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WWF beklagt Rekord-Abholzung am Amazonas | BR24

© Abholzung des Amazonas Regenwaldes für den Straßenbau, Sinop, Mato Grosso, Brasilien, SüdamerikaFotograf:Florian Kopp

Abholzung des Amazonas-Regenwaldes für den Straßenbau in Brasilien.

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WWF beklagt Rekord-Abholzung am Amazonas

Die Umweltorganisation WWF hat eine düstere Prognose zur Zukunft des Amazonas-Regenwaldes abgegeben. In einer Erklärung zum "Tag des Regenwalds" heißt es, der Amazonas steuere auf eine existentielle Katastrophe zu.

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Zum "Tag des Regenwalds" am Montag beklagt die Umweltorganisation WWF eine Rekord-Abholzung des Amazonas-Regenwalds. Dessen Zerstörung steuere neuen Höchstwerten entgegen, heißt es in einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung: "In den ersten fünf Monaten dieses Jahres gingen im weltgrößten Tropenwaldgebiet mehr als 2.000 Quadratkilometer Wald verloren, wie das brasilianische Weltrauminstitut INPE mitteilte." Das entspreche einem Anstieg von 34 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr und 49 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen vier Jahre. "Unsere Befunde sind eindeutig: 645.000 Hektar Tropenwald wurden im März 2020 zerstört. Das ist mehr als die siebenfache Fläche von Berlin", so analysiert der WWF die Lage. Zugrunde liegt der Untersuchung auch die Auswertung von Satellitenbildern.

Schon ein Fünftel des Amazonas zerstört

"Der Amazonas steuert auf eine existenzielle Katastrophe zu", warnt Roberto Maldonado, Brasilien-Referent beim WWF Deutschland: "2019 hatten wir die höchste Zerstörung seit zehn Jahren und nun deutet alles darauf hin, dass 2020 ein noch schlimmeres Jahr für den Regenwald wird. Erreichen wir nicht bald eine Trendumkehr, könnte der Amazonas langfristig verloren gehen." Insgesamt seien bereits rund 20 Prozent des ursprünglichen Amazonas-Regenwaldes zerstört. Wissenschaftler rechnen nach Angaben des WWF damit, dass der Kipp-Punkt bei spätestens 25 Prozent zerstörter Fläche erreicht ist.

Große Störungen im Ökosystem

Ab diesem Moment könnte das Ökosystem derart gestört sein, dass der Amazonas seine Funktion als Klimaanlage der Erde verliert und sich großflächig in eine Steppe verwandelt. Laut WWF hat die Entwaldung vor allem politische Gründe. Präsident Jair Bolsonaro setze alles daran, die kurzfristigen Interessen der Agrar-Lobby durchzusetzen.

Kriminelle Zustände im Amazonas-Gebiet

Seit seinem Amtsantritt seien die Behörden, die den Schutz des Waldes überwachen und durchsetzen, durch Mittelkürzungen massiv geschwächt worden: "Die Botschaft, wonach illegales Holzfällen oder Landgrabbing geduldet werden, ist angekommen. In Teilen des Amazonas herrschen heute Wildwest-Zustände. Die Konsequenz dieser Politik können wir nun beobachten - Schutzgebiete und indigene Territorien sind quasi zum Abschuss freigegeben." Der WWF fordert Deutschland und die internationale Gemeinschaft auf, alle Lieferketten zu überprüfen und "entwaldungsfrei" zu gestalten. Die Bundesregierung solle sich in den Verhandlungen um das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den südamerikanischen Mercosur-Staaten für bessere soziale und ökologische Standards einsetzen.

© BR

Der Dschungel braucht Hilfe! Denn die Menschheit zerstört das einzigartige Ökosystem und seine enorme Artenvielfalt. Durch illegale Abholzung, Minen- und Staudammbau, Plantagen- und Weidewirtschaft.

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