Presse - Pressemitteilungen


5

Dialog der Kulturen Armenien: Musik als Heimat

Ein kleines Land zwischen Asien und Europa am Südhang des Kaukasus mit einer musikalischen Schatzkammer von nahezu unvorstellbarer Fülle: Über 1000 Jahre alt sind die geistlichen Lieder Armeniens, seine liturgischen Gesänge zählen zur ältesten schriftlich überlieferten Musik der Welt. In den seelenvollen Melodien der Hirten-Oboe Duduk sind die Erzählungen von Tod und Verfolgung dieses Volkes bis dato lebendig, und Komponisten wie Aram Chatschaturjan, Avet Terterian und Tigran Mansurian genießen Weltruhm. Konzert und Podiumsdiskussion am 19. November im Münchner Funkhaus des BR, Eintritt frei.

Stand: 01.11.2019

Norayr Gapoyan, Duduk | Bild: BR/Garegin Aghabekyan

Drei Musiker präsentieren am Dienstag, 19. November um 18.30 Uhr im Münchner BR-Funkhaus Lieder von Komitas, der "Stimme Armeniens". Das Thema der anschließenden Podiumsdiskussion widmet sich ebenso der armenischen Musikkultur. Der Eintritt ist frei, BR-KLASSIK/Hörfunk überträgt die Diskussion ab 20.05 Uhr live.

Was bedeutet einem Volk, zerstreut über die ganze Welt, seine kulturelle Identität? Bewahrt sich in seiner Musiktradition sein kollektives Gedächtnis? Das Konzert mit anschließender Podiumsdiskussion ist eine Begegnung mit einem großartigen Kulturkreis, der während der sieben Jahrzehnte Sowjetherrschaft von der westlichen Welt abgeschottet war. Vor allem aber ist die Nation geprägt vom Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich 1915.

150. Geburtstag von Komitas

Der Sänger, Priester und Musikethnologe Komitas, die "Stimme Armeniens", geboren vor 150 Jahren, entwickelte ein eigenes Notationssystem, mit dem er die alten armenischen Kirchengesänge präzise festhielt. Auch die mündlich überlieferten dörflichen Weisen sammelte er auf seinen Reisen und rettete sie vor dem Vergessen. So bewahrte er das nationale Kulturgut seiner vertriebenen Landsleute und gab den weltweit verstreuten Armeniern damit eine Heimat.

In dem Konzert führen drei Künstler Lieder von Komitas auf: die Pianistin Lusine Grigoryan, ausgebildet am Staatlichen Komitas-Konservatorium der Hauptstadt Jerewan, sowie Norayr Gapoyan, Duduk, und Davit Avagyan, Tar-Laute, beide sind Mitglieder des Gurdjieff Folk Instruments Ensemble.

Aspekte der armenischen Geschichte

Im Fokus der Podiumsdiskussion stehen Aspekte der armenischen Geschichte und der kulturpolitischen Gegenwart sowie die Frage, wie sich das kollektive Gedächtnis eines Volkes im Klang seiner Musik wiederfindet. Es diskutieren die Sängerin Gayané Sureni, der Komponist, Dirigent und Musikwissenschaftler David Haladjian und der Pianist Vardan Mamikonian.

Konzert ab 18.30 Uhr

Armenische Lieder
Lusine Grigoryan, Klavier
Norayr Gapoyan, Duduk
Davit Avagyan, Tar

Podiumsdiskussion & Musik ab 20.05 Uhr
Armenische Geschichte und Gegenwart
Gayané Sureni, Sängerin
David Haladjian, Komponist, Dirigent und Musikwissenschaftler
Vardan Mamikonian, Pianist
Moderation: UIrike Zöller (BR-KLASSIK)

BR-KLASSIK überträgt die Podiumsdiskussion live im Radio ab 20.05 Uhr. Nach der Ausstrahlung kann die Sendung auf www.br-klassik.de/contrapunkt nachgehört werden. Kooperationspartner des Abends sind die Deutsch-Armenische Gesellschaft und die Deutsch-Armenische Musikgesellschaft e.V.

Ort: BR-Funkhaus, Studio 2, Rundfunkplatz 1, 80335 München
Der Eintritt ist frei.

"Contrapunkt – Dialog der Kulturen" ist eine Veranstaltungsreihe von BR-KLASSIK und dem Goethe-Institut und findet zwei Mal im Jahr statt. Jede Ausgabe widmet sich den Musiktraditionen eines Gastlandes.

Weitere Informationen unter www.br-klassik.de/contrapunkt


5