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WWF-Studie: Tierbestände auf dem Tiefpunkt | BR24

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Mehr als zwei Drittel der Tierwelt auf der Erde sind in den vergangenen 50 Jahren vernichtet worden.

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WWF-Studie: Tierbestände auf dem Tiefpunkt

Mehr als zwei Drittel der Tierwelt sind in den vergangenen 50 Jahren vernichtet worden. Betroffen sind nach einer WWF-Studie Säugetiere, Vögel, Fische, Amphibien und Reptilien. Ein Gegensteuern sei möglich, politisch aber schwer durchsetzbar.

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Der Östliche Flachlandgorilla im Kongo, Lederschildkröten in Costa Rica, Störe im Jangtse, das Rebhuhn in Deutschland - diese und viele andere Tiere könnten bald verschwunden sein. Der Niedergang vieler Tierbestände weltweit setzt sich laut einer Untersuchung unvermindert fort. Der Schwund bei rund 21.000 beobachteten Populationen von Säugetieren, Vögeln, Fischen, Amphibien und Reptilien zwischen 1970 und 2016 beträgt im Durchschnitt 68 Prozent. Das geht aus dem "Living Planet Report 2020" der Umweltstiftung WWF und der Zoologischen Gesellschaft London hervor.

"Wir verlieren die Vielfalt des Lebens auf der Erde." Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz bei WWF

Große Verluste in Lateinamerika

Naturzerstörung und -Überbeanspruchung geschehen laut Report in beispielloser Geschwindigkeit. Heinrich sagte, statt dass die Dramatik nachlasse, sei noch eine Beschleunigung der Entwicklung zu befürchten. Besonders schlechte Werte weist der Bericht für die Tropen aus. Lateinamerika stehe "herausragend schlecht" da. "Sie haben über 90 Prozent ihrer Tiere verloren", sagte Heinrich.

Tiere in Mooren bedroht

In Europa liegt das Minus demnach bei 25 Prozent. Noch gravierendere Entwicklungen als aus Regenwäldern kämen aus Feuchtgebieten wie Mooren. Bei den dort lebenden, untersuchten Arten liege der Rückgang durchschnittlich bei mehr als 80 Prozent. Gründe seien zum Beispiel, dass Wasser häufig für die Bewässerung der Landwirtschaft entnommen werde oder Flüsse zur Gewinnung von Elektrizität angestaut würden. Das Anstauen etwa verändere alles für Fische, Muscheln und andere Organismen.

Gegensteuern schwer durchsetzbar

Der WWF-Vorstand betonte, dass ein Gegensteuern möglich sei, allerdings seien die nötigen Schritte politisch nicht einfach durchzusetzen. Vor allem drei Maßnahmen hält Heinrich für wichtig: mehr Schutzgebiete, verträglichere Landnutzung vor allem in der Landwirtschaft und Aufhalten des Klimawandels. Es ist die 13. Ausgabe des Reports zur weltweiten Biodiversität seit 1998. Einbezogen wurden Bestände von mehr als 4.400 Wirbeltierarten, darunter bedrohte und nicht bedrohte. Wie es um Insekten steht, wird bisher nicht einberechnet.

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