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Zum Welttag des Stotterns: Neue Website geht online | BR24

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Junge hält sich die Hand vor den Mund. Etwa 800.000 Menschen in Deutschland stottern. Viele Kleinkinder stottern - aber nicht für immer.

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Zum Welttag des Stotterns: Neue Website geht online

800.000 Menschen in Deutschland stottern. Zum heutigen Welttag des Stotterns will die Bundesvereinigung "Stottern und Selbsthilfe" eine neue Website vorstellen. Sie soll vor allem betroffenen Kindern den Schulalltag erleichtern.

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Um auf das Problem der Stotterer aufmerksam zu machen, wurde am 22. Oktober der Welttag des Stotterns ins Leben gerufen. Etwa fünf Prozent aller Kinder zwischen zwei und sechs Jahren stottern. Manche verlieren ihr Stottern wieder ohne Therapie, doch 80 Prozent behalten es - ihr Leben lang.

Stotterer haben besonders in der Schule Stress und Angst

Besonders die Schulzeit ist für stotternde Kinder belastend. Sie schämen sich für ihr unflüssiges Sprechen und fürchten negative Reaktionen darauf. Stotternde Kinder ziehen sich deshalb im Unterricht häufig zurück. Ihre Fähigkeiten werden so oft unterschätzt.

"Auch wenn Inklusion in aller Munde ist, besteht an Schulen noch ein großer Aufklärungsbedarf, was die Sprechbehinderung Stottern angeht." Martina Wiesmann, stellvertretende Vorsitzende der Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe e.V.

Neue Website zu Stottern und Schule bietet Hilfe für Beteiligte

Eine neue Website soll diese Informationslücke jetzt schließen. Unter www.stottern-und-schule.de finden Eltern, Lehrer und Betroffene ab dem 22. Oktober 2018 Hilfe für Probleme rund ums Stottern. So sehen stotternde Schülerinnen und Schüler, dass sie nicht allein sind und erhalten praktische Tipps, um in der Schule klarzukommen. Eltern erfahren, was sie tun können, um ihr Kind in der Schule zu unterstützen. Und Lehrkräfte finden auf der Seite praxisnahe Anregungen für den Umgang mit stotternden Kindern in ihrer Klasse. Da Stottern als Sprechbehinderung anerkannt ist, haben betroffene Kinder in der Schule das Recht auf sogenannten Nachteilsausgleich. Was das im Einzelfall heißt, auch darüber klärt die neu geschaltete Website auf.

Ursachen von Stottern: Gene spielen eine große Rolle

Warum manche Menschen stottern und andere nicht, ist noch nicht abschließend geklärt. Fest steht allerdings, dass Stottern zu einem hohen Maße genetisch bedingt ist. Neueste Forschungen haben ergeben, dass sich die Gehirne von Stotterern und Nicht-Stotterern unterscheiden. Das gibt vielen Stotterern Hoffnung auf die baldige Entwicklung heilender Therapien.

Die Störungen bei Stotterern liegen vor allem bei der Sprachplanung, an der beide Gehirnhälften beteiligt sind. Auch ist die Muskelanspannung vor dem Sprechen bei Stotternden niedriger als die von Nicht-Stotterern.

Heilungschancen und Therapie

Die besten Heilungschancen haben Stotterer, wenn sich die Sprache im Gehirn entwickelt, also im Alter von drei bis sechs Jahren. Wem das Stottern bleibt, kann mit der richtigen Therapie viel erreichen. Auch hier steht fest: Das Sprechen mit vielen Wiederholungen zu trainieren hilft. Druck, unbedingt reüssieren zu müssen, ist dagegen kontraproduktiv.

© BR

Stolperstein: Forschung an der Uniklinik Göttingen.