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Wölfe jetzt in ganz Bayern zuhause | BR24

© picture alliance/Carsten Rehder/dpa

Weil die Tiere so mobil sind, können mittlerweile praktisch überall im Freistaat Wölfe beobachtet werden.

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    Wölfe jetzt in ganz Bayern zuhause

    In immer mehr Regionen Bayerns werden regelmäßig Wölfe gesichtet. Viele Nutztierhalter sind deshalb verunsichert. Naturschützer und das Landesamt für Umwelt plädieren für ein "gutes Miteinander" von Mensch und Wolf.

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    Nahezu wöchentlich sind im Freistaat zuletzt Wölfe aufgetaucht: Gesichtet wurden sie unter anderem in den Landkreisen Regen, Eichstätt, Schwandorf und Bayreuth. Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt (LfU) in Augsburg tappten die meisten von ihnen in eine Fotofalle. Ein weibliches Tier wurde bei einem Verkehrsunfall getötet. Mehrere gerissene Schafe im Bereich Traunstein könnten auch dort ein Hinweis auf einen Wolf sein.

    Wölfe sind sehr mobil

    Bei den Wölfen handelt es sich in der Regel um durchwandernde Tiere, die auf der Suche nach einem eigenen Territorium sind. Ein Wolf könne in einer Nacht 50 bis 70 Kilometer zurücklegen, sagt eine Sprecherin des LfU. "Die Tiere sind sehr mobil." Insofern könnte jederzeit überall im Freistaat ein Wolf beobachtet werden. "Sichtungen sind aber dem Zufall geschuldet."

    Zusätzlich gibt es inzwischen in fünf Regionen Bayerns standorttreue Tiere - entweder als Einzelgänger oder als Wolfspaar beziehungsweise Rudel. Und weil die keine fremden Wölfe in ihrem Territorium akzeptieren, ziehen andere Wölfe weiter. So, wie sich auch Jungtiere etwa ab dem Alter von einem Jahr auf den Weg machen und sich ihr eigenes Revier suchen. Insofern sei es durchaus möglich, dass momentan viele Wölfe unterwegs sind.

    Standorttreue Paare in Nord- und Ostbayern

    Das neueste standorttreue Wolfspaar gibt es seit diesem Jahr im Manteler Forst im Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Weitere feste Standorte sind der Veldensteiner Forst in Oberfranken, die Rhön, der Nationalpark Bayerischer Wald und der Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Die Tiere sind streng geschützt, unterstreicht die LfU-Sprecherin. Deswegen gehe es darum, für ein "gutes Miteinander von Mensch und Tier" zu sorgen. Für den Schutz von Schafsherden beispielsweise - durch einen Elektrozaun oder einen Herdenschutzhund - könnten Tierhalter Fördermittel beantragen. Außerdem bekommen sie Schäden durch Wolf, Bär oder Luchs über einen Ausgleichsfonds ersetzt.

    Wölfe siedelten sich dort an, wo ihnen die Nahrungssuche leicht falle, sagt die Fachfrau. "Wenn ein Wolf merkt, er hat an einer Weide leichtes Spiel, kommt er möglicherweise wieder." Wenn er jedoch von einem Elektrozaun oder einem dominant auftretenden Hund gestoppt werde, dann merke sich der Wolf das auch. Gut geschützte Schafe könnten durchaus in einem Wolfsterritorium leben, sagt die LfU-Sprecherin.

    "Ängste ernst nehmen"

    Dass sich Tierhalter um ihre Tiere sorgen, sei verständlich. "Diese Ängste müssen wir ernst nehmen. Wir müssen das Zusammenleben mit Wölfen erst wieder lernen." Deswegen sei Aufklärung beim Thema Wolf sehr wichtig.

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