München am neuen Standort Freimann und zieht sich in der Innenstadt auf zirka 20 Prozent der heute genutzten Fläche zurück. Auf dem südlichen Teil des Funkhaus-Geländes mit dem markanten BR-Hochhaus wird der "Munich Media Hub" entstehen, ein Ort für Partner u. a. aus Medien, Kultur, journalistischer Ausbildung und dem Bereich Medienkompetenz, der auch Raum für Veranstaltungen unterschiedlicher Art bietet. Der Bayerische Rundfunk öffnet damit das Gelände für gemeinwohlorientierten, kulturellen und demokratischen Austausch im Herzen von München. Der Nordteil mit dem bisherigen Studiobau soll verkauft werden und damit einen Teil zur Finanzierung beitragen.
Aktualisierungshinweis: Die Pressemitteilung vom 2. Oktober 2025 wurde am 6. Oktober 2025 aktualisiert.