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Tatort: Der tiefe Schlaf Statements

Autor und Regisseur Alexander Adolph und BR-Redakteurin Claudia Simionescu über den Tatort: "Der tiefe Schlaf":

Stand: 28.11.2012

Carla (Anna Willecke) ist der Bus vor der Nase weggefahren. | Bild: BR / Kerstin Stelter

"Im Tatort: 'Der tiefe Schlaf‘ geht es um den Tod. Darum, dass jemand stirbt und was das mit den Freunden, Verwandten, Kollegen macht, die am Leben bleiben. Und mit den Polizisten, die jene Hinterbliebenen treffen. ... Je öfter ich Kommissaren vom Morddezernat oder dem KDD begegnet bin, umso deutlicher schien mir, dass sich ihr Alltag weniger um den Täter dreht, als um die Opfer und deren Angehörige. Davon wollte ich gern erzählen."

Alexander Adolph, Autor und Regisseur

"In unseren ersten Gesprächen erzählte Alexander Adolph immer wieder von seinen nächtlichen Fahrten mit der Münchner Polizei. Recherchearbeit.
Hin und wieder durfte er hinten bei den Polizisten im Fond sitzen, Tatorte begehen, die Nächte durchstehen. Mehr noch als die Konfrontation mit den dunkelsten Seiten der Stadt, schienen ihn dabei die Polizisten selbst beschäftigt zu haben, ihre Versuche,  persönliche Betroffenheit zu verbergen oder ihre Überreaktionen, verbaler Art – menschlich nachvollziehbar, aber hart. - Ein Fall für einen Tatort war das noch nicht.
Ich hingegen schwärmte von einem amerikanischen Krimi aus den Siebzigern,  der mir in Erinnerung geblieben ist, weil dort die Tonebene eine außergewöhnlich wichtige Rolle spielte. Ich erzählte von einem alten Mordfall hier bei uns, über den ich gelesen hatte und  der nach zwanzig Jahren durch eine minutiöse, und, wie ich fand, spektakuläre Auswertung eines alten Tonbandes aufgeklärt werden konnte.  Aber ein Fall war auch das noch nicht.  
'Der Tiefe Schlaf' nun behandelt den grausamen Tod eines  jungen Mädchens, deren letztes Lebenszeichen die Stimme auf dem Anrufbeantworter ist. Und hinten im Fond, im Wagen der Kommissare, sitzt plötzlich dieser merkwürdige Gisbert Engelhardt, der wie besessen einem fremden Huster nachjagt, dem Mörderhuster? Ein tragischer Fall und  ein klassischer Ermittlungsfall also. Doch in Wahrheit geht es hier um drei Polizisten, die es besser nicht konnten und wohl Einiges falsch gemacht haben. Um drei Kollegen, deren Arbeit sie stets mit den dunklen Seiten des Lebens konfrontiert und die deshalb nicht immer nur Helden sein können. Ein wahrhafter Polizistenfilm. 'Ein Polizist wird immer nur dann gerufen, wenn etwas Schlimmes passiert ist. Ein Polizist wird nie gerufen, wenn etwas Schönes passiert', sagt Gisbert."

Claudia Simionescu, Redakteurin


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