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Hintergrund Das Besondere an diesem Filmprojekt

Die meisten der verwendeten Filmquellen - alles Farbfilmmaterial aus den Jahren 1931 - 45 sind Amateurfilme, die teils unbeachtet in Archiven lagen oder auf Flohmärkten und Dachböden gefunden und zusammengetragen wurden. Das Besondere an diesem Filmprojekt ist die auf Zelluloid gebannte Alltäglichkeit während der NS-Diktatur.

Stand: 05.11.2019

Im Jahr 1938: Landesrat Langer spricht im Namen des Gauleiters im Gau Nieder-Donau in Ybbs. | Bild: Agentur Karl Höffkes/BR/DOKfilm Fernsehproduktion GmbH

Eine Hochzeit in SS-Uniform, das Strahlen in den Gesichtern der Mitglieder eines Filmamateurclubs, als die dampfenden Knödel in einer Gaststätte im Städtchen Dachau serviert werden, an einem heißen Sommertag 1943, nur ein paar Kilometer Fußweg vom Konzentrationslager entfernt: Dieser Blick auf ein privates Alltagsleben in der Diktatur ist auch deshalb so ungewohnt, weil das Filmen in den 30er-Jahren nur wenigen Privatleuten möglich war. Zwar war ab 1936 durch die Entwicklung handlicherer Filmkameras das Filmen nun auch der Mittelschicht möglich, dennoch war dieses Hobby höchst kostenintensiv. Aus diesem Grund gibt es nur wenige Privataufnahmen aus jener Zeit. Die bekannteren Bilder wurden von Profikameraleuten etwa der Wochenschauen hergestellt – mit dem entsprechenden Blickwinkel, den das NS-Propagandaministerium vorgab.

Es ist also die Privatheit der Bilder, die es ermöglicht, sich der Vergangenheit "von Innen heraus" anzunähern.


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