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Sie sind in vielen verarbeiteten Lebensmitteln enthalten und sorgen unter anderem für die gewünschte Konsistenz und den Geschmack. Dabei sind nicht alle Zusatzstoffe unbedingt notwendig.

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Zusatzstoffe, die es eigentlich nicht braucht

Sie sind in vielen verarbeiteten Lebensmitteln enthalten und sorgen unter anderem für die gewünschte Konsistenz und den Geschmack. Dabei sind nicht alle Zusatzstoffe unbedingt notwendig.

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Erst ein Blick auf das Kleingedruckte auf Lebensmittel-Verpackungen verrät, was wirklich alles im Produkt steckt. Etwa 340 Zusatzstoffe sind EU-weit zugelassen. Sie tragen eine E-Nummer und müssen auf gesundheitliche Unbedenklichkeit überprüft worden sein.

Trotzdem sind mehrere Zusatzstoffe in der Wissenschaft umstritten. Dabei wäre es aus Verbrauchersicht theoretisch möglich, auf den ein oder anderen Zusatzstoff zu verzichten.

Gerührt und geschüttelt ohne Carrageen

Der Stabilisator Carrageen (E407) ist so ein Beispiel. Es wird oft Sahne, Pudding, Kakaogetränken und Salatdressings zugesetzt und sorgt zum Beispiel dafür, dass Sahne gleich nach dem Öffnen schön fließt.

Doch in Tierversuchen führte der Stoff zu Geschwüren und Veränderungen im Immunsystem. Ohne den Zusatz würde sich das Fett der Sahne absetzen. Durch gutes Schütteln verteilt es sich aber wieder. Obwohl Carrageen auch für Bio-Lebensmittel zugelassen ist, verzichten viele Bio-Hersteller auf den umstrittenen Zusatzstoff.

Geschwefelt oder nicht geschwefelt

Schwefeldioxid (E220) und Sulfite, die Schwefeldioxid freisetzen, sind Konservierungsmittel und Antioxidantien. Das heißt, sie sorgen zum Beispiel bei Trockenfrüchten für lange Haltbarkeit und dafür, dass diese ihre Farbe behalten.

Bei empfindlichen Menschen kann der Zusatzstoff aber zu Allergien, Übelkeit oder Kopfschmerzen führen. Asthma-Patienten können Beschwerden bekommen. Wen es nicht stört, dass Trockenfrüchte eine dunklere Farbe bekommen, kann getrost zu Produkten ohne Schwefeldioxid greifen. Denn lange haltbar sind sie auch so.

Erdbeergeschmack ohne Erdbeeren

Neben den deklarierten Zusatzstoffen werden Aromastoffe mit über 2.000 Substanzen auf den Produkten pauschal als "Aroma" geführt. Steht bei den Zutaten eines Erdbeerjoghurts zum Beispiel "natürliches Aroma", kann dieses unter anderem aus Schimmelpilzkulturen und Holzstoffen bestehen. Die genaue Zusammensetzung ist oft nur den Herstellern bekannt.

Aromastoffe sorgen für einen starken Geschmack. Allerdings täuschen sie den Geschmack nur vor. Werden überwiegend verarbeitete Lebensmittel konsumiert, verlieren wir den Geschmack für das Natürliche. Heißt es in der Zutatenliste "natürliches Erdbeeraroma", muss das Aroma zu mindestens 95 Prozent von Erdbeeren stammen. Der Rest kann wiederum "natürlich" sein. Noch einfacher ist es, seinen Fruchtjoghurt selbst zu mixen: aus Naturjoghurt und frischen Früchten.

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