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nachtlinie extra Zu Besuch in der Bayreuther Synagoge

Die "nachtlinie extra" ist zu Gast in Deutschlands ältester noch genutzter Synagoge in Bayreuth. Felix Gothart, der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth, führt Moderator Andreas Bönte durch das Haus. Er erklärt Grundlagen des Judentums und zeigt die Mikwe, das rituelle Tauchbad, das zu den reinsten Europas zählt. Die "nachtlinie extra" wird im Rahmen des BR Themas "Schalom – 1700 Jahre jüdisches Leben in Bayern" am Dienstag, 9. Februar 2021, um 23.35 Uhr im BR Fernsehen ausgestrahlt und ist anschließend zwölf Monate in der BR Mediathek verfügbar.

Stand: 04.02.2021

Von links: Felix Gothart, Vorsitzender der Israelitischen Gemeinde in Bayreuth erklärt Andreas Bönte den Frauentrakt in der Bayreuther Synagoge. | Bild: BR

Das Gebäude war 1714 ursprünglich als "Markgräfliche Comödie" gebaut worden. 1760 kaufte der sogenannte Hofjude Moses Seckel, der ein freundschaftliches Verhältnis zum Markgrafen Friedrich pflegte, das Haus und bekam die Erlaubnis, eine Synagoge einzurichten. Aus dem Theater wurde ein Gotteshaus.

Die Synagoge überlebte die Zerstörung jüdischer Gotteshäuser durch die Nazis während der Novemberpogrome 1938 und wurde nicht wie andere Synagogen angezündet und niedergebrannt. Die Nazis befürchteten, dass das Nachbargebäude, die Oper, dann auch Feuer fangen würde. Sie stürmten aber das Gotteshaus und verwüsteten und zertrümmerten das Innere. Die 28 Tora-Rollen wurden entwendet, Ritualgegenstände verschwanden spurlos.

Bei Sanierungsarbeiten kam es 2009 zu einem sensationellen Fund: Unter den Brettern des Dachbodens stießen Handwerker auf eine Genisa – einen Hohlraum zur Aufbewahrung jüdischer, liturgischer Schriften, die nicht mehr genutzt, aber auch nicht weggeworfen werden dürfen. Unter den 8000, bis zu 250 Jahre alten Fundstücken waren auch Zettel mit kabbalistischen Sprüchen oder Wünschen, wie sie in die Klagemauer in Jerusalem gesteckt werden.

BR Thema: "Schalom – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland"

Seit mindestens 1700 Jahren leben Jüdinnen und Juden auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands – nachweislich seit dem 11. Dezember 321, als ein Edikt Kaiser Konstantins die Berufung von Juden in Ämter der Stadtverwaltung von Köln gestattete. Das Jubiläum der Ersterwähnung jüdischen Lebens hierzulande ist Anlass für ein bundesweites deutsch-jüdisches Festjahr. Dieses begleitet der Bayerische Rundfunk in Hörfunk, Fernsehen und online mit einem umfangreichen, laufend um neue Beiträge erweiterten BR Thema: "Schalom – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland". 

Dokumentationen, Reportagen, Features, Gespräche, Archivschätze und digitale Angebote geben Einblick in das deutsch-jüdische Zusammenleben in Geschichte und Gegenwart. Sie laden dazu ein, die reiche jüdische Geschichte, Religion und Kultur in all ihren Facetten neu zu entdecken. Eine immer wieder aktualisierte, detaillierte Übersicht über die vielfältigen Programmangebote in Hörfunk, Fernsehen und online, zahlreiche Zusatzinformationen, eine interaktive Karte der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern sowie ein Glossar gibt es auf einer eigenen Homepage zum Jubiläumsjahr.


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