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Bildrechte: picture alliance / dpa Themendienst | Christin Klose

Beim Heilfasten gibt es keine feste Nahrung: nur Tee, Säfte, Gemüsebrühe und Wasser.

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    Wie gesund ist Heilfasten?

    Viele wollen in der Fastenzeit abnehmen, entgiften oder einfach verzichten. Besonders populär ist die klassische Heilfastenkur: mehrere Tage ohne feste Nahrung, dazu eine Darmreinigung. Doch welche positiven Effekte sind wissenschaftlich erforscht?

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    Von
    • Monika Hippold
    • Florian Heinhold

    Heilfasten soll Körper, Geist und Seele reinigen. Die Mittel dazu: tagelang kein festes Essen, nur Säfte und Brühe. Dazu eine Darmreinigung mithilfe abführender Mittel und Einläufe. Was auf den ersten Blick nicht sonderlich attraktiv klingt, findet im Internet begeisterte Anhänger.

    So wie Alexandra Mayer. Der YouTuberin und Personal Trainerin geht es beim Heilfasten nicht ums Abnehmen, sondern um einen "Restart". "Dass du sagst: Ich leere jetzt meinen Körper und dann fülle ich ihn nur noch mit guten Sachen". Zusätzlich ändere man vielleicht eine Gewohnheit, trinke weniger Kaffee oder verzichte mehr auf Fleisch. Ein weiterer Vorteil für Mayer: Beim Heilfasten habe man viel Zeit für sich, da man nicht einkaufen oder kochen müsse.

    Ausschließlich flüssige Nahrung

    Heilfasten geht auf den Arzt Otto Buchinger (1878 – 1966) zurück. Er setzte das Heilfasten auf medizinischer, psychosozialer und spiritueller Ebene an und sprach von einer "Diät der Seele".

    Sechs bis acht Tage sollten Interessierte das Fasten mindestens durchziehen, so die aktuelle Empfehlung der Ärztegesellschaft für Heilfasten und Ernährung e.V. (ÄGHE). Fastende dürfen dem Körper währenddessen eine geringe Menge Energie zuführen und zwar maximal 500 Kilokalorien am Tag in Form von Gemüsebrühe, Obst- oder Gemüsesäften und Honig. Dazu kommen mindestens 2,5 Liter Flüssigkeit (Wasser oder Tee). Festes Essen ist tabu.

    Heilfasten: Bei entzündlichen Erkrankungen empfohlen

    Zusätzlich zur Nahrungsumstellung sollen Heilfastende alle zwei Tage ihren Darm mit Einläufen oder Abführmitteln wie Glaubersalz entleeren.

    Heilfasten zählt zum medizinischen Fasten und ist laut der Richtlinien zur Fastentherapie gesunden Menschen als Präventionsmaßnahme empfohlen. Es soll aber auch bei bestimmten Krankheiten helfen, wie zum Beispiel bei rheumatoider Arthritis, dem metabolischen Syndrom, bei chronischen Entzündungen, Schmerzen oder kardiovaskulären Erkrankungen. Auch bei atopischen und psychosomatischen Krankheiten haben sich in Studien positive Effekte des Heilfastens gezeigt. Wer abnehmen möchte, dem empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) das Heilfasten hingegen nicht.

    Heilfasten: Medizinische Unterstützung in Kliniken

    Medizinische Betreuung bekommen Fastende in klinischen Abteilungen für integrative Medizin oder in speziellen Fastenkliniken. So auch in der Malteser Klinik von Weckbecker im unterfränkischen Bad Brückenau. Viele Patienten kommen auch mit der Absicht dorthin, ihren Körper zu "entgiften" und zu "entschlacken". Doch:

    "Die Begriffe 'entgiften' und 'entschlacken' sind volkstümlich. Sie sind nicht wissenschaftlich. Der Organismus wird beim Fasten dazu gebracht, eine Fettsäureverbrennung durchzuführen. Fasten wirkt antientzündlich. Und wir sind der Meinung, dass es auch angstlösend wirkt, antidepressiv und gerade auch Menschen mit innerer Unruhe ausgleicht." Dr. med. Rainer Matejka, Allgemeinmediziner

    Stress vermeiden

    Zusätzlich zur Ernährung und zur medizinischen Betreuung stehen für die Patienten Termine beim Osteopathen auf dem Programm, Kneipp-Bäder, Meditations- und Achtsamkeitstraining sowie Fitnessübungen. Allerdings sind die Gewichte beim Krafttraining während des Fastens reduziert, um den Körper nicht zu überfordern.

    Wer fastet, sollte Stress vermeiden und sich Ruhe gönnen. Denn es können auch Nebenwirkungen wie leichte Kreislaufbeschwerden, Kopfschmerzen oder Muskelkrämpfe auftreten. Bei schweren Nebenwirkungen sollten Patienten das Fasten abbrechen.

    Das Fasten drei Tage nachbereiten

    Nach der Fastenkur ist es wichtig, nicht sofort die alten Essgewohnheiten aufzunehmen. Sondern: den Körper langsam, mindestens über drei Tage, wieder an feste Nahrung gewöhnen. Der Grund:

    "Der Körper verträgt nicht alle Lebensmittel nach dem Fasten gut. Die Gefahr wäre, dass wir starke Magenkrämpfe, Bauchschmerzen, Blähbauch, Migräne, Unwohlsein bekommen." Sarah Reinmold, Diätassistentin

    Man sollte sich beim Heilfasten also nicht überfordern.

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