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Das Wollschwein - gefährdete Nutztierrasse 2019 | BR24

© Bayerischer Rundfunk

Das Wollschwein ist eine der ältesten Schweinerassen Europas und war lange Zeit als "Speckschwein" beliebt. Heute werden magere Fleischsorten bevorzugt. Und so verschwand das Tier aus den Ställen und ist mittlerweile das "gefährdete Nutztier 2019".

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Das Wollschwein - gefährdete Nutztierrasse 2019

Das Wollschwein ist eine der ältesten, rein erhaltenen Schweinerassen Europas und war lange Zeit als "Speckschwein" geliebt. Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. wählte es jetzt zum Gefährdeten Nutztier 2019.

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Das Wollschwein ist eine der ältesten, rein erhaltenen Schweinerassen Europas. Es kommt ursprünglich vom Balkan, vor allem aus Ungarn - und war bis in die 1950er-Jahre als "Speckschwein" beliebt. Doch danach änderten sich die Essgewohnheiten, Fett war out und das brachte das Wollschwein fast zur Ausrottung.

Wollschwein für spanischen Schinken

Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) hat das Wollschwein darum schon zum zweiten Mal nach 1999 zum Gefährdeten Nutztier des Jahres ernannt. Im Jahr 1993 gab es weniger als 200 Tiere in ganz Europa. Gerettet wurde das Wollschwein durch staatliche Genbanken in Ungarn. Dort wurde festgestellt, dass das Wollschwein genetisch dem schwarzen Iberico-Schwein sehr ähnlich ist, seitdem wird sein Fleisch auch für spanische Schinkenprodukte verarbeitet.

Das Wollschwein, das auch Mangalitzaschwein genannt wird, kommt in drei Farben vor: das Blonde Wollschwein, das Schwalbenbäuchige Wollschwein und das Rote Wollschwein. Im Winter hat das Schwein feste, gekräuselte Borsten mit feiner Unterwolle, im Sommer ist es fein und glatt. Die Frischlinge der Wollschweine sind gestreift, genau wie bei Wildschweinen, was auf eine nahe Verwandtschaft hindeutet.

Gefährdet die Afrikanische Schweinpest den Schweinebestand?

Heute zählen Züchter rund 300 Wollschweine in Deutschland, die Schweine eignen sich auch sehr gut für die Freilandhaltung. Es hat ein stark marmoriertes Fleisch, das reich an ungesättigten Omega-3-Fettsäuren ist und werde in der gehobenen Gastronomie immer beliebter, so die GEH. Sorgen machen sich die Züchter aber vor der Afrikanischen Schweinepest, die theoretisch auch die Wollschweine bekommen können. Schon heute ist die ansteckende Tierkrankheit in osteuropäischen Ländern angekommen, aber auch in Belgien und Ungarn. Erkrankte Bestände müssen getötet werden, was gerade beim Wollschwein, mit seiner kleinen Anzahl an Tieren in Europa problematisch wäre.

© Feldmann/GEH

Rotes Wollschwein, das zur Gefährdeten Nutztierrasse 2019 ernannt wurde

© Repin/GEH

Blondes Wollschwein mit gestreiften Ferkeln, die Gefährdete Nutztierrasse 2019