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Würzburger Forscherin leitet Netzwerk gegen Coronavirus | BR24

© Uni Würzburg

Dr. Andrea Thorn, Strukturbiologin am Rudolf-Virchow-Zentrum der Julius-Maximilians-Universität Wuerzburg

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    Würzburger Forscherin leitet Netzwerk gegen Coronavirus

    Was hilft gegen das Coronavirus? An dieser Frage forschen derzeit weltweit Wissenschaftler. Eine Würzburger Forscherin leitet dabei ein internationales Netzwerk von Biologen.

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    Von
    • Achim Winkelmann

    Das Forscherteam rund um die Würzburger Biologin Andrea Thorn will im Kampf gegen das Coronavirus unter anderem die entscheidende Stelle entdecken, an der sich die Vermehrung des Sars-CoV-2 mit einem neuen Wirkstoff blockieren lässt. Die Ergebnisse ihrer Arbeit könnten wesentlich für die Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten sein, teilte die Uni Würzburg mit.

    Wie schafft es Coronavirus, an Wirtszelle anzudocken?

    Dr. Andrea Thorn, Strukturbiologin am Rudolf-Virchow-Zentrum der Julius-Maximilians-Universitaet Wuerzburg, forscht dabei an der Frage, wie es das Virus schafft, an seine Wirtszelle im Körper anzudocken. Außerdem gehe es darum, wie das Virus dann ins Zellinnere gelange und die Zellstrukturen für seine Vermehrung nutze.

    "Da gibt es leider noch viele ungeklärte Details. Auf atomarer Ebene ist längst nicht alles bekannt. Zwar wissen wir beispielsweise, dass das Virus-Erbgut 28 Proteine kodiert, die unterschiedliche Aufgaben beim Befall der Wirtszelle übernehmen. Sie unterdrücken etwa das Immunsystem oder programmieren die Zelle so, dass sie die Viren vermehrt. Von diesen 28 Proteinen kennt man aber nur von ungefähr der Hälfte die Strukturen - dabei sind die molekularen Strukturen potenzielle Angriffspunkte für Medikamente. Darüber hinaus interagiert das Virus mit rund weiteren 150 Proteinen der Wirtszelle. Darüber ist ebenfalls noch sehr wenig bekannt." Andrea Thorn, Strukturbiologin Universität Würzburg

    Thorn: SARS-Forschung zu früh gestoppt

    Thorn als Strukturbiologin arbeitet daran, die exakte Struktur von biologischen Molekülen auf atomarer Ebene zu entschlüsseln und darzustellen. Anhand dieser Strukturen können dann beispielsweise Bioinformatiker gezielt nach Wirkstoffen suchen, die diese Moleküle blockieren. Thorn und ihr Forscherteam profitieren bei ihrer Arbeit von Forschungen am Virus der SARS-Pandemie von 2002/2003.

    "Tatsächlich sind sich die beiden SARS-Coronaviren in ihrem Erbgut und ihren Molekülstrukturen sehr ähnlich. Dass die Krankheitsverläufe und das Ausbreitungsverhalten so stark voneinander abweichen, ist aber durch die Unterschiede bedingt. Wir arbeiten deshalb mit Hochdruck daran, diese Unterschiede auch strukturell zu identifizieren. Leider hat man mit dem Ende der Pandemie vor 15 Jahren die Forschung an SARS-Viren wieder zurückgefahren. Hätte man die Forschung kontinuierlich fortgeführt, gäbe es möglicherweise heute ein wirksames Medikament." Andrea Thorn, Strukturbiologin Universität Würzburg

    An so einem Medikament will Thorn mit ihrem Team jetzt forschen. Einen entsprechenden Antrag hat sie bereits gemeinsam mit Kollegen aus Lübeck und Berlin beim Bundesministerium für Bildung und Forschung eingereicht.

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